ecoBKP 2026
| Material/Prozess | Vorgaben | Hinweise/Quellen |
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ecoBKP 112: Abbrüche / Rückbau / Entsorgung | ||
Allgemeines | ||
Voraussetzungen für nachfolgende Kapitel |
Für die in den nachfolgenden Kapiteln aufgeführten Vorgaben wird vorausgesetzt, dass die Anforderungen im Kapitel «Allgemeines» in diesem ecoBKP berücksichtigt werden. |
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Schadstoffe in Gebäuden |
Bei Gebäuden bzw. Gebäudeteilen mit Baujahr vor 1990 muss vor Beginn von grösseren Abbruch- oder Demontagearbeiten eine geeignete Fachperson in sämtlichen Räumen eine Gebäudevoruntersuchung gemäss ecobau Empfehlung Gebäudecheck durchführen.
nicht empfohlen: keine Voruntersuchung bei Gebäuden mit Baujahr vor 1990. |
Gem. VVEA ist eine Voruntersuchung gesetzlich vorgeschrieben.
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Potentialanalyse für die Wiederverwendung von Materialien und Bauteilen |
Ab einem Rückbauvolumen von 100m3 wird die Durchführung einer Potenzialanalyse zirkuläres Bauen ecobau empfohlen. Mittels der Potentialanalyse werden die bestehenden Bauteile und Baumaterialien des Bauprojekts auf ihre Kreislauffähigkeit hin untersucht und möglichst vollständig weiter im Kreislauf gehalten. |
Es wird empfohlen, die Schadstoffanalyse und die Bauteilwiederverwendung zu koordinieren. Da die Entscheide für die Umsetzung der Wiederverwendung zusätzliche Planungsschritte und Anpassung in der Baulogistik nötig machen, ist die Terminplanung darauf abzustimmen. |
Abfalltrennung |
Bei grösseren Vorhaben ist ein Abbruch- und Rückbaukonzept nach SIA-Empfehlung 430 zu erarbeiten, das die Materialien des Abbruchobjektes nach Abfallkategorien erfasst und die erforderlichen Massnahmen gem. Umweltschutzgesetzgebung auflistet. |
Für die Optimierung der Stoffflüsse kann der Rückbau zusätzlich durch eine Fachperson begleitet werden. |
Rodungen |
Vor der Fällung von Bäumen sind die bestehenden Naturwerte durch eine Fachperson zu erheben, schützenswerte Bereiche bzw. Vegetation zu kennzeichnen und abzuklären, ob Fällungsverbote bestehen oder eine Bewilligung erforderlich ist. |
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Tier- und Artenschutz |
Vor dem Abbruch eines Gebäudes ist abzuklären, ob sich darin Brutstätten geschützter Tierarten wie Fledermäuse oder Vögel befinden. Allfällige Schutz- oder Umsiedlungsmassnahmen sind in Absprache mit den zuständigen Fachstellen rechtzeitig vor dem Rückbau umzusetzen. |
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Wiederverwendung / Verwertung | ||
Wiederverwendung von Materialien und Bauteilen |
Bei der Planung eines Abbruchs oder Umbaus sind die wieder verwendbaren Materialien und Bauteile rechtzeitig zu identifizieren, deren Wiederverwendung vor Ort einzuplanen oder diese weiter zu vermitteln (z.B. über Bauteilbörse). Bei historisch wertvollen Bauteilen ist die Denkmalpflege zu informieren. |
Besonders geeignet: Holzbalken, Stahlträger, Treppen, Geländer, Küchen, Sanitärapparate, Fenster, Türen, Massivholzparkett.
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Verwertung von Materialien und Bauteilen |
Rücknahmesysteme (Branchenlösungen) existieren für PVC-Bodenbeläge und Verschnitt von EPS-Dämmungen. Für PVC-Fenster, Mineralfaserdämmstoffe, Gipskarton- und Vollgipsplatten bieten die grossen Schweizer Hersteller das Recycling an. |
Das umweltbelastende Flammschutzmittel HBCD ist seit August 2015 verboten. |
Ausbauasphalt, Mauerabbruch, Betonabbruch, Ziegel, Faserzement, Mischabbruch |
Verwertung in Anlagen für mineralische Recyclingbaustoffe (Recycling-Kies, Recycling-Beton, Recycling-Belag etc.). |
Abbruchgut darf nicht mit Sonderabfall vermischt sein.
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Holz, Holzwerkstoffe, etc. |
Thermische Nutzung von nicht anderweitig verwertbaren, brennbaren Baustoffen in Zementwerken, Altholz- oder Kehrichtverbrennungsanlagen. |
Druckimprägnierte Hölzer siehe schadstoffhaltige Bauteile.
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Metallbauteile aller Art (Profile, Träger, Leitungsrohre, Armaturen) |
Verwertung über Bauteilbörsen oder Baustoffhandel. |
Adressen von Verwertungs- und Entsorgungsbetrieben: |
Schadstoffhaltige Bauteile (nicht abschliessend) | ||
Anlagen mit halogenierten Arbeitsmitteln |
Kühlschränke, Wärmepumpen, Wärmepumpen-Tumbler, Kältemaschinen etc. können halogenierte Kohlenwasserstoffe (FCKW, HFCKW, FKW, HFKW) als Arbeitsmittel enthalten. Während Ausbau und Transport sind Beschädigungen unbedingt zu vermeiden, die Zwischenlagerung hat kontrolliert zu erfolgen (Vermeidung des Diebstahls von Verdichtern). Anlagen mit halogenierten Kohlenwasserstoffen sind durch spezialisierte Unternehmen gemäss ChemRRV fachgerecht zu entsorgen. Für Haushaltgeräte besteht gegenüber Endverbrauchern eine Rücknahmepflicht des Fachhandels gemäss VREG. |
Halogenierte Kohlenwasserstoffe sind starke Treibhausgase und können einen Abbau der Ozonschicht bewirken. FCKW- und HFCKW-haltige Produkte sind seit dem Jahr 2000 verboten. |
EPS- und XPS-Dämmstoffe mit HBCD als Flammschutzmittel |
Rückgabe an Herstell- oder Lieferfirma zur Verwertung. |
Das umweltbelastende Flammschutzmittel HBCD ist seit August 2015 verboten. Der grösste Schweizer Hersteller von Polystyroldämmungen hat ein Recyclingverfahren entwickelt, welches das HBCD aus EPS und XPS entfernt. |
Kunststoffschäume und Dämmstoffe aus PU oder XPS mit halogenierten Treibmitteln (FCKW, HFCKW) |
Material möglichst zerstörungsfrei ausbauen, separat sammeln und einer KVA zuführen. |
Halogenierte Treibmittel sind starke Treibhausgase und können einen Abbau der Ozonschicht bewirken. FCKW- und HFCKW-haltige Produkte sind seit dem Jahr 2000 verboten. |
Leuchten mit Fluoreszenzröhren |
Leuchten mit Fluoreszenzröhren ("Neon-Röhren") enthalten häufig PCB-haltige Kondensatoren. Die Fluoreszenzröhren enthalten Quecksilber. Leuchten und FL-Röhren sind über das Rücknahmesystem der Stiftung Licht Recycling Schweiz SLRS zu entsorgen. |
PCB-haltige Kondensatoren wurden in den Leuchten bis ca. 1988 verbaut. |
Schmier- und Betriebsstoffe |
Anlagen und Geräte wie Produktions- oder Löschanlagen, welche Sonderabfälle oder Problemstoffe enthalten (Maschinen-, Getriebe-, Hydraulik-, Dieselöl, Halon, Freon etc.), müssen nach VeVA entsorgt werden. |
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Teerhaltiger Ausbauasphalt |
Verwertung und Entsorgung gemäss BAFU-Empfehlung Entsorgung von teerhaltigem Ausbauasphalt. |
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Weitere Vorgaben in anderen ecoBKP | ||
Baustelleneinrichtung |
Luftreinhaltung (Baumaschinen und Geräte; Transporte), Baulärm. |
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Baugrubenaushub |
Transporte, Verwertung/Entsorgung (sauberer und verschmutzter Boden). |
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Fenster und Aussentüren |
Verwertung/Entsorgung (Fenster, Verglasungen, Aussentüren etc.). |
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Bedachungsarbeiten |
Verwertung/Entsorgung (Dichtungsbahnen, Bitumen-Gemische, Gussasphalt etc.). |
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Spez. Dichtungen und Dämmungen |
Verwertung/Entsorgung (Fugen- und Kittmassen, Reste von Voranstrichen etc.). |
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Fassadenputze |
Verwertung/Entsorgung (Dämmstoffe aus Kunststoff, Mineralfasern, Schaumglas). |
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Äussere Oberflächenbeh. |
Verwertung/Entsorgung (Malerei- und Lackabfälle, Farbschlamm, Gebinde etc.). |
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Elektroanlagen |
Verwertung/Entsorgung (Drähte und Kabel, Haushaltgeräte, Entladungslampen etc.). |
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Heizungsanlagen |
Verwertung/Entsorgung (Wärmepumpen, Ausmauerungen, Öltanks etc.). |
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Lüftungs- und Klimaanlagen |
Verwertung/Entsorgung (Lüftungsapparate und Klimageräte, Luftfilter). |
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Sanitäranlagen |
Verwertung/Entsorgung (Rohre, Waschbecken und Badewannen, Armaturen, Boiler etc.). |
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Gipserarbeiten |
Verwertung/Entsorgung (Gipsprodukte). |
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Bodenbeläge |
Verwertung/Entsorgung (Beläge aus PVC, Polyolefinen, Synthesekautschuk, Teppich, Linoleum etc.; asbesthaltige Bodenbeläge). |
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Gartenarbeiten |
Baumschutz |
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ecoBKP 130: Gemeinsame Baustelleneinrichtung | ||
Allgemeines | ||
Voraussetzungen für nachfolgende Kapitel |
Für die in den nachfolgenden Kapiteln aufgeführten Vorgaben wird vorausgesetzt, dass die Anforderungen im Kapitel «Allgemeines» in diesem ecoBKP berücksichtigt werden. |
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Schutz von Biotopen, Grünflächen und Habitaten |
Biotope, wertvolle Grünflächen und Lebensräume geschützter Arten müssen bei Baumassnahmen gemäss den gesetzlichen Vorgaben erhalten und fachgerecht geschützt werden. Insbesondere sind Fachpersonen beizuziehen, eine frühzeitige Bestandsaufnahme durchzuführen, empfindliche Flächen zu schützen sowie jegliche Störungen (z.B. durch Schadstoff- und Sedimenteinträge oder Licht und Lärm) zu vermeiden. Falls Flächen trotz aller getroffenen Massnahmen Veränderungen erfahren haben, so sind diese fachgerecht wiederherzustellen und so lange zu pflegen, bis der Ausgangszustand erreicht ist. |
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Baumschutz |
Bei Bauarbeiten im Bereich von Bäumen (Radius der Baumkrone plus 2 Meter) ist vor der Bauinstallation entweder der ganze Bereich mit einem stabilen Bauzaun abzutrennen oder der Boden und der Baumstamm mit geeigneten Massnahmen zu schützen. Grabarbeiten, Aufschüttungen oder das Befahren sind in diesem Bereich zu vermeiden oder, falls sie unumgänglich sind, von Fachpersonen zu begleiten. Mit Zement oder anderen Stoffen belastete Wässer sind vom Wurzelbereich fernzuhalten. |
Im Bereich von Bäumen dürfen keine Güter gelagert oder Bauinstallationen errichtet werden. |
Gewässerschutz |
Zum Schutz des Grundwassers und der Gewässer gegen Verunreinigung sind die vom kantonalen Amt für Gewässerschutz festgelegten Vorschriften einzuhalten und die SIA-Empfehlung 431 zu beachten. |
Beispiel: Merkblatt "Bauten und Anlagen" Kanton Luzern. |
Bodenschutz |
Für einen angemessenen Bodenschutz sind folgende Massnahmen vor Aufnahme des Baustellenbetriebs zu ergreifen: |
Für Vorhaben in empfindlichen Gebieten oder für grosse Baustellen (Richtgrösse >5000 m2 Bodenfläche) empfiehlt es sich, falls durch Bauauflagen nicht anders gefordert, eine/n anerkannte/n bodenkundliche Baubegleiter/in beizuziehen. Zudem sind die kantonalen Vorschriften zu beachten. Liste der Fachpersonen: |
Vermeidung von Bodenerosion |
Erdarbeiten dürfen nur auf den notwendigen Flächen und in möglichst trockenen Phasen erfolgen, da freigelegte Böden besonders erosionsgefährdet sind. Freie Böden sind sofort abzudecken oder zu begrünen. Wasser ist gezielt abzuleiten, wobei mit Sediment belastete Wässer aufzufangen und fachgerecht zu behandeln sind, um Abspülungen und Einträge in Gewässer oder Kanalisation zu verhindern. |
Sedimenteinträge in Gewässer verringern Lichtdurchlässigkeit und Sauerstoffgehalt und beeinträchtigen dadurch Lebensräume und Fortpflanzung von Wasserorganismen. Schachteinläufe, Bodenrinnen etc. sind z.B. mit Sandsäcken oder in die Erde eingesenkten Brettern vor sedimentbelasteten Wässern zu schützen. |
Nutzung lokaler Ressourcen |
Auf dem Grundstück vorhandene Materialien wie Kies, Lehm oder Holz sind möglichst zu nutzen, was Transportwege reduziert und Energie sowie Kosten spart. Vor der Verwendung sind die Materialien auf Qualität und Bautauglichkeit (z. B. Tragfähigkeit, Zusammensetzung, Feuchtegehalt) zu prüfen. Die Gewinnung soll schonend und flächenmässig möglichst begrenzt erfolgen. Eine Aufbereitung vor Ort (z. B. Sieben, Mischen, Trocknen) ermöglicht zusätzliche Einsparungen bei Transport und Emissionen. |
Der Materialabbau kann bewilligungspflichtig sein. Dies ist rechtzeitig mit der zuständigen Behörde zu klären. |
Fahrflächen, Lagerplätze |
Um die Verschmutzung bzw. Verdichtung des Bodens im Bereich von Fahrflächen und Lagerplätzen zu verhindern, sind diese mit geeigneten Mitteln zu befestigen. Die Massnahmen sind auf den Bodentyp abzustimmen. Auf einen Bodenabtrag unter Fahr- und Lagerflächen ist zu verzichten. |
z.B. Geotextil direkt auf gewachsenen Boden verlegt, Einkiesung mit RC-Kiessand P 0/45. Geotextilen aus Kunststoff nach Gebrauch dem Recycling zuführen. |
Baulärm |
Zur Begrenzung des Baulärms sind bauliche und betriebliche Massnahmen festzulegen, die bei der Planung, Projektierung, Ausschreibung und Ausführung zu berücksichtigen sind. Grundlagen für ein lärmarmes Baumanagement sind in der Baulärm-Richtlinie umschrieben. |
Die Checkliste der Richtlinie listet viele lärmmindernde Massnahmen auf. Die Verbindlichkeit der Massnahmen ist kantonal geregelt. |
Weitere Vorgaben in anderen ecoBKP | ||
Abbrüche/Rückbau |
Grundsätze, Verwertung/Entsorgung von Baustoffen. |
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Aushub |
Altlasten, Maschineneinsatz, Erdarbeiten, Bodendepots. |
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ecoBKP 201: Baugrubenaushub | ||
Allgemeines | ||
Voraussetzungen für nachfolgende Kapitel |
Für die in den nachfolgenden Kapiteln aufgeführten Vorgaben wird vorausgesetzt, dass die Anforderungen im Kapitel «Allgemeines» in diesem ecoBKP berücksichtigt werden. |
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Planung und Ausschreibung |
Die Planung der Baustellenerschliessung und des Installationsplatzes hat frühzeitig zu erfolgen. Es ist darauf zu achten, dass eine möglichst kleine Bodenfläche beansprucht wird und die übrigen Flächen mit einem Zaun abgegrenzt werden. |
Eine Vergabe mit alleinigem ökologischem Kriterium Transportdistanz ist gemäss VöB nicht zulässig. Bereits in der Ausschreibung müssen weitere Faktoren wie Emissionsklassen der Fahrzeuge (z.B. mindestens EURO 5) als Vergabekriterien definiert werden. |
Belastete Böden und Altlasten |
Bei Verdacht auf Belastung des Bodens mit Schadstoffen (z.B. Rebgelände, Familiengärten), Altlasten (z.B. Industrie-, Gewerbe- oder Bahnareale) oder Rhizomen invasiver Neophyten müssen Untersuchungen und allfällige Massnahmen in Absprache mit der kantonalen Fachstelle für Bodenschutz oder Altlasten durchgeführt werden. |
Informationen zu belasteten Standorten sind den kantonalen GIS-Systemen zu entnehmen. |
Gewässerschutz |
Um die Gewässerbelastung durch Bodenpartikel (Sedimente, Erosion) zu verhindern, sind geeignete wasserbauliche Massnahmen zu planen. |
z.B. Absetzbecken, Befestigung, Bermen etc. SIA-Norm 431 |
Nutzung lokaler Ressourcen |
Auf dem Grundstück vorhandene Materialien wie Kies, Lehm oder Holz sind möglichst zu nutzen, was Transportwege reduziert und Energie sowie Kosten spart. Vor der Verwendung sind die Materialien auf Qualität und Bautauglichkeit (z. B. Tragfähigkeit, Zusammensetzung, Feuchtegehalt) zu prüfen. Die Gewinnung soll schonend und flächenmässig möglichst begrenzt erfolgen. Eine Aufbereitung vor Ort (z. B. Sieben, Mischen, Trocknen) ermöglicht zusätzliche Einsparungen bei Transport und Emissionen. |
Der Materialabbau kann bewilligungspflichtig sein. Dies ist rechtzeitig mit der zuständigen Behörde zu klären. |
Maschineneinsatz | ||
Befahren des Bodens |
Freigelegte Unterböden und wieder eingebaute Böden dürfen nicht befahren werden. |
Oberboden: Humusschicht (dunkelbraun), Unterboden: darunter liegende Schicht (meist rötlich-braun). |
Bodenfeuchte |
Es darf nur auf und mit trockenen Böden gearbeitet werden. Vor jedem Maschineneinsatz und nach Witterungseinflüssen muss die Bodenfeuchtigkeit beurteilt werden, um die möglichen Arbeiten und die einsetzbaren Maschinen zu bestimmen. Die Resultate sind zu protokollieren. |
Das Bearbeiten und Befahren nasser oder feuchter Böden führt zu irreversiblen Schäden. |
Wahl der Maschinen und Fahrzeuge |
Muss der Boden befahren werden, ist immer eine möglichst leichte Maschine einzusetzen. |
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Einsatz elektrischer Maschinen |
Der Einsatz elektrisch betriebener Erdbaumaschinen wie Bagger, Radlader und Muldenkipper ist projektabhängig zu prüfen. Sie reduzieren Emissionen und Lärmbelastung deutlich und eignen sich daher besonders für Baustellen in dicht bebauten Gebieten oder für überdachte Baustellen. |
Die Leistungsfähigkeit elektrisch betriebener Maschinen ist mit derjeniger konventioneller Dieselmaschinen vergleichbar. Mit gezieltem Lademanagement (Pausenladung oder Akkuwechsel) ist ein durchgehender Betrieb möglich. |
Luftreinhaltung (Baumaschinen und Geräte) |
Zur Verminderung der Luftbelastung durch baustellenbedingte Schadstoffemissionen sind die Massnahmen der Baurichtlinie Luft zu berücksichtigen. Die dem Vorhaben entsprechende Massnahmenstufe (A, B) ist rechtzeitig vor Baubeginn festzulegen. Im Leistungsverzeichnis der Ausschreibung sind die konkreten Massnahmen zur Reduktion der Luftschadstoffe zu definieren.
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Neufahrzeuge müssen seit 1.1.2013 der Emissionsklasse EURO 6 und seit 1.9.2019 EURO 6d entsprechen. EURO 6d Fahrzeuge stossen gegenüber EURO 6 trotz identsichen Grenzwerten deutlich weniger Schadstoffe aus, da neben der Messung auf dem Prüfstand auch die Emissionen im realen Fahrzustand gemessen werden.
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Luftreinhaltung (Transportfahrzeuge) |
Zur Begrenzung der Emissionen von Transportfahrzeugen sind im Leistungsverzeichnis der Ausschreibung Vorgaben für den Bautransportverkehr festzulegen. |
z.B. Elektrofahrzeuge, Fahrzeuge der Emissionsklasse EURO 6d, schwefelfreie Treibstoffe. |
Transportdistanzen |
Die maximale Transportdistanz für Aushubmaterialien sollte weniger als 20 km (Wegstrecke) betragen. |
Die Transportdistanz hat vor allem bei Aushubvolumina über 200 m3, welche auf eine Deponie abgeführt werden, einen grossen Einfluss auf die Umweltbelastung. |
Erdarbeiten | ||
Bodenabtrag |
Der Abtrag von Bodenmaterial hat streifenweise vom gewachsenen Boden oder von einer temporären Baupiste aus zu erfolgen. |
Der verdichtungsempfindliche Unterboden darf keinesfalls befahren werden. |
Bodendepots |
Der Boden muss beim Schütten des Depots möglichst trocken sein. Oberboden, Unterboden und Untergrundmaterial müssen getrennt gelagert werden.
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Auf kurzfristige Depots (bis zu einem Jahr) eine einjährige Gründüngungsmischung (z.B. Phacelia, Alexandriner-, Perserklee), auf langfristige Depots eine winterharte Gründüngungsmischung (z.B. Luzerne-/ Kleegras) ansäen. Die Pflanzen schützen das Depot, verhindern die Auswaschung von Bodenbestandteilen und reduzieren den Bewuchs mit unerwünschten Pflanzenarten (invasive Neophyten).
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Vermeidung von Bodenerosion |
Erdarbeiten dürfen nur auf den notwendigen Flächen und in möglichst trockenen Phasen erfolgen, da Freigelegte Böden besonders erosionsgefährdet sind. Freie Böden sind sofort abzudecken oder zu begrünen. Wasser ist gezielt abzuleiten, wobei mit Sediment belastete Wässer aufzufangen und fachgerecht zu behandeln sind, um Abspülungen und Einträge in Gewässer oder Kanalisation zu verhindern. |
Sedimenteinträge in Gewässer verringern Lichtdurchlässigkeit und Sauerstoffgehalt und beeinträchtigen dadurch Lebensräume und Fortpflanzung von Wasserorganismen. Schachteinläufe, Bodenrinnen etc. sind z.B. mit Sandsäcken oder in die Erde eingesenkten Brettern vor sedimentbelasteten Wässern zu schützen. |
Wiedereinbau von Boden |
Der Untergrund muss vor dem Wiedereinbau aufgelockert und bei Bedarf mit einer Sickerschicht versehen werden, damit die Sickerfähigkeit des Untergrunds gewährleistet ist. |
Für Sickerschichten kann je nach Situation Recycling-Kiessand P verwendet werden. |
Sauberkeitsschichten |
Recycling-Kiessand oder Recycling-Beton aus Mischabbruchgranulat. |
Die Verwendung von RC-Material ist nur ausserhalb Grundwasserschutzzonen zulässig, und es muss ein Mindestabstand zum Grundwasserspiegel von 2 Metern eingehalten werden. |
Baugrubensicherungen (geböscht) |
Bewehrte Erde (Geogitter, Geotextilien); Mörtelschicht; Filterbeton. |
Vertikale Baugrubensicherungen enthalten sehr viel Graue Energie, weshalb geböschte Baugruben vorzuziehen sind.
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Baugrubensicherungen (vertikal) |
Pfahl- oder Plankenverbau aus Holz; Spundwand auskragend, gespriesst oder verankert; Rühlwand auskragend, gespriesst oder verankert; Nagelwand. |
Bohrpfahlwände und Schlitzwände belasten im Vergleich mit den in den Vorgaben erwähnten Varianten die Umwelt um ein Vielfaches. |
Spezialfundationen | ||
Tiefgründungen |
Rüttelstopfsäule, vorgefertigter Betonpfahl, Mikrobohrpfahl. |
Ortbetonbohrpfähle und Ortbetonverdrängungspfähle belasten die Umwelt gegenüber den in der Vorgabe erwähnten Varianten deutlich stärker. |
Wiederverwendung / Verwertung | ||
Sauberer Ober- und Unterboden |
Verwendung nach folgenden Prioritäten (in absteigender Reihenfolge): Verwendung an Ort und Stelle, Verwendung auf einer anderen Baustelle, Einsatz für die Rekultivierung, bewilligte Zwischenlager, Deponie. |
Bodenbörsen existieren in vielen Kantonen. |
Verschmutzter Ober- und Unterboden |
Entsorgung bzw. Aufbereitung gemäss den Angaben der kantonalen Fachstelle für Bodenschutz. |
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Weitere Vorgaben in anderen ecoBKP | ||
Baustelleneinrichtung |
Installationsplanung (Boden- und Gewässerschutz, Baulärm etc.). |
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ecoBKP 21: Rohbau 1 | ||
Allgemeines | ||
Methode für Vorgaben im Kapitel 21 |
Die dreistelligen BKP-Positionen sind nach Gewerken gegliedert, wodurch gewerkeübergreifende Empfehlungen nicht möglich sind.
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Anhang D der Norm SIA 390/1 enthält über 70 Bauteile oder Komponenten mit ihrer Umweltwirkung.
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Voraussetzungen für nachfolgende Kapitel |
Für die in den nachfolgenden Kapiteln aufgeführten Vorgaben wird vorausgesetzt, dass die Anforderungen im Kapitel «Allgemeines» in diesem ecoBKP berücksichtigt werden. |
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Systemwahl |
Es ist jeweils dasjenige Bauteil (Inkl. Unterkonstruktionen etc.) mit der gesamtheitlich besten Ökobilanz über den ganzen Lebenszyklus zu wählen. |
Ein Vergleich hat immer auch die zwingend erforderlichen technischen Eigenschaften (Schallschutz, Brandschutz etc.) zu berücksichtigen. |
Dimensionierung |
Die Dimensionierung hat sich am technisch notwendigen Minimum zu orientieren. Auf Sicherheitszuschläge ist zu verzichten.
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Die SIA-Norm 260 legt die Grundlagen der Tragwerksbemessung und des Konzepts fest, mit dem Bauteile wirtschaftlich und normgerecht sicher dimensioniert werden. |
Schallschutz |
Ein guter Schallschutz lässt sich nicht nur mittels hoher Masse, sondern auch mit Schichten unterschiedlicher Resonanzfrequenz erreichen. Das kann zu aus ökologischer Sicht vorteilhaften Bauteilen führen.
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Die Lignum Dokumentation Schallschutz geht insbesondere auf Lösungen im Holzbau ein. |
Holzauswahl |
1. Priorität: Hölzer und Holzwerkstoffe aus nachhaltiger Produktion mit Nachweis Label Schweizer Holz, FSC- bzw. PEFC-Label oder gleichwertigem Label. 2. Priorität: Hölzer und Holzwerkstoffe europäischer Herkunft ohne Nachweis einer nachhaltigen Produktion. nicht empfohlen: Hölzer und Holzwerkstoffe aussereuropäischer Herkunft ohne Nachweis einer nachhaltigen Produktion. |
Als europäische Länder gelten die EU- und EFTA-Mitgliedsstaaten.
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Austausch- und Rückbaubarkeit (Design for Disassembly) |
Es sind folgende Aspekte zu berücksichtigen:
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Bauteile der Gebäudehülle | ||
Fundament, Bodenplatte ungedämmt (C01) |
Betonplatte. |
Siehe auch ecoBKP 211. |
Fundament, Bodenplatte gedämmt (C01) |
Betonplatte mit Wärmedämmung aus Schaumglasschotter oder Schaumglasplatten.
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Siehe auch ecoBKP 211. |
Aussenwandkonstruktion unter Terrain, ungedämmt (C02) |
Betonwand.
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Siehe auch ecoBKP 211. |
Aussenwandkonstruktion unter Terrain, gedämmt (C02) |
Betonwand mit Wärmedämmung aus EPS-Platten oder Schaumglasplatten.
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Siehe auch ecoBKP 211. |
Aussenwandkonstruktion über Terrain (C02) |
Holzständerwand oder Massivholzwand (z.B. Brettstapel) mit Wärmedämmung aus Glaswoll- oder Steinwolleplatten, Holzfaser- oder Zellulosefaserplatten;
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Siehe auch ecoBKP 214, 215. |
Dachkonstruktion über Terrain (C04) |
Geneigtes Dach als Holzkonstruktion;
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Siehe auch ecoBKP 224, 283. |
Innere Bauteile | ||
Innenwandkonstruktion nicht tragend, ohne besondere Schall- und Brandschutzanforderungen (C02) |
Nicht tragendes Mauerwerk aus Lehmsteinen; Leichtbauwand aus Lehmbauplatten, Gipsfaserplatten oder Gipskarton mit Holzständer.
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Siehe auch ecoBKP 271. |
Innenwandkonstruktion tragend, ohne besondere Schall- und Brandschutzanforderungen (C02) |
Erdsteinwand mit Lehmputz, Kalksandsteinwand unverputzt.
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Siehe auch ecoBKP 211. |
Deckenkonstruktion, ohne besondere Schall- und Brandschutzanforderungen (C04) |
Holz-Lehm-Decke mit Gipsbekleidung, Hohlkastendecke mit oder ohne Bekleidung, Brettstapeldecke ohne Bekleidung. |
Siehe auch ecoBKP 214. |
ecoBKP 211: Baumeisterarbeiten | ||
Allgemeines | ||
Voraussetzungen für nachfolgende Kapitel |
Für die in den nachfolgenden Kapiteln aufgeführten Vorgaben wird vorausgesetzt, dass die Anforderungen im Kapitel «Allgemeines» in diesem ecoBKP berücksichtigt werden. |
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Einsatz von Recyclingmaterial |
Bei der Produktwahl ist auf einen möglichst hohen Anteil an Recyclingmaterial zu achten. |
Produkte mit hohem Recyclinganteil weisen in der Regel eine tiefere Umweltbelastung als solche aus Primärmaterial auf. Der RC-Anteil kann z.B. der Umwelt-Produktedeklaration (EPD) entnommen werden. |
Betonzusatzmittel |
Bei technischer Machbarkeit ist auf Betonzusatzmittel zu verzichten. Sind solche erforderlich, sind Produkte ohne Lösemittel (max. 1%) oder wasserverdünnbare Produkte zu verwenden, welche 1. Priorität: das FSHBZ-Gütesiegel tragen oder keine umwelt- und gesundheitsgefährdenden Bestandteile enthalten. 2. Priorität: Bestandteile mit geringer Umwelt- und Gesundheitsgefährdung enthalten. |
Kontrolle der Anforderungen mittels Zertifikat, Produktedatenblatt oder Sicherheitsdatenblatt.
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Schalöl |
Produkte ohne Lösemittel (max. 1%) oder wasserverdünnbare Produkte, welche 1. Priorität: das europäische Umweltzeichen tragen oder keine umwelt- und gesundheitsgefährdenden Bestandteile enthalten. 2. Priorität: Bestandteile mit geringer Umwelt- und Gesundheitsgefährdung enthalten. |
Kontrolle der Anforderungen mittels Zertifikat, Produktedatenblatt oder Sicherheitsdatenblatt.
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Haftmittel, Nachbehandlungsmittel, Oberflächenbeschichtung |
Produkte mit Emicode EC1 bzw. EC1plus Label oder Produkte ohne Lösemittel (max. 1%) oder wasserverdünnbare Produkte. |
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Betonwahl (nicht klassifizierter Beton) |
Sofern technisch machbar sind Füll-, Hüll- und Unterlagsbeton, Betonfertigteile, Glas-, Stahl- und Kunststofffaserbeton mit folgenden RC-Anteilen herzustellen: 1. Priorität: Mind. 80% Betongranulat C oder Mischgranulat M. 2. Priorität: Mind. 40% Betongranulat C oder Mischgranulat M. |
Der Einfluss des RC-Anteils auf die Betonökobilanz kann mit dem Betonsortenrechner berechnet werden. |
Beton | ||
Betonwahl |
Einsatz von Recyclingbeton gemäss Merkblatt SIA 2030:2021. 1. Priorität: Recyclingbetonklassen RC-C50, RC-M40. 2. Priorität: Recyclingbetonklassen RC-C25, RC-M10. nicht empfohlen: Einsatz von Primärbeton, wenn RC-Beton innerhalb einer Transportdistanz von 25 km verfügbar ist (Ausnahmen vgl. KBOB Empfehlung 2007/2). |
Vorgabe Magerbeton:
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Transportdistanzen |
Dia maximale Transportdistanz für Frischbeton sollte nicht mehr als 35 km (Wegstrecke) betragen. |
Der Transport trägt einen wichtigen Anteil zur Umweltbelastung von Beton bei. Deshalb sollte die Distanz zwischen Betonwerk und Baustelle möglichst kurz sein. |
Zementwahl |
1. Priorität: CEM III/A, CEM III/B. 2. Priorität: CEM II/A, CEMII/B-LL, CEM II/B-M, CEM II/C-M, ZN/D. |
Für Konstruktionsbeton, Füll-, Hüll- und Unterlagsbeton.
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Maurerarbeiten | ||
Einstein- und Verbandmauerwerk |
1. Priorität: Zementstein MC hohl, Porenbetonstein MP, Porenbetonstein MPL, Lehmvollstein natürlich getrocknet. 2. Priorität: Backstein MB, Kalksandstein MK, Zementstein MC voll. |
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Äusseres Vorsatzmauerwerk |
1. Priorität: Zementstein MC hohl. 2. Priorität: Backstein MB, Kalksandstein MK, Zementstein MC voll. |
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Schalldämmendes Mauerwerk |
1. Priorität: Kalksandstein MK, Zementstein MC hohl, Zementstein MC voll. 2. Priorität: Backstein MB. |
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Leichtmauerwerk (Wärmedämmsteine) |
1. Priorität: Leicht-Backstein MBL (ohne Füllung bis Lambda 0.068), Leicht-Zementstein Naturbims (ohne Füllung bis Lambda 0.130, mit Glaswollfüllung bis Lambda 0.090), Leicht-Porenbeton MPL (ohne Füllung bis Lambda 0.080), Lehmstein natürlich getrocknet bis Lambda 0.210.
2. Priorität: Leicht-Backstein MBL (ohne Füllung Lambda 0.090, mit Steinwolle- oder Perlitfüllung bis Lambda 0.090, mit Holzfaserfüllung bis Lambda 0.070), Leicht-Zementstein Naturbims (mit Glaswollfüllung Lambda 0.100), Leicht-Zementstein Blähton (ohne Füllung bis Lambda 0.130, mit Glaswollfüllung Lambda 0.100, mit EPS 15 kg/m3 Füllung bis Lambda 0.070, mit Perlit Füllung Lambda 0.090), Lehmstein natürlich getrocknet bis Lambda 0.470. |
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Sichtmauerwerk |
1. Priorität: Kalksandstein MK, Sichtzementstein MC. 2. Priorität: Sichtbackstein MB, Klinkerstein. |
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Vorgefertigte Plattenelemente für Wände |
1. Priorität: Backstein, Beton, Kalksandstein.
2. Priorität: Klinker, Porenbeton bewehrt.
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Mauermörtel |
1. Priorität: Mineralisch gebundene Mauermörtel |
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Wärmedämmungen | ||
Lungengängige Fasern |
Mineralfaserdämmstoffe dürfen mit der Raumluft nicht direkt in Verbindung stehen. |
Bei gelochten oder geschlitzten Platten ist ein Rieselschutz (z.B. Kraftpapier) vorzusehen. |
Wärmedämmungen Wände |
1. Priorität: Steinwolle, Glaswolle. 2. Priorität: Zementgebundene Holzwolle mit Steinwolle, Zementgebundene Holzwolle mit EPS bis 15 kg/m3, Mineralschaumplatten. |
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Wärmedämmungen Deckenuntersicht |
2. Priorität: Zementgebundene Holzwolle mit Steinwolle, Zementgebundene Holzwolle mit EPS bis 15 kg/m3, Mineralschaumplatten. |
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Wärmedämmungen Sockel-/Erdbereich |
2. Priorität: EPS-Platten, Schaumglasplatten. |
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Wärmedämmungen unter Bauwerk |
1. Priorität: Schaumglasschotter, Schaumglasplatten mit Rohdichte ca. 115 kg/m3.
2. Priorität: Schaumglasplatten mit Rohdichte ca. 165 kg/m3. |
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Rohre | ||
Abwasserrohre bis DN 200 |
1. Priorität: PE-Rohre SN 2/ SN 4, PP-Rohre SN 4/SN 8/SN 12, Steinzeugrohre. 2. Priorität: PE-Rohre SN 8, PP-Rohre SN 16, PVC-U-Kompaktrohre SN 2/SN 4. |
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Abwasserrohre ab DN 250 |
1. Priorität: Betonrohre bewehrt und unbewehrt, Normallast Steinzeugrohre. 2. Priorität: Hochlast Steinzeugrohre, PP-Rohre SN 4/SN 8/SN 12, PE-Rohre SN 2/SN 4. |
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Wiederverwendung / Verwertung | ||
Beton |
1. Priorität: Wiederverwendung ganzer Bauteile. 2. Priorität: Aufbereitung und Verwertung als RC-Material (z. B. zur Herstellung neuen Betons),
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Grosses Potenzial zur CO2-Reduktion: durch vollständige Wiederverwendung intakter Bauteile können sowohl Ressourcen eingespart als auch die Umweltbelastung minimiert werden.
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Mauerwerk |
1. Priorität: Wiederverwendung von ganzen Flächen oder einzelnen Steinen. 2. Priorität: Verwertung als RC-Material für Beton (RC-M) oder Mineralschaum-Dämmstoff. |
Steine mit Kalkmörtel (etwa vor 1920) sind besser zu trennen als mit Zementmörtel; Vollsteine trennbarer als Lochsteine. |
Wärmedämmungen |
1. Priorität: Wiederverwendung ganzer Dämmplatten (lose verlegt oder mechanisch befestigt) im gleichen Verwendungszweck.
2. Priorität: Stoffliche Verwertung durch Rückgabe an den Hersteller zum Recycling. |
Verklebt oder verputzt angebrachte mineralische Dämmplatten sind schwerer zu recyceln, da sie oft nur zerstörend zurückgewonnen werden können. |
Weitere Vorgaben in anderen ecoBKP | ||
Abbrüche/Rückbau |
Wiederverwendung, Verwertung, Entsorgung, Schadstoffhaltige Bauteile. |
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Baustellenreinigung |
Installationsplanung (Gewässerschutz, Luftreinhaltung, Baulärm etc.). |
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Baugrubenaushub |
Allgemeines (Altlasten), Maschineneinsatz, Erdarbeiten, Verwertung/Entsorgung. |
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Montagebau als Leichtkonstruktionen |
Fassadenbekleidungen und Fassadenmaterialien. |
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Fenster, Aussentüren |
Montage. |
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Spez. Dichtungen und Dämmungen |
Abdichtungen (Fugendichtungsmassen, Vergussmassen, Vorbehandlung). |
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Fassadenputze |
Allgemeines. |
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ecoBKP 213: Montagebau in Stahl | ||
Allgemeines | ||
Voraussetzungen für nachfolgende Kapitel |
Für die in den nachfolgenden Kapiteln aufgeführten Vorgaben wird vorausgesetzt, dass die Anforderungen im Kapitel «Allgemeines» in diesem ecoBKP berücksichtigt werden. |
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Einsatz von Recyclingmaterial |
Es sind Stahlprodukte mit möglichst hohem Rezyklatanteil zu wählen. |
Stahlteile mit hohem Rezyklatanteil weisen ein deutlich geringere Umweltbelastung als solche aus Primärmaterial auf. Der RC-Anteil kann z.B. der Umwelt-Produktedeklaration (EPD) entnommen werden. |
Austausch- und Rückbaubarkeit (Design for Disassembly) |
Es sind folgende Aspekte zu berücksichtigen:
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Die Norm ISO 20887 enthält die zu berücksichtigenden Grundsätze, Anforderungen und Leitlinien für die Demontage und die Anpassungsfähigkeit von Hoch- und Tiefbauten. |
Stahlkonstruktionen | ||
Träger |
Wenn immer möglich sind Träger aus Holz oder Holzwerkstoffen zu verwenden. Träger aus Stahl weisen gegenüber solchen aus Holz oder Holzwerkstoffen eine deutlich höhere Graue Energie und höhere Treibhausgasemissionen auf. Träger aus Stahl sollten insbesondere bei hohen statischen Anforderungen eingesetzt werden. |
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Stützen |
Wenn immer möglich sind Stützen aus Holz oder Holzwerkstoffen zu verwenden. Stützen aus Stahl weisen gegenüber solchen aus Holz oder Holzwerkstoffen eine deutlich höhere Graue Energie und höhere Treibhausgasemissionen auf. Stützen aus Stahl sollten insbesondere bei hohen statischen Anforderungen eingesetzt werden. |
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Profilbleche für Stahl-Beton-Verbunddecken |
Es ist das Profil mit der jeweils dünnsten Blechdicke zu wählen. |
Dünne Bleche verursachen einen deutlich geringeren Ressourcenaufwand, können aber zu einem höheren Montageaufwand (z.B. Unterstützen während Aushärtung des Betons) führen. |
Profilbleche für Fassadenbekleidungen |
Profilbleche aus Aluminium. |
Alu-Profilbleche beinhalten gegenüber Stahlblechen rund 40% weniger Graue Energie. |
Sandwichpaneele für Fassaden |
Sandwichpaneele mit Alublech-Schale. |
Ein Wandaufbau mit Sandwich-Paneelen besitzt gegenüber einem Aufbau mit Stahlblechkassetten und Stahlblechbekleidung rund 40% weniger Graue Energie. |
Korrosionsschutz |
Tragende Stahlteile sind möglichst als voll- oder allseitig zugängliche Profile auszubilden und primär durch konstruktive Massnahmen vor Korrosion zu schützen (hierdurch sinken die Anforderungen an die Oberflächenbehandlung). |
Hochlegierte Stähle (Legierungselemente >5%, z.B. X12CrNi18-8) können ein Vielfaches der Grauen Energie von unlegierten oder mikrolegierten Stählen (Legierungselemente <0.1%, z.B. S355N) enthalten. |
Vorbehandlung | ||
Sandstrahlen im Freien |
Staubschutzvorrichtungen anbringen, Staubabscheidegeräte nach dem Stand der besten verfügbaren Technik einsetzen, entstehende Abfälle vollständig auffangen. |
Entsorgung der verbrauchten Strahlmittel als Sonderabfall nach G_VeVA. |
Korrosionsschutz-behandlung |
Beschichtungssysteme ohne Lösemittel (max. 1%) oder wasserverdünnbare Systeme.
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Wenn möglich sollten Stahlteile werkseitig behandelt werden.
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Verzinkung von Stahlbauteilen |
Verzinkungen nur beim Einsatz in korrosiver Umgebung ausführen. Bewitterte, verzinkte Stahlteile sind zusätzlich mit dauerhaften Deckbeschichtungen (Duplexierung) zu schützen. nicht empfohlen: Grossflächiger Einsatz bewitterter Bleche aus blankem Kupfer, Titanzink oder verzinktem Stahl/Stahlteile ohne Einbau eines geeigneten Metallfilters für das betroffene Dach- bzw. Fassadenwasser. |
Zinkeinträge in die Umwelt sind schädlich und können durch eine dauerhafte Schutzschicht vermieden werden.
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Wiederverwendung / Verwertung | ||
Träger und Stützen |
Stahlbauteile eignen sich aufgrund ihrer Modularität, Verarbeitbarkeit, Festigkeit und Reversibilität gut für eine Wiederverwendung. Ihre Abmessungen sind genormt und ihre jeweiligen Massen und Eigenschaften in der Norm EN 10365 festgelegt. |
Seit 1970 hergestellter Stahl entspricht i. d. R. den aktuellen Produktspezifikationen und Berechnungsmethoden auf der Grundlage von Tragfähigkeits- (ULS - Ultimate Limit State) und Gebrauchstauglichkeits- (SLS - Serviceable Limit State) Prüfungen.
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Profilbleche |
Profilbleche eignen sich aufgrund ihrer Dauerhaftigkeit und Demontierbarkeit gut für eine Wiederverwendung.
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Weitere Vorgaben in anderen ecoBKP | ||
Abbrüche/Rückbau |
Verwertung/Entsorgung von Metallbauteilen. |
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Baustelleneinrichtung |
Installationsplanung (Luftreinhaltung, Baulärm). |
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Montagebau als Leichtkonstruktionen |
Fassadenbekleidungen und Fassadenmaterialien. |
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Fenster, Aussentüren |
Montage. |
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Spenglerarbeiten |
Bedachungen und Abschlüsse aus Blech. |
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Spez. Dichtungen und Dämmungen |
Fugendichtungsmassen, Vergussmassen, Vorbehandlungen. |
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Äussere Oberflächenbehandlung |
Beschichtungen auf Metall. |
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Innere Oberflächenbehandlung |
Beschichtungen auf Metall. |
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ecoBKP 214: Montagebau in Holz (Zimmerarbeiten) | ||
Allgemeines | ||
Voraussetzungen für nachfolgende Kapitel |
Für die in den nachfolgenden Kapiteln aufgeführten Vorgaben wird vorausgesetzt, dass die Anforderungen im Kapitel «Allgemeines» in diesem ecoBKP berücksichtigt werden. |
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Holzauswahl |
1. Priorität: Hölzer und Holzwerkstoffe aus nachhaltiger Produktion mit Nachweis Label Schweizer Holz, FSC- bzw. PEFC-Label oder gleichwertigem Label. 2. Priorität: Hölzer und Holzwerkstoffe europäischer Herkunft ohne Nachweis einer nachhaltigen Produktion. nicht empfohlen: Hölzer und Holzwerkstoffe aussereuropäischer Herkunft ohne Nachweis einer nachhaltigen Produktion. |
Als europäische Länder gelten die EU- und EFTA-Mitgliedsstaaten.
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Formaldehyd-Emissionen |
Einsatz von Holzwerkstoffen mit formaldehydfreier Verleimung, mit formaldehydhaltiger Verleimung und einer Formaldehyd-Ausgleichskonzentration ≤ 0,02 ppm oder mit allseitig aufgebrachter diffusionsdichter Beschichtung.
nicht empfohlen: Holzwerkstoffe mit einer Formaldehyd-Ausgleichskonzentration >0,03 ppm, Akustikplatten mit formaldehydhaltiger Verleimung. |
Detaillierte Anwendungsempfehlungen und geeignete Produkte sind in der Lignum-Liste aufgeführt. Produkte mit Anwendungsempfehlung 1 entsprechen der Vorgabe.
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Vorbeugender chemischer Holzschutz |
Nur erforderlich, wenn der bauliche Witterungs- und Feuchteschutz ungenügend ist, keine witterungsbeständigen Holzarten eingesetzt werden können, das Holz (besonders tragende bzw. statisch hoch beanspruchte Teile) nicht regelmässig kontrolliert werden kann und wasserabstossende Oberflächenbehandlungen nicht genügen. |
Chemischer Holzschutz ist gesundheits- sowie umweltbelastend und bei korrekter Konstruktionsweise unnötig. |
Austausch- und Rückbaubarkeit (Design for Disassembly) |
Es sind folgende Aspekte zu berücksichtigen:
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Tragkonstruktionen | ||
Tragwerke (Stützen) |
1. Priorität: Balkenschichtholz, Brettschichtholz, Vollholz, zusammengesetzte Querschnitte aus Massivholz, 3- und 5-Schichtplatten. |
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Tragwerke (Träger) |
1. Priorität: Balkenschichtholz, Brettschichtholz, Vollholz, zusammengesetzte Querschnitte aus Massivholz, 3- und 5-Schichtplatten. |
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Bekleidungen zu Tragwerken |
1. Priorität: Massivholz F/T, 3-Schichtplatten F/T, Gipsplatten. |
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Dächer und Fassaden | ||
Unterdächer |
1. Priorität: Weichfaserplatten bis 35 mm, Polyolefinbahnen, Kunstfaservliese, Holzschindeln. 2. Priorität: Hartfaserplatte bis 4.5 mm, Weichfaserplatte ab 35 mm, Hart-/Weichfaserplatte, Kraftpapier. |
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Beplankungen |
1. Priorität: 3-Schicht-Platten, OSB-Platten, Holzfaser-Dämmplatten, Gipsplatten. 2. Priorität: Gipsfaserplatten bis 12.5 mm, MDF-Platten. |
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Verlegeunterlagen |
1. Priorität: Brettschalung Massivholz, 3-Schichtplatten, Hartfaserplatten, Weichfaserplatten, OSB-Platten. 2. Priorität: Profilblech Chromstahl, Sperrholzplatten. |
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Fassadenbekleidungen |
1. Priorität: Bretter Fichte/Tanne, 3-Schichtplatten, Brettsperrholz, Putzträgerplatten, Holzfaserplatten. |
Für weitere Fassadenbekleidungen s. ecoBKP 215. |
Fensterbänke und Schwellen |
1. Priorität: Massivholz, 3-Schichtplatten, Glasfaserbeton 12 mm. 2. Priorität: Glasfaserbeton 15 mm. |
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Brandschutzschicht Fassade |
1. Priorität: Holzfaserplatten, Massivholzplatten. 2. Priorität: Gipsplatten, OSB-Platten, 3-Schichtplatten. |
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Dämmungen, Winddichtungen, Dampfbremsen | ||
Formaldehyd-Emissionen |
In beheizten Innenräumen verwendete Dämmstoffe: Produkte ohne Formaldehyd im Bindemittel oder mit nachweislich niedrigen Formaldehydemissionen. |
Dämmstoffe mit formaldehydhaltigem Bindemittel können zu einer Belastung der Innenraumluft mit Formaldehyd führen.
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Lungengängige Fasern |
Mineralfaserdämmstoffe dürfen mit der Raumluft nicht direkt in Verbindung stehen. |
Bei gelochten oder geschlitzten Platten ist ein Rieselschutz (z.B. Kraftpapier) vorzusehen. |
Rieselschutz |
Kraftpapier, Kunststofffolie aus Rezyklat |
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Wärmedämmungen |
1. Priorität: Glaswollplatten, Steinwollplatten, Holzfaserplatten und Zellulosefaserplatten boratfrei. |
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Trittschalldämmungen |
1. Priorität: Glaswollplatten. 2. Priorität: Steinwollplatten. |
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Montage | ||
Verbindungen, Befestigungen |
Lösbare, rein mechanische Verbindungen und Befestigungen.
nicht empfohlen: Montage- oder Füllschäume. |
Lösbare Verbindungen/Befestigungen erlauben die Systemtrennung und die spätere Erweiterung, Verstärkung oder Wiederverwendung des Bauteils.
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Wiederverwendung / Verwertung | ||
Wiederverwendung von Bauteilen aus Holz |
Bauteile aus Holz (z. B. Balken, Pfosten, Schalungen) sind bei gutem Zustand, sorgfältigem Rückbau und fachgerechter Aufbereitung erneut zu verwenden. Vor dem Einbau sind sie auf Tragfähigkeit, Masshaltigkeit, eventuelle Schäden (Pilze, Insekten etc.) sowie Schadstofffreiheit zu prüfen. |
Die Wiederverwendung reduziert Materialverbrauch und Abfall und trägt so zu einer ressourcenschonenden Bauweise bei.
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Weitere Vorgaben in anderen ecoBKP | ||
Abbrüche/Rückbau |
Verwertung/Entsorgung von Holz und Holzwerkstoffen. |
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Baustelleneinrichtung |
Installationsplanung (Luftreinhaltung, Baulärm). |
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Spez. Dichtungen und Dämmungen |
Abdichtungen (Fugendichtungsmassen, Vergussmassen, Vorbehandlungen). |
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Äussere Oberflächenbehandlung |
Anstriche auf Holz. |
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Schreinerarbeiten |
Holz und Holzwerkstoffe (Formaldehyd-Emissionen). |
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Innere Oberflächenbehandlung |
Anstriche auf Holz. |
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ecoBKP 215: Montagebau als Leichtkonstruktion | ||
Allgemeines | ||
Voraussetzungen für nachfolgende Kapitel |
Für die in den nachfolgenden Kapiteln aufgeführten Vorgaben wird vorausgesetzt, dass die Anforderungen im Kapitel «Allgemeines» in diesem ecoBKP berücksichtigt werden. |
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Systemwahl |
Es ist das Fassadensystem (Unterkonstruktion und Bekleidung) mit der gesamtheitlich besten Ökobilanz über den ganzen Lebenszyklus zu wählen. |
Je nach Bekleidung sind unterschiedliche Unterkonstruktionen notwendig. Die nachfolgenden Empfehlungen bilden diese Abhängigkeiten nicht ab. Generell sind Konstruktionen mit leichten Bekleidungen und aus nachwachsenden oder rezyklierten Rohstoffen zu bevorzugen. |
Vorbeugender chemischer Holzschutz |
Nur erforderlich, wenn der bauliche Witterungs- und Feuchteschutz ungenügend ist, keine witterungsbeständigen Holzarten eingesetzt werden können, das Holz nicht regelmässig kontrolliert werden kann und wasserabstossende Oberflächenbehandlungen nicht genügen. |
Chemischer Holzschutz ist gesundheits- sowie umweltbelastend und bei korrekter Konstruktionsweise unnötig. |
Holzauswahl |
1. Priorität: Hölzer und Holzwerkstoffe aus nachhaltiger Produktion mit Nachweis Label Schweizer Holz, FSC- bzw. PEFC-Label oder gleichwertigem Label. 2. Priorität: Hölzer und Holzwerkstoffe europäischer Herkunft ohne Nachweis einer nachhaltigen Produktion. nicht empfohlen: Hölzer und Holzwerkstoffe aussereuropäischer Herkunft ohne Nachweis einer nachhaltigen Produktion. |
Als europäische Länder gelten die EU- und EFTA-Mitgliedsstaaten.
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Einsatz von Recyclingmaterial |
Bei Metallunterkonstruktionen und -bekleidungen ist auf einen möglichst hohen Anteil an Recyclingmaterial zu achten. |
Metallprodukte mit hohem Recyclinganteil weisen eine deutlich tiefere Umweltbelastung als solche aus Primärmaterial auf. Der RC-Anteil kann z.B. der Umwelt-Produktedeklaration (EPD) entnommen werden. Einige Hersteller bieten sogar Produkte mit 100% RC-Anteil an. |
Betonwahl (nicht klassifizierter Beton) |
Sofern technisch machbar sind Füll-, Hüll- und Unterlagsbeton, Betonfertigteile, Glas-, Stahl- und Kunststofffaserbeton mit folgenden RC-Anteilen herzustellen: 1. Priorität: Mind. 80% Betongranulat C oder Mischgranulat M. 2. Priorität: Mind. 40% Betongranulat C oder Mischgranulat M. |
Der Einfluss des RC-Anteils auf die Betonökobilanz kann mit dem Betonsortenrechner berechnet werden. |
Austausch- und Rückbaubarkeit (Design for Disassembly) |
Es sind folgende Aspekte zu berücksichtigen:
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Fassadenbekleidungen und Fassadenmaterialien | ||
Fassadenbekleidungen |
1. Priorität: Faserzementschiefer, Faserzementplatten bis 10 mm, Faserzement-Wellplatten, Holzschindeln, Brettschalungen, Massivholzplatten, 3-Schichtplatten, Sperrholzplatten, Naturschiefer, Kalksteinplatten, Glasfaserbetonplatten, mineralisch gebundene Putzträgerplatten, Alublech blank 0.7-1.0 mm, Alublech pulverbeschichtet 0.7-0.8 mm, Alu-Profilblech blank 0.7-0.8 mm, Chromstahlblech blank oder verzinnt 0.5 mm, Chromnickelstahlblech blank 0.5 mm. 2. Priorität: Faserzementplatten 12 mm, Spanplatten zementgebunden, Kunststeinplatten, Keramikplatten, Tonziegel, Blähglasgranulatplatten, Alublech blank 1.2-2.0 mm, Alublech pulverbeschichtet 1.0-1.2 mm, Alu-Profilblech blank 1.0 mm, Alu-Profilblech pulverbeschichtet 0.7-1.0 mm, Chromnickelstahlblech blank 0.6-1.0 mm, Chromnickelstahlblech verzinnt 0.5 mm, Kupferblech verzinnt 0.6 mm. nicht empfohlen: Unbeschichtete Bleifolien; grossflächige Anwendung bewitterter Bleche aus blankem Kupfer, Titanzink oder verzinktem Stahl/Stahlteile ohne Einbau eines geeigneten Metallfilters für das betroffene Fassadenwasser. |
Herkunft Natursteine: Vorzugsweise Schweiz oder Europa, sofern die maximale Transportdistanz weniger als ca. 500 km (Wegstrecke) ab der Schweizer Grenze beträgt.
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Unterkonstruktionen |
1. Priorität: Holzlattung mit Traglatten aus Holz, Traglatten aus Holz mit Distanzschraube. 2. Priorität: Alu Konsolen mit horizontalen Stützprofilen aus Alu und Traglatten aus Holz. |
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Wärmedämmungen |
1. Priorität: Steinwolle, Glaswolle. 2. Priorität: EPS grau bis 15 kg/m3, Schaumglasplatten.
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Fassadenbahnen |
1. Priorität: Kraftpapier, Dichtungsbahnen/Vliese aus PP und PE. 2. Priorität: Polyestervlies beschichtet (erhöhte UV-Beständigkeit). |
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Fensterbänke |
1. Priorität: Massivholz, 3-Schichtplatten, Glasfaserbeton 12 mm. 2. Priorität: Glasfaserbeton 15 mm. |
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Wärmedämmungen Sockel-/Erdbereich |
2. Priorität: EPS-Platten, Schaumglasplatten. |
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Fassadenbegrünungen |
Geeignete Fassaden werden begrünt und Kleinstrukturen für Tiere geschaffen. |
Es gibt verschiedene Typen der Fassadenbegrünung; bezüglich Umweltbelastung in der Erstellung und Unterhalt sind bodengebundene Begrünungen (z.B. mit Rankgerüsten oder Seilsystemen) vorteilhaft. |
Bodengebundene Fassadenbegrünungssysteme |
1. Priorität: Holzroste, rahmenlose Systeme aus CNS-Netzen. 2. Priorität: Rahmenlose Systeme mit CNS-Seilen und CNS-Konsolen, Roste aus glasfaserverstärktem Kunststoff. |
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Fassadengebundene Begrünungssysteme |
1. Priorität: Substratlose Systeme aus Kunstfasergewebe auf Chromstahl-Blechprofilen. 2. Priorität: Systeme mit substratgefüllten Kunststoffbehältern auf Chromstahl-Blechprofilen. |
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Wiederverwendung / Verwertung | ||
Wiederverwendung von Bauteilen |
Bauteile aus Leichtkonstruktionen (z. B. Fassadenbekleidungen, Unterkonstruktionen, Wärmedämmplatten) sind bei gutem Zustand, sorgfältigem Rückbau und fachgerechter Aufbereitung erneut zu verwenden. Vor dem Einbau sind sie auf Tragfähigkeit, Masshaltigkeit, Abnutzung und Schadstofffreiheit zu prüfen. |
Die Wiederverwendung reduziert Materialverbrauch und Abfall und trägt so zu einer ressourcenschonenden Bauweise bei.
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Weitere Vorgaben in anderen ecoBKP | ||
Abbrüche/Rückbau |
Wiederverwendung, Verwertung, Entsorgung von Bauteilen. |
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Baumeisterarbeiten |
Wärmedämmungen. |
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Montagebau in Stahl |
Vorbehandlungen (Sandstrahlarbeiten, Korrosionsschutz). |
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Fenster, Aussentüren |
Montage, Entsorgung von Fenstern und Türen. |
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Spez. Dichtungen und Dämmungen |
Abdichtungen (Fugendichtungsmassen, Vergussmassen, Vorbehandlungen). |
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Äussere Oberflächenbehandlung |
Anstriche auf mineralische Untergründe, Holz und Metall. |
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ecoBKP 221: Fenster, Aussentüren und Tore | ||
Allgemeines | ||
Voraussetzungen für nachfolgende Kapitel |
Für die in den nachfolgenden Kapiteln aufgeführten Vorgaben wird vorausgesetzt, dass die Anforderungen im Kapitel «Allgemeines» in diesem ecoBKP berücksichtigt werden. |
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Lüftungskonzept |
Gemäss SIA-Norm 180 (Kap. 3.2) ist für alle Gebäude ein Lüftungskonzept zu erstellen, welches Aussagen zu den Massnahmen für einen ausreichenden Luftwechsel, zur Anordnung der Luftdurchlässe und zur Betriebsart macht. |
Eine (auch nur teilweise) permanente Öffnung der Fenster ist nicht zulässig. |
Holzauswahl |
1. Priorität: Hölzer und Holzwerkstoffe aus nachhaltiger Produktion mit Nachweis Label Schweizer Holz, FSC- bzw. PEFC-Label oder gleichwertigem Label. 2. Priorität: Hölzer und Holzwerkstoffe europäischer Herkunft ohne Nachweis einer nachhaltigen Produktion. nicht empfohlen: Hölzer und Holzwerkstoffe aussereuropäischer Herkunft ohne Nachweis einer nachhaltigen Produktion. |
Als europäische Länder gelten die EU- und EFTA-Mitgliedsstaaten.
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Oberflächenbehandlung |
Werkseitig aufgebrachte Beschichtungen sind gegenüber bauseitig aufgebrachten Beschichtungen zu bevorzugen. |
Bei werkseitigen Beschichtungen werden in der Regel eine höhere Qualität und eine geringere Umweltbelastung erzielt. |
Einsatz von Recyclingmaterial |
Bei Metall- und Kunststoffprodukten ist auf einen möglichst hohen Anteil an Recyclingmaterial zu achten. |
Metall- und Kunststoffprodukte mit hohem Recyclinganteil weisen eine deutlich tiefere Umweltbelastung als solche aus Primärmaterial auf. Der RC-Anteil kann z.B. der Umwelt-Produktedeklaration (EPD) entnommen werden. Einige Hersteller bieten sogar Produkte mit 100% RC-Anteil an. |
Austausch- und Rückbaubarkeit (Design for Disassembly) |
Es sind folgende Aspekte zu berücksichtigen:
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Die Norm ISO 20887 enthält die zu berücksichtigenden Grundsätze, Anforderungen und Leitlinien für die Demontage und die Anpassungsfähigkeit von Hoch- und Tiefbauten. |
Fensterrahmen und Verglasungen | ||
Fenster |
1. Priorität: Holzfenster. 2. Priorität: Holz-Metall-Fenster. |
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Glasrandverbund |
1. Priorität: Randverbund aus Kunststoff/Butyl („warme Kante“). 2. Priorität: Randverbund aus Edelstahl. |
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Vogelschutz |
Gefährdung abklären und allenfalls Massnahmen gemäss Merkblatt „Vogelfreundliches Bauen mit Glas und Licht.“ treffen.
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Probleme stellen Eckverglasungen, spiegelnde bzw. frei stehende Glasflächen oder mehrheitlich verglaste Volumen (z.B. Wintergarten) dar. Bäume oder Büsche in der Nähe von Glasflächen erhöhen das Kollisionsrisiko.
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Aussentüren | ||
Aussentüren |
1. Priorität: Rahmen und Türblatt Massivholz mit Steinwolle-Dämmung, Rahmen und Türblatt Massivholz mit Steinwolle-Dämmung und Teilverglasung. 2. Priorität: Rahmen und Türblatt Massivholz mit PUR-Dämmung, Rahmen und Türblatt Massivholz mit PUR-Dämmung und Teilverglasung, Rahmen/Flügelprofil Kunststoff mit Türblatt aus Kunststoff mit PUR-Dämmung, Rahmen/Flügelprofil Kunststoff mit Türblatt aus Kunststoff mit PUR-Dämmung und Teilverglasung, Rahmen/Flügelprofil Stahl mit Türblatt aus Stahlblech mit Steinwolle-Dämmung, Rahmen/Flügelprofil Stahl mit Türblatt aus Isolierglas. |
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Tore | ||
Schiebetore |
Unbeheizte Räume: Laufschiene aus Stahl, Rahmen und Bekleidung aus Massivholz mit/ohne Teilverglasung. |
Schiebetore sind in der Regel für beheizte Räume weniger geeignet. |
Falttore |
Beheizte Räume: Laufschiene aus Stahl, thermisch getrennte Zarge, Rahmen/Sprossen aus thermisch getrennten Aluminiumprofilen, Füllungen aus Aluminium-PU-Paneelen und mit/ohne Isolierverglasung. UD-Wert ≤ 1.7 W/m2K.
|
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Sektionaltore |
Beheizte Räume: Laufschiene aus Stahl, thermisch getrennte Zarge, Stahl-Lamellen mit PU-Ausschäumung, Rahmen/Sprossen aus thermisch getrennten Aluminiumprofilen bei verglasten Sektionen (Isolierglas). UD-Wert ≤ 1.5 W/m2K.
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Oberflächenbehandlung | ||
Holzfenster und -Türen, Holzteile von Holz-Metall-Fenstern |
Produkte ohne Lösemittel (max. 1%) oder wasserverdünnbare Produkte. nicht empfohlen: Verarbeitung lösemittelverdünnbarer Produkte auf der Baustelle. |
Imprägnierung ist nur für Nadelholz erforderlich und sollte lediglich pilz- und bläuewidrig eingestellt sein.
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Aluminiumfenster und türen, Aluteile von Holz-Metallfenstern, Rahmenwetterschenkel |
Aluminium pressblank oder farblos anodisiert. |
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Kunststofffenster |
1. Priorität: Standardfarbton (unlackiert). 2. Priorität: PVC-Beschichtungssystem ohne Lösemittel (max. 1%) oder wasserverdünnbar. nicht empfohlen: Verarbeitung lösemittelverdünnbarer Produkte auf der Baustelle. |
Ausschlussvorgabe Minergie-ECO 120.04 |
Stahlfenster und -Türen |
Grundierung ohne Lösemittel (max. 1%) oder wasserverdünnbar mit anschliessender Pulver-Schlussbeschichtung. nicht empfohlen: Verarbeitung lösemittelverdünnbarer Produkte auf der Baustelle. |
Bei Innenanwendung auf Feuer- oder Spritzverzinkung verzichten.
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Montage | ||
Montage- und Abdichtungsarbeiten Fenster |
Montage: mechanisch befestigen.
nicht empfohlen: Montage/Abdichtung mittels Montage- oder Füllschäumen. |
Die Verwendung von Montage- und Füllschäumen erschwert den späteren Ausbau des Bauteils und kann die langfristige Luftdichtheit nicht gewährleisten.
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Renovation | ||
Rahmen und Beschläge |
Örtlich verfaulte Stellen von Holz- und Holzmetallrahmen: ausbessern; Oberflächen von Holz-, Metall- und Kunststoffrahmen: Reinigen, anschleifen und streichen; Beschläge: neu einstellen oder ersetzen. |
Die Vorgabe gilt auch für die Aufbereitung von wiederverwendeten Fenstern. |
Verglasungen |
Einfachverglasungen: Glasersatz 2-fach IV (mit Aufdopplung Fensterflügel, falls Flügelrahmendicke ungenügend); 2-fach IV-Verglasungen: Aufdopplung Verglasung zu 3-fach-IV oder Glasersatz mit 3-fach-IV-Verglasung; 3-fach-IV-Verglasungen: in der Regel keine Massnahmen notwendig; alle IV-Verglasungen mit Gasfüllgrad <70%: Glasersatz. |
Der Gasfüllgrad ist für den Wärmedurchgangswiderstand entscheidend und kann bei alten Verglasungen aufgrund eines undichten Randverbunds abnehmen. Er lässt sich mit speziellen Messgeräten zerstörungsfrei bestimmen. |
Wiederverwendung / Verwertung | ||
Ganze Fenster und Türen |
Fenster und Türen sind bei gutem Zustand, sorgfältigem
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Fenster mit Uw-Wert > 1.4 W/m2K: Verwendung in unbeheizten Räumen, Wintergärten etc. oder als Innenfenster.
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Holz, Holzwerkstoffe |
Thermische Nutzung in Zementwerken, Altholz- oder Kehrichtverbrennungsanlagen. |
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PVC-Kunststoffprofile |
Rücknahme durch Hersteller. |
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Verglasungen |
Verglasungen mit Ug-Wert ≤ 1.0 W/m2K und mit intaktem Randverbund: Wiederverwendung in neuen Fenstern.
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Fenster mit Uw-Werten von <1.4 W/m2K sollten aus energetischer Sicht nicht ersetzt werden, wenn die Wärmebereitstellung mehrheitlich mit erneuerbarer Energie erfolgt.
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Weitere Vorgaben in anderen ecoBKP | ||
Montagebau in Holz |
Formaldehydemissionen |
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Montagebau als Leichtkonstruktionen |
Fassadenbekleidungen und Fassadenmaterialien (Fensterbänke). |
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Spez. Dichtungen und Dämmungen |
Abdichtungen (Fugendichtungsmassen, Vergussmassen, Vorbehandlung). |
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ecoBKP 222: Spenglerarbeiten | ||
Allgemeines | ||
Voraussetzungen für nachfolgende Kapitel |
Für die in den nachfolgenden Kapiteln aufgeführten Vorgaben wird vorausgesetzt, dass die Anforderungen im Kapitel «Allgemeines» in diesem ecoBKP berücksichtigt werden. |
|
Einsatz von Recyclingmaterial |
Bei Metall- und Kunststoffprodukten ist auf einen möglichst hohen Anteil an Recyclingmaterial zu achten. |
Metall- und Kunststoffprodukte mit hohem Recyclinganteil weisen eine deutlich tiefere Umweltbelastung als solche aus Primärmaterial auf. Der RC-Anteil kann z.B. der Umwelt-Produktedeklaration (EPD) entnommen werden. |
Abdeckungswerkstoffe, Bekleidungen und Deckungen | ||
Dachrinnen, An- und Abschlussbleche |
1. Priorität: Alublech blank 0.7-1.0 mm, Alublech pulverbeschichtet 0.7-0.8 mm, Chromstahlblech blank oder verzinnt 0.5 mm, Chromnickelstahlblech blank 0.5 mm. 2. Priorität: Alublech blank 1.2-2.0 mm, Alublech pulverbeschichtet 1.0-1.2 mm, Chromnickelstahlblech blank 0.6-1.0 mm, Chromnickelstahlblech verzinnt 0.5 mm, Kupferblech verzinnt 0.6 mm. nicht empfohlen: Unbeschichtete Bleifolien; grossflächiger Einsatz bewitterter Bleche aus blankem Kupfer, Titanzink oder verzinktem Stahl/Stahlteile ohne Einbau eines geeigneten Metallfilters für das betroffene Dach- bzw. Fassadenwasser. |
Vorbewitterte/werkpatinierte Bleche werden den blanken Blechen gleichgestellt.
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Dachdeckungen und Fassadenbekleidungen |
1. Priorität: Alublech blank 0.7-1.0 mm, Alublech pulverbeschichtet 0.7-0.8 mm, Chromstahlblech blank oder verzinnt 0.5 mm, Chromnickelstahlblech blank 0.5 mm. 2. Priorität: Alublech blank 1.2-2.0 mm, Alublech pulverbeschichtet 1.0-1.2 mm, Chromnickelstahlblech blank 0.6-1.0 mm, Chromnickelstahlblech verzinnt 0.5 mm, Kupferblech verzinnt 0.6 mm. nicht empfohlen: Unbeschichtete Bleifolien; grossflächiger Einsatz bewitterter Bleche aus blankem Kupfer, Titanzink oder verzinktem Stahl/Stahlteile ohne Einbau eines geeigneten Metallfilters für das betroffene Dach- bzw. Fassadenwasser. |
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Profilbleche für Dach und Fassade |
1. Priorität: Alu-Profilblech blank 0.7-0.8 mm. 2. Priorität: Alu-Profilblech blank 1.0 mm, Alu-Profilblech pulverbeschichtet 0.7-1.0 mm. nicht empfohlen: Unbeschichtete Bleifolien; grossflächiger Einsatz bewitterter Bleche aus blankem Kupfer, Titanzink oder verzinktem Stahl/Stahlteile ohne Einbau eines geeigneten Metallfilters für das betroffene Dach- bzw. Fassadenwasser. |
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Winddichtung Fassade |
1. Priorität: Kraftpapier, Dichtungsbahnen/Vliese aus PP und PE. 2. Priorität: Polyestervlies beschichtet (erhöhte UV-Beständigkeit). |
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Dampfbremsen/-sperren, 50 m =< sd < 1500 m |
1. Priorität: Kunststoffbahnen/-vliese. |
|
Dampfbremsen/-sperren, sd ≥ 1500 m |
1. Priorität: Kunststoffbahnen/-vliese. 2. Priorität: Polymerbitumenbahnen. |
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Oberflächenbehandlung | ||
Beschichtung von Klebeflächen für bituminöse Dichtungsbahnen |
Bitumenprimer (Bitumenemulsion auf Wasserbasis). |
Bitumenemulsion kann nur auf mineralischen Oberflächen sowie Holz/Holzwerkstoffen bei trockener Witterung und auf trockenen Oberflächen verarbeitet werden. |
Wiederverwendung / Verwertung | ||
Wiederverwendung von Bauteilen |
Bauteile aus Metall wie Dachrinnen, Ablaufrohre, Abdeckungen oder Anschlussbleche sind bei gutem Zustand, sorgfältigem Rückbau und fachgerechter Aufbereitung erneut zu verwenden. Vor dem Einbau sind sie auf Verformungen, Korrosion sowie Dichtheit und Passgenauigkeit zu prüfen. |
Die Wiederverwendung spart Energie bei Materialherstellung und Recycling und unterstützt eine ressourcenschonende Bauweise. |
Weitere Vorgaben in anderen ecoBKP | ||
Abbrüche/Rückbau |
Wiederverwendung, Verwertung und Entsorgung. |
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Montagebau als Leichtkonstruktionen |
Fassadenbekleidungen und Fassadenmaterialien, Unterkonstruktionen. |
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Bedachungsarbeiten |
Deckungen, Abdichtungen, Gründächer, Vogelschutz, Entsorgung. |
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Spez. Dichtungen und Dämmungen |
Abdichtungen (Fugendichtungsmassen, Vergussmassen, Vorbehandlungen). |
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Äussere Oberflächenbehandlung |
Neubeschichtung: Metalluntergrund. |
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ecoBKP 224: Bedachungsarbeiten | ||
Allgemeines | ||
Voraussetzungen für nachfolgende Kapitel |
Für die in den nachfolgenden Kapiteln aufgeführten Vorgaben wird vorausgesetzt, dass die Anforderungen im Kapitel «Allgemeines» in diesem ecoBKP berücksichtigt werden. |
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Holzauswahl |
1. Priorität: Hölzer und Holzwerkstoffe aus nachhaltiger Produktion mit Nachweis Label Schweizer Holz, FSC- bzw. PEFC-Label oder gleichwertigem Label. 2. Priorität: Hölzer und Holzwerkstoffe europäischer Herkunft ohne Nachweis einer nachhaltigen Produktion. nicht empfohlen: Hölzer und Holzwerkstoffe aussereuropäischer Herkunft ohne Nachweis einer nachhaltigen Produktion. |
Als europäische Länder gelten die EU- und EFTA-Mitgliedsstaaten.
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Vorbeugender chemischer Holzschutz |
Sämtliche Bauteile aus Holz und Holzwerkstoffen für Dach-Unterkonstruktionen bedürfen keiner Behandlung mit Holzschutzmitteln. |
Chemischer Holzschutz ist umweltbelastend und bei korrekter Konstruktionsweise unnötig. |
Rieselschutz |
Kraftpapier, Kunststofffolie aus Rezyklat |
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Vorbeschichtungen auf Beton |
Bitumenemulsion |
Auf die Verwendung von lösemittelhaltigen Produkten (z.B. Bitumenlack) ist zu verzichten. |
Betonwahl (nicht klassifizierter Beton) |
Sofern technisch machbar sind Füll-, Hüll- und Unterlagsbeton, Betonfertigteile, Glas-, Stahl- und Kunststofffaserbeton mit folgenden RC-Anteilen herzustellen: 1. Priorität: Mind. 80% Betongranulat C oder Mischgranulat M. 2. Priorität: Mind. 40% Betongranulat C oder Mischgranulat M. |
Der Einfluss des RC-Anteils auf die Betonökobilanz kann mit dem Betonsortenrechner berechnet werden. |
Steildach | ||
Verlegeunterlagen |
1. Priorität: Brettschalung Massivholz, 3-Schichtplatten, Hartfaserplatten, Weichfaserplatten, OSB-Platten. 2. Priorität: Profilblech Chromstahl, Sperrholzplatten. |
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Dampfbremsen/-sperren, sd < 50 m |
1. Priorität: Kunststoffbahnen/-vliese. 2. Priorität: Kraftpapier. |
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Dampfbremsen/-sperren, 50 m =< sd < 1500 m |
1. Priorität: Kunststoffbahnen/-vliese. |
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Dampfbremsen/-sperren, sd ≥ 1500 m |
1. Priorität: Kunststoffbahnen/-vliese. 2. Priorität: Polymerbitumenbahnen. |
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Wärmedämmungen |
1. Priorität: Steinwolle- und Glaswolleplatten (ohne Anforderungen an die Druckfestigkeit), Zellulosedämmstoff boratfrei, Holzwolle-Leichtbauplatten mit Steinwolle, poröse Holzfaserplatten, Naturfaserplatten. 2. Priorität: Steinwolle- und Glaswolleplatten (Druckfestigkeit min. 15 kPa), Holzwolle-Leichtbauplatten mit EPS, Weichfaserplatten. |
Falls Begehbarkeit erforderlich: Produkte mit einer Druckfestigkeit von min. 15 kPa wählen.
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Schallschutz |
Beschwerungsschicht zur Verbesserung des Schallschutzes. 1. Priorität: Gipskartonplatten. |
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Unterdächer |
1. Priorität: Weichfaserplatten bis 35 mm, Polyolefinbahnen, Kunstfaservliese, Holzschindeln. 2. Priorität: Hartfaserplatte bis 4.5 mm, Weichfaserplatte ab 35 mm, Hart-/Weichfaserplatte, Kraftpapier. |
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Deckungen |
1. Priorität: Tonziegel Einfachdeckung Holzschindeln unter Ziegelfuge, Betonziegel, Naturschiefer, Faserzementschiefer, Faserzementplatten, Holzschindeln, Natursteinplatten, Alublech blank 0.7-1.0 mm, Alublech pulverbeschichtet 0.7-0.8 mm, Alu-Profilblech blank 0.7-0.8 mm, Chromstahlblech blank oder verzinnt 0.5 mm, Chromnickelstahlblech blank 0.5 mm. 2. Priorität: Tonziegel Einfachdeckung mit Aluschindeln unter Ziegelfuge, Tonziegel Doppel- und Kronendeckung, Alublech blank 1.2-2.0 mm, Alublech pulverbeschichtet 1.0-1.2 mm, Alu-Profilblech blank 1.0 mm, Alu-Profilblech pulverbeschichtet 0.7-1.0 mm, Chromnickelstahlblech blank 0.6-1.0 mm, Chromnickelstahlblech verzinnt 0.5 mm, Kupferblech verzinnt 0.6 mm. nicht empfohlen: Unbeschichtete Bleifolien; grossflächiger Einsatz bewitterter Bleche aus blankem Kupfer, Titanzink oder verzinktem Stahl/Stahlteile ohne Einbau eines geeigneten Metallfilters für das betroffene Dachwasser. |
Herkunft Natursteine: Vorzugsweise Schweiz oder Europa, sofern die maximale Transportdistanz weniger als ca. 500 km (Wegstrecke) ab der Schweizer Grenze beträgt.
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Unterlags- und Deckbleche |
1. Priorität: Alublech blank 0.7-1.0 mm, Alublech pulverbeschichtet 0.7-0.8 mm, Chromstahlblech blank oder verzinnt 0.5 mm, Chromnickelstahlblech blank 0.5 mm. 2. Priorität: Alublech blank 1.2-2.0 mm, Alublech pulverbeschichtet 1.0-1.2 mm, Chromnickelstahlblech blank 0.6-1.0 mm, Chromnickelstahlblech verzinnt 0.5 mm, Kupferblech verzinnt 0.6 mm. nicht empfohlen: Unbeschichtete Bleifolien. |
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Profilierte, lichtdurchlässige Kunststoffplatten |
2. Priorität: Polycarbonatplatten. |
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Flachdach | ||
Verlegehilfe auf Profilblech |
1. Priorität: Faserzementplatten. |
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Trenn- und Ausgleichslagen |
1. Priorität: Kunststofffolie aus Rezyklat. 2. Priorität: Kunststofffolie, Glasvlies, Oelpapier, Wellkarton/Oelpapier, bitumenumhülltes Glasvlies. |
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Wärmedämmungen für Flachdach ohne Nutzschicht |
1. Priorität: EPS bis ca. 23 kg/m3, EPS grau bis ca. 23 kg/m3, Steinwollplatten, Glaswollplatten bis 100 kg/m3, Mineralschaumplatten. 2. Priorität: EPS über ca. 23 kg/m3, EPS grau über ca. 23 kg/m3, Glaswollplaten über 100 kg/m3, PUR/PIR mit Alufolie belegt bis 30 kg/m3. |
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Wärmedämmungen für Flachdach mit Nutzschicht |
1. Priorität: EPS bis ca. 23 kg/m3, EPS grau bis ca. 23 kg/m3, Mineralschaumplatten. 2. Priorität: EPS über ca. 23 kg/m3, EPS grau über ca. 23 kg/m3, Steinwollplatten, PUR/PIR mit Alufolie belegt bis 30 kg/m3, Schaumglasplatten. |
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Trittschalldämmungen |
1. Priorität: Glaswollplatten. 2. Priorität: Steinwollplatten, EPS-Platten, Schafwolle. |
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Abdichtungen Flachdach |
1. Priorität: Polyolefin-Bahnen (TPO), Gussasphalt bis 25 mm. 2. Priorität: Gussasphalt über 25 mm, EPDM-Bahnen, PVC-Bahnen, Polymerbitumenbahnen. |
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Abdichtung Flachdach, einlagige Bitumenbahn |
2. Priorität: EP5 einlagig. |
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Schutzschichten |
1. Priorität: Polyester/PP-Recyclat, PP-/PE-Vlies. 2. Priorität: PE-Drainschutzbahn mit PP-Vlies. |
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Gehbeläge |
1. Priorität: Holzrost. 2. Priorität: Betonplatten, Betonsteine. |
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Dampfbremsen/-sperren, 50 m =< sd < 1500 m |
1. Priorität: Kunststoffbahnen/-vliese. |
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Dampfbremsen/-sperren, sd ≥ 1500 m |
1. Priorität: Kunststoffbahnen/-vliese. 2. Priorität: Polymerbitumenbahnen. |
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Dachbegrünung | ||
Extensive Dachbegrünung |
1. Priorität: Gegenüber Mindeststandard gemäss SIA-Norm 312 im Durchschnitt um 3 cm grössere Schichtdicke, Verwendung von mehreren unterschiedlichen Substrattypen, Anlegung von Kleinstrukturen (Sandstellen, Hügel, Totholz etc.), Ansaat mit Samenmischung aus einheimischen Pflanzen mit hoher Artenvielfalt. 2. Priorität: Erfüllung Mindeststandard gemäss SIA-Norm 312: Schichtdicke von mindestens 8 bis 11 cm Substrat, minimale relevante Wasserrückhaltekapazität von 40 bis 55 l/m2. |
Die genauen Werte der SIA-Norm 312 für Substratdicke und Wasserrückhaltekapazität sind von der lokalen Jahresniederschlagsmenge abhängig. |
Substratmischung |
Kalkarme Komponenten, bevorzugt mit Recycling-Anteilen, ohne Blähton. Substrate mit 10-15% organischer Substanz (kein Torf). Ungleichmässiges Ausbringen des Materials (Zusammensetzung, Schichtdicke). |
Schichtdicke und Nährstoffgehalt sind mit dem Begrünungsziel bzw. Saatgut/Bepflanzung abzustimmen. Substrathügel bis 20 cm Höhe an statisch geeigneten Stellen auf >10% der Gründachfläche. Blähton enthält im Vergleich mit anderen Substratbestandteilen viel graue Energie. |
Schutz- und Filtermatten |
Schutz- und Filtermatten aus Recycling-Faservlies. |
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Drainage- und Speicherschichten |
Drainage- und Speicherschichten aus Recycling-Kunststoff. |
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PV-Anlagen auf Gründächern |
Substratdicke und Substrattypen sind auf das PV-System abzustimmen. Der organische Anteil des Substrats unter bzw. direkt neben den Panels sollte 5% nicht übersteigen. Ansaat mit niedrig wachsender Pflanzenmischung. |
Die mikroklimatischen Bedingungen auf einem Dach mit PV-Anlage sind sehr unterschiedlich. Deshalb sind unterschiedliche Substratdicken und -typen erforderlich. Eine (auch nur teilweise) Beschattung der Panels ist mittels Aufständerung zu vermeiden. Regelmässige Pflege und Unterhalt sind insbesondere bei kombinierten Grün-PV-Dächern zu gewährleisten. |
Problempflanzenbekämpfung auf Gründächern und Terrassen |
Gehölzsämlinge, krautige Pflanzen mit invasivem Potential (z.B. Sommerflieder, einjähriges Berufskraut etc.) und stark ausläufer- bzw. rhizombildende Pflanzen (z.B. Schilf) im Rahmen des normalen Dachunterhalts 1 bis 2-mal jährlich ausjäten. |
Gemäss ChemRRV ist die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln auf Dächern, Terrassen und Wegen verboten. |
Befahrbare Flächen | ||
Systemaufbauten für befahrbare Flächen aussen |
2. Priorität: Nutzschicht Gussasphalt (MA) mit Abdichtung Gussasphalt (MA), Nutzschicht Walzasphalt (AC) mit Abdichtung Gussasphalt (MA). |
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Systemaufbauten für befahrbare Flächen innen |
2. Priorität: Nutzschicht Gussasphalt (MA) mit Abdichtung Gussasphalt (MA), Flüssigkunststoff-Abdichtung direkt befahrbar (System OS 8). |
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Abdichtungen |
1. Priorität: Gussasphalt 20 mm, Asphaltmastix 10 mm, Polyolefinbahnen einlagig 2 mm. 2. Priorität: Gussasphalt 30 bis 45 mm, Polymerbitumenbahnen einlagig (EP5), Polymerbitumenbahnen zweilagig (EP4), Polyolefinbahnen einlagig 3 mm und zweilagig, PVC-Dichtungsbahn einlagig 2 mm. |
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Bleche für An- und Abschlüsse | ||
Bleche zu Flachdach |
1. Priorität: Chromstahlblech blank 0.5 mm, Alublech blank 0.7-1.0 mm, Alublech pulverbeschichtet 0.7-0.8 mm, Chromnickelstahlblech blank 0.5 mm. 2. Priorität: Chromnickelstahlblech blank 0.6-1.0 mm, Chromnickelstahlblech verzinnt 0.5 mm, Chromstahlblech verzinnt 0.5 mm, Alublech blank 1.2-2.0 mm, Alublech pulverbeschichtet 1.0-1.2 mm, Kupferblech verzinnt 0.6 mm. nicht empfohlen: Unbeschichtete Bleifolien; grossflächiger Einsatz bewitterter Bleche aus blankem Kupfer, Titanzink oder verzinktem Stahl/Stahlteile ohne Einbau eines geeigneten Metallfilters für das betroffene Dach- bzw. Fassadenwasser. |
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Abschlussprofile |
2. Priorität: Aluminium. |
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Vogel- und Fledermausschutz | ||
Vogelschutz |
Von Mauerseglern, Alpenseglern, Schwalben oder Sperlingen benützte Einflugöffnungen und Hohlräume bei Renovationen nicht schliessen; bauliche Massnahmen im Herbst/Winter durchführen. |
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Fledermausschutz |
Bei Bauarbeiten an Objekten, die Fledermäusen als Quartier dienen, sind Schutzmassnahmen in Absprache mit der zuständigen Koordinationationsstelle zum Schutz der Fledermäuse zu treffen. |
Alle in der Schweiz vorkommenden Fledermausarten sind geschützt. |
Wiederverwendung / Verwertung | ||
Wiederverwendung von Bauteilen |
Dacheindeckungen wie Ziegel, Faserzementplatten, Schieferplatten oder Metalldeckungen sind bei gutem Zustand, sorgfältigem Rückbau und fachgerechter Aufbereitung erneut zu verwenden. Vor dem Einbau sind sie auf Bruch, Frostschäden, Korrosion etc. zu prüfen. |
Die Wiederverwendung reduziert Materialverbrauch und Abfall und trägt zu einer ressourcenschonenden Bauweise bei. |
Dichtungsbahnen, Wurzelschutzbahnen, Dampfsperren |
1. Priorität: Dichtungsbahnen aus EPDM, TPO/FPO, PVC: Wiederverwendung, z.B. über Bauteilbörse. 2. Priorität: Dichtungsbahnen und Dampfsperren aus Bitumen und Polymerbitumen: Verbrennung in KVA.
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Bitumen-Gemische (Produktereste) |
Entsorgung als Sonderabfall nach VeVA durch Unternehmung. |
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Gussasphalt, Mastix |
Rückgabe an Herstell- oder Lieferfirma zur Verwertung. |
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Substrat |
1. Priorität: Wiederverwendung, z.B. vor Ort oder über Bauteilbörse. 2. Priorität: Rückgabe an Herstell- oder Lieferfirma zur Verwertung. |
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Weitere Vorgaben in anderen ecoBKP | ||
Abbrüche/Rückbau |
Wiederverwendung, Verwertung und Entsorgung. |
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Montagebau in Holz |
Wärmedämmungen, Winddichtungen, Dampfbremsen. |
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Montagebau als Leichtkonstruktionen |
Fassadenbekleidungen und Fassadenmaterialien, Unterkonstruktionen. |
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Spenglerarbeiten |
Abdeckungswerkstoffe, Bekleidungen und Deckungen. |
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Spez. Dichtungen und Dämmungen |
Abdichtungen (Fugendichtungsmassen, Fugenvergussmassen, Vorbehandlung). |
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Äussere Oberflächenbehandlung |
Beschichtungen auf mineralische Untergründe, Holzwerk und Metall. |
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ecoBKP 225: Spezielle Dichtungen und Dämmungen | ||
Abdichtungen und Montageklebstoffe | ||
Abdichten mit Fugendichtungsmasse, Fugenfüllungen mit Fugenvergussmasse, Klebstoffe |
Im Innenraum: Produkte mit Emicode EC1 bzw. EC1plus Label oder Produkte ohne Lösemittel (max. 1%) oder wasserverdünnbare Produkte.
nicht empfohlen: lösemittelverdünnbare Produkte. |
Neutral vernetzende Silikonharz-Produkte können bei der Aushärtung stark gesundheitsgefährdende Substanzen (Oxime) abspalten.
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Wiederverwendung / Verwertung | ||
Reste von Fugen- und Kittmassen (nicht PCB-haltig) |
Nicht ausgehärtet: Entsorgung als Sonderabfall nach VeVA durch Unternehmung; ausgehärtet: Verbrennung in KVA. |
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Reste von Voranstrichen und Haftreinigern |
Entsorgung als Sonderabfall nach VeVA durch Unternehmung. |
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PCB-haltige Fugendichtungen |
Abklärungen, Massnahmen und Arbeitsschritte (fachgerechter Ausbau und Entsorgung) gemäss BUWAL-Richtlinie. |
In der Schweiz wurden von 1955 bis zirka 1975 PCB-haltige Dichtungsmassen eingesetzt. |
Weitere Vorgaben in anderen ecoBKP | ||
Abbrüche/Rückbau |
Wiederverwendung, Verwertung und Entsorgung. |
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Baumeisterarbeiten |
Wärmedämmungen (Wände, Decken, Perimeter), Abdichtung. |
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Montagebau in Holz |
Wärmedämmungen, Winddichtungen, Dampfbremsen. |
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ecoBKP 226: Fassadenputze | ||
Allgemeines | ||
Voraussetzungen für nachfolgende Kapitel |
Für die in den nachfolgenden Kapiteln aufgeführten Vorgaben wird vorausgesetzt, dass die Anforderungen im Kapitel «Allgemeines» in diesem ecoBKP berücksichtigt werden. |
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Schutz der Fassade |
Der Feuchtigkeitsanfall auf der Fassade ist durch konstruktive Details (z.B. Vordächer, witterungsbeständige Sockelausbildung) gering zu halten, um eine hohe Nutzungsdauer zu erreichen. |
Vorgabe Minergie-ECO 210.05 |
Biozide |
Auf Biozide zur Filmkonservierung (Algizide, Fungizide) ist zu verzichten.
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Biozide wirken nur über kürzere Zeit und sind umweltbelastend.
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Vorbehandlung Untergrund |
Haftbrücken, Haft-, Grund- und Isolierbeschichtungen müssen wasserverdünnbar sein oder dürfen max. % 1 Lösemittel enthalten. |
Bei Innenanwendung:
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Aussenputze | ||
Ausgleichsmörtel |
1. Priorität: Mineralisch gebundene Ausgleichsmörtel. |
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Ausgleichsputze |
1. Priorität: Mineralisch gebundene Ausgleichsputze. |
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Grundputze |
1. Priorität: Kalk-Zement-Putz, Leichtputz mineralisch, Zementputz, Lehmputz. 2. Priorität: Weisszementputz. |
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Deckputze mit 2 mm Korn |
1. Priorität: Weisszementputz. 2. Priorität: Kalk-Zement-Putz, Dispersionssilikatputz. |
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Deckputze feinkörnig ohne 2 mm Korn |
1. Priorität: Kalk-Zement-Putz, Zementputz, Lehmputz, Leichtputz mineralisch. 2. Priorität: Sumpfkalkputz, Weisszementputz. |
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Wärmedämmputze |
1. Priorität: Wärmedämmputz Perlit. 2. Priorität: Wärmedämmputz EPS. |
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Klebemörtel Fassade |
1. Priorität: Baukleber & Einbettmörtel mineralisch mit und ohne Leichtzuschlag. 2. Priorität: Baukleber & Einbettkleber organisch. |
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Aussenwärmedämmungen | ||
Einbettmörtel VAWD |
1. Priorität: Einbettmörtel mineralisch, Einbettmörtel mineralisch mit Leichtzuschlag. |
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Wärmedämmplatten |
1. Priorität: Steinwolle bis 120 kg/m3, EPS grau 15 kg/m3. 2. Priorität: EPS bis 20 kg/m3, Mineralschaumplatte 110 kg/m3. |
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Verputzte Aussenwärmedämmungen |
1. Priorität: Mineralischer Deckputz auf EPS grau oder Steinwolle, Silicatdeckputz auf EPS grau oder Steinwolle. 2. Priorität: Mineralischer Deckputz auf EPS oder Mineralschaumplatte, Silicatdeckputz auf EPS oder Mineralschaumplatte. |
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Wärmedämmungen Sockel-/Erdbereich |
2. Priorität: EPS-Platten, Schaumglasplatten. |
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Fensterbänke |
1. Priorität: Massivholz, 3-Schichtplatten, Glasfaserbeton 12 mm. 2. Priorität: Glasfaserbeton 15 mm. |
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Sockelabschlüsse |
1. Priorität: Glasfaserbeton. 2. Priorität: Aluminium. |
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Wiederverwendung / Verwertung | ||
Wiederverwendung von Bauteilen |
Putzträgerplatten und Dämmelemente sind bei gutem Zustand, sorgfältigem Ausbau und fachgerechter Überarbeitung erneut zu verwenden. Vor dem Einbau sind sie auf Tragfähigkeit, Ebenheit und Haftfähigkeit zu prüfen. |
Die Wiederverwendung reduziert Materialverbrauch und Abfall und trägt zu einer ressourcenschonenden Bauweise bei. |
Dämmstoffe aus EPS oder XPS |
Rückgabe an Herstell- oder Lieferfirma zur Verwertung. |
Dämmstoff-Abfälle können dem Recycling zugeführt werden. |
Dämmstoffe aus Kork |
Verbrennung in KVA. |
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Mineralwolldämmstoffe |
Sauber getrenntes Material: Rückgabe an Herstell- oder Lieferfirma zur Verwertung. |
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Weitere Vorgaben in anderen ecoBKP | ||
Abbrüche/Rückbau |
Wiederverwendung, Verwertung und Entsorgung. |
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Baumeisterarbeiten |
Wärmedämmungen. |
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Spez. Dichtungen und Dämmungen |
Abdichtungen (Fugendichtungsmassen, Vergussmassen, Vorbehandlungen). |
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Äussere Oberflächenbehandlung |
Beschichtungen auf mineralische Untergründe, Biozide, Graffittischutz. |
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ecoBKP 227: Äussere Oberflächenbehandlungen | ||
Allgemeines | ||
Voraussetzungen für nachfolgende Kapitel |
Für die in den nachfolgenden Kapiteln aufgeführten Vorgaben wird vorausgesetzt, dass die Anforderungen im Kapitel «Allgemeines» in diesem ecoBKP berücksichtigt werden. |
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Produktauswahl |
Für den ganzen Schichtaufbau sind Produkte mit Umweltetikette Kategorie A oder B, Produkte ohne Lösemittel (max. 1%) oder wasserverdünnbare Produkte einzusetzen.
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Lösemittel (VOC) tragen zum Sommersmog bei.
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Schutz vor Algen- oder Pilzbewuchs |
1. Priorität: Der Schutz vor Algen- oder Pilzbewuchs ist mit konstruktiven Mitteln (Vordach, sorptionsfähige Oberflächen, mineralische Putze mit Dicke von Grundputz und Einbettungsmasse >10 mm etc.) zu gewährleisten.
2. Priorität: Produkte mit Umweltetikette Kategorie C (enthalten Biozide zur Filmkonservierung mit niedriger Umweltbelastung). |
Biozide oder Nanosilber zur Verhinderung von Algen- oder Pilzbewuchs (Filmkonservierung) gewährleisten nur einen kurzzeitigen Schutz und belasten die Umwelt.
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Oberflächen mit geringem Erwärmungspotenzial |
Die Albedo bezeichnet das Rückstrahlvermögen von Oberflächen. Hohe Albedowerte führen zu geringerer Erwärmung durch die auftreffende Sonnenstrahlung, weil sie diese stark reflektieren. Beurteilt wird die Albedo aller opaken Oberflächen der Gebäudehülle sowie aller nicht begrünten Beläge in Aussenbereichen.
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Zwischen hellen Oberflächen und ihrer Blendwirkung besteht ein Zielkonflikt, welcher durch Neigung oder Textur der betroffenen Flächen sowie durch die Ausrichtung der betroffenen Fensterflächen gemildert werden kann.
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Oberflächen für gute Tageslichtnutzung |
Dachuntersichten, Balkonuntersichten, Leibungen, Stürze etc. sind mit hellen Farbtönen zu versehen, um eine gute Tageslichtnutzung im Gebäude zu ermöglichen. |
Vorgabe Minergie-ECO Tageslicht |
Renovation | ||
Vorbehandlung bestehender Untergründe |
Anschleifen oder Anlaugen mit Salmiaklauge/Laugenpulver (Vorbereitung tragfähiger Altanstriche); Abbeizen mit NMP/NEP-freiem Abbeizmittel. |
NMP (N-Methyl-2-Pyrrolidon) und NEP (N-Ethyl-2-Pyrrolidon) sind stark gesundheitsgefährdend. |
Anstriche auf bestehende Untergründe |
Produkte mit Umweltetikette Kategorie A oder B.
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Produkte mit Umweltetikette Kategorie C können Biozide (Filmschutzmittel) mit niedriger Umweltbelastung enthalten. |
Graffitischutz und -entfernung | ||
Untergrund Stein, Beton, Backstein oder Holz |
Temporäre Systeme auf Wasserbasis oder ohne Lösemittel (max. 1%), PFAS-, halogen- und biozidfrei (Filmkonservierung). |
PFAS (Per- und polyfluorierte Alkylverbindungen) werden oft im Graffitischutz eingesetzt und sind meist stark umwelt- und gesundheitsschädlich. |
Untergrund Metall oder Glas |
Semipermanente oder permanente Systeme auf Wasserbasis oder ohne Lösemittel (max. 1%), PFAS-, halogen- und biozidfrei (Filmkonservierung). |
PFAS (Per- und polyfluorierte Alkylverbindungen) werden oft im Graffitischutz eingesetzt und sind meist stark umwelt- und gesundheitsschädlich. |
Verputzte und gestrichene Oberflächen |
Überstreichfarben |
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Denkmalgeschützte Bauten |
Wasserverdünnbarer, halogen- und biozidfreier Graffitischutz auf Basis von Polysacchariden, Cellulose bzw. PVAc oder mineralische Schutzfarben. |
Produkte mit hydrophobierender Wirkung sind nicht komplett reversibel und bergen ein hohes Schadenspotential. |
Graffitti-Entfernung (temporäre Systeme) |
Graffitti-Entfernung nur mit Hochdruck-Heisswasser ohne Hilfschemikalien. Abwässer dürfen weder ins Meteorwasser noch in Gewässer gelangen. |
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Verwertung/Entsorgung | ||
Malerei- und Lackabfälle |
Entsorgung als Sonderabfall nach VeVA durch Unternehmung, getrennt nach Entsorgungscodes. |
z.B. Farbreste, Farbpulver, ausgehärtete Farben und Farbpasten, Lösemittel, Pinselreiniger, Farb- und Schmutzschlämme, Ablaugebäder, Ablaugereste, Abbeizpasten, Schleifstaub. |
Leere Gebinde |
Rücknahme durch Unternehmung, wenn möglich wiederverwenden oder verwerten. |
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Verschmutztes Wasser aus der Oberflächenbehandlung |
Wasser auffangen und gemäss den kantonalen Richtlinien entsorgen. |
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Weitere Vorgaben in anderen ecoBKP | ||
Abbrüche/Rückbau |
Wiederverwendung, Verwertung und Entsorgung. |
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Montagebau in Stahl |
Korrosionsschutzbehandlungen von Stahlkonstruktionen. |
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Fenster, Aussentüren |
Oberflächenbehandlung (Fenster und Türen). |
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Innere Oberflächenbehandlung |
Beschichtungen auf mineralische Baustoffe, Holz und Metall. |
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ecoBKP 228: Äussere Abschlüsse, Sonnenschutz | ||
Allgemeines | ||
Voraussetzungen für nachfolgende Kapitel |
Für die in den nachfolgenden Kapiteln aufgeführten Vorgaben wird vorausgesetzt, dass die Anforderungen im Kapitel «Allgemeines» in diesem ecoBKP berücksichtigt werden. |
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g-Wert von Sonnenschutz und Verglasung |
Der g-Wert von Sonnenschutz und Verglasung ist so auszulegen, dass die Anforderungen gemäss SIA-Norm 180, Abschnitt 5.2.4, eingehalten sind. |
Der gemäss Norm maximale g-Wert von Sonnenschutz und Verglasung zusammen ist je nach Himmelsrichtung und Glasanteil unterschiedlich. Übliche Werte liegen zwischen 0.1 und 0.15. |
Windfestigkeit |
Die Windwiderstandsklasse des Sonnenschutzes hat der SIA-Norm 342, Anhang B2, zu entsprechen. |
Je nach Windexposition und Lage des Gebäudes beträgt die Windgeschwindigkeit, bis zu der der Sonnenschutz abgesenkt bleiben kann, zwischen 46 und 92 km/h. |
Steuerung |
In Gebäuden, die nicht dem Wohnen dienen, sind motorisierte Anlagen mit automatischer Steuerung vorzusehen. |
Die Steuerung sollte fassadenweise (bei grossen Gebäuden abschnittsweise, je nach Verschattung) in Abhängigkeit der Einstrahlung erfolgen. Idealerweise führt die Steuerung die Position des Sonnenschutzes je nach Einfallswinkel nach. |
Oberflächenbehandlung |
Werkseitig aufgebrachte Beschichtungen sind gegenüber bauseitig aufgebrachten Beschichtungen zu bevorzugen. |
Bei werkseitigen Beschichtungen werden in der Regel eine höhere Qualität und eine geringere Umweltbelastung erzielt. |
Textilien für den Sonnenschutz |
PVC- und PFAS-freie Tücher für Stoffstoren. |
PFAS (Per- und Polyfluorierte Alkylverbindungen) werden unter anderem zur wasser- und schmutzabweisenden Ausrüstung von Textilien verwendet. Sie sind Umwelt- und Gesundheitsschädlich. |
Holzauswahl |
1. Priorität: Hölzer und Holzwerkstoffe aus nachhaltiger Produktion mit Nachweis Label Schweizer Holz, FSC- bzw. PEFC-Label oder gleichwertigem Label. 2. Priorität: Hölzer und Holzwerkstoffe europäischer Herkunft ohne Nachweis einer nachhaltigen Produktion. nicht empfohlen: Hölzer und Holzwerkstoffe aussereuropäischer Herkunft ohne Nachweis einer nachhaltigen Produktion. |
Als europäische Länder gelten die EU- und EFTA-Mitgliedsstaaten.
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Einsatz von Recyclingmaterial |
Bei Metallprodukten ist auf einen möglichst hohen Anteil an Recyclingmaterial zu achten. |
Metallprodukte mit hohem Recyclinganteil weisen eine deutlich tiefere Umweltbelastung als solche aus Primärmaterial auf. Der RC-Anteil kann z.B. der Umwelt-Produktedeklaration (EPD) entnommen werden. |
Austausch- und Rückbaubarkeit (Design for Disassembly) |
Es sind folgende Aspekte zu berücksichtigen:
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Die Norm ISO 20887 enthält die zu berücksichtigenden Grundsätze, Anforderungen und Leitlinien für die Demontage und die Anpassungsfähigkeit von Hoch- und Tiefbauten. |
Fensterläden, Rollläden, Lamellenstoren, Sonnenstoren | ||
Beschattung von Fassadenflächen |
1. Priorität: Rollläden Holz, Vebundlamellenstoren, Flachlamellenstoren, Drehläden Holz mit Lamellen, Drehläden Holz mit Füllung Massivholz, Drehläden Massivholz, Holzschiebläden mit Lamellen und Rahmen Holz, Holzschiebläden mit Füllung Massivholz, Senkrecht-, Ausstell-, Fallarm- und Fassadenmarkisen ohne Kassette.
2. Priorität: Rollläden Alu, Faltrolläden Alu, Ganzmetall-Lamellenstoren Alu, Drehläden Holz mit Füllung Sperrholz, Holzschiebladen mit Lamellen und Alurahmen, Senkrecht-, Ausstell-, Fallarm- und Fassadenmarkisen mit Kassette.
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Beschattung von horizontalen Flächen |
1. Priorität: Gelenkarmmarkisen ohne Tragrohr. 2. Priorität: Gelenkarmmarkisen mit Tragrohr. |
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Wiederverwendung / Verwertung | ||
Wiederverwendung von Bauteilen |
Sonnenschutzanlagen wie Lamellenstoren, Rollläden, Vertikalstoren, Markisen oder Fensterläden sind bei gutem Zustand, sorgfältigem Ausbau und fachgerechter Aufbereitung bzw. Anpassung erneut zu verwenden. Vor dem Einbau sind sie auf Funktionsfähigkeit und Nachrüstbarkeit der Steuerungstechnik zu prüfen. |
Die Wiederverwendung reduziert Materialverbrauch und Abfall und trägt zu einer ressourcenschonenden Bauweise bei. |
Weitere Vorgaben in anderen ecoBKP | ||
Abbrüche/Rückbau |
Wiederverwendung, Verwertung, Entsorgung von Bauteilen. |
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Fenster, Aussentüren |
Montage. |
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Äussere Oberflächenbehandlung |
Anstriche auf Holz und Metall. |
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ecoBKP 230: Elektroanlagen | ||
Allgemeines | ||
Voraussetzungen für nachfolgende Kapitel |
Für die in den nachfolgenden Kapiteln aufgeführten Vorgaben wird vorausgesetzt, dass die Anforderungen im Kapitel «Allgemeines» in diesem ecoBKP berücksichtigt werden. |
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Leitungsführung |
Elektroleitungen (Hauptleitungen und Horizontalverteilungen) sind so zu führen, dass sie leicht zugänglich und kontrollierbar sind. |
Die Niederspannungs-Installationsnorm NIN legt die Anforderungen an sichere Installationen fest. |
Energieverbrauch |
Der Elektrizitätsverbrauch für Beleuchtung, Lüftung, Klima und diverse Technik ist im Rahmen des Energiekonzepts zu optimieren. Die Erfassung, Beurteilung und Optimierung erfolgt nach SIA-Merkblättern 2056 und 2048 bzw. SIA-Norm 387/4 (Beleuchtung). |
Für die energetische Beurteilung nach SIA-Norm 387/4 stehen diverse Hilfsmittel bereit. |
Eigenproduktion und -verbrauch |
Bei Sanierungen sind die Möglichkeiten der Eigenproduktion und des Eigenverbrauchs abzuklären. Falls die wirtschaftliche, technische und rechtliche Machbarkeit gegeben ist, die Eignung (Besonnung) gut ist und eine zusammenhängende, nutzbare Dachfläche ausreichender Grösse vorhanden ist, ist eine Anlage zur Eigenproduktion zu realisieren. |
Bei Neubauten gelten die Anforderungen der MuKEn 2014 (10 W/m2 Energiebezugsfläche). |
Energie-Monitoring |
Für Objekte mit mehr als 2000m2 Energiebezugsfläche ist ein Messkonzept mit Auflistung der vorgesehenen Messstellen und Darstellung in einem Schema oder Plan zu erstellen. |
Die Vorgaben basieren auf den Minergie-Anforderungen an das Energie-Monitoring (Produktereglement, Anhang F). |
Beleuchtung |
Der Elektrizitätsverbrauch der Beleuchtung hat den Anforderungen von MINERGIE zu entsprechen. |
Anforderung Minergie: Mittelwert zwischen Grenz- und Zielwert gemäss SIA-Norm 387/4. |
Lichtemissionen |
Massnahmen zur Vermeidung von Lichtverschmutzung:
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Massnahmen gem. 7-Punkte-Plan BAFU.
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Einsatz von Recyclingmaterial |
Bei Metall- und Kunststoffprodukten ist auf einen möglichst hohen Anteil an Recyclingmaterial zu achten. |
Metall- und Kunststoffprodukte mit hohem Recyclinganteil weisen eine deutlich tiefere Umweltbelastung als solche aus Primärmaterial auf. Der RC-Anteil kann z.B. der Umwelt-Produktedeklaration (EPD) entnommen werden. |
Austausch- und Rückbaubarkeit (Design for Disassembly) |
Es sind folgende Aspekte zu berücksichtigen:
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Elektromagnetische Felder | ||
NIS-Zonenplan |
Ein NIS-Zonenplan mit der entsprechenden Raumzuordnung nach Nutzungszonen (A, B) wird für das ganze Gebäude erstellt. |
Als Nutzungszonen A gelten Orte, an denen sich vorwiegend Nutzer aufhalten, die als besonders empfindlich eingestuft werden (z.B. Kinderkrippen, -horte, -gärten und -spielplätze, Schulzimmer, Schlafzimmer, Bettenzimmer). Als Nutzungszonen B gelten Räume, in denen sich Personen regelmässig während längerer Zeit aufhalten.
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Hauptleitungen |
Die Führung der Hauptleitungen (inkl. Trassen) und Steigzonen sowie die Anordnung von Verteilanlagen und Racks für Starkstrominstallationen erfolgt nicht in Räumen der Nutzungszonen A oder B. |
Ein grosser Abstand zu Hauptleitungen und Steigzonen vermindert die Belastung der Gebäudebenutzenden mit nicht ionisierender Strahlung. |
Verlegung von Leitungen |
Die Verlegung von Leitungen erfolgt in Räumen der Nutzungszonen A in Form von Rundkabeln (keine einzelnen Drähte, keine Flachbandkabel). |
Bei Rundkabeln nimmt das Magnetfeld mit dem Abstand wesentlich stärker ab als bei einzelnen Drähten oder Flachbandkabeln. |
Photovoltaik-Anlagen |
Gleichstrom-Leitungen zwischen Modulen und Wechselrichter sind so kurz wie möglich und möglichst parallel zu verlegen, mit ausreichendem Abstand zu Wechselstrom-Leitungen und ausserhalb von Aufenthaltsbereichen wie Wohn- oder Schlafzimmern. Die Leitungen sollten eine geerdete Abschirmung besitzen, um elektromagnetische Felder zu minimieren. Wechselrichter sind in Nebenräumen zu installieren und sollten einen möglichst grossen Abstand (empfohlen: > 3 m) zu Aufenthaltsbereichen einhalten. |
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Antennen für Inhouse-Kommunikation |
Ortsfeste Sendeantennen für die drahtlose Inhouse-Kommunikation sind entweder nicht in Räumen der Nutzungszonen A bzw. B installiert oder es wird mittels Berechnung bzw. Simulation aufgezeigt, dass eine andere Anordnung der Antennen zu einer tieferen Strahlungsbelastung der Gebäudenutzenden führt. |
Die Belastung an nicht ionisierender Strahlung nimmt mit dem Abstand deutlich ab. |
Material, Geräte und Transportanlagen | ||
Drähte und Kabel |
Isolation und/oder Ummantelung von Elektrodrähten und Elektrokabeln aus halogenfreiem Kunststoff. |
Halogenhaltige Materialien sind z.B. PVC, Fluorkunststoffe („Teflon“ etc.) oder andere Kunststoffe, welche halogenierte Flammschutzmittel enthalten. Halogenfreie Materialien dürfen gem. SN EN 50642 einen Halogengehalt von max. 0.4% aufweisen.
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Rohre, Kanäle, Sicherungs- u. Apparatekästen |
Produkte aus halogenfreiem Kunststoff oder aus Metall. |
Beschichtungen von Metallteilen müssen ebenfalls halogenfrei sein.
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Lampen, Leuchten |
MINERGIE-zertifizierte Leuchten oder Leuchten, welche eine Lichtausbeute gemäss SIA-Norm 387/4 (Tabelle 3) erreichen. |
Der Farbwiedergabeindex der Leuchtmittel hat einen spürbaren Einfluss auf das Wohlbefinden und die Sehleistung der Nutzenden. |
Kühl- und Gefriergeräte |
1. Priorität: Geräte mit Energieetikette Klasse C. 2. Priorität: Geräte mit Energieetikette Klasse D. |
Seit 1.3.2021 gilt ein neues Klassifizierungssystem (A bis G). |
Geschirrspüler |
1. Priorität: Geräte mit Energieetikette Klasse C. 2. Priorität: Geräte mit Energieetikette Klasse D. |
Wenn die Warmwasserproduktion mit erneuerbarer Energie erfolgt, sollte das Gerät an das Warmwasser angeschlossen werden. |
Waschmaschinen |
1. Priorität: Geräte mit Energieetikette Klasse C, Schleuderwirkung A und Warmwasseranschluss (nur, wenn Warmwasserproduktion mit erneuerbarer Energie erfolgt). 2. Priorität: Geräte mit Engergieetikette Klasse D, Schleuderwirkung A und Warmwasseranschluss (nur, wenn Warmwasserproduktion mit erneuerbarer Energie erfolgt). |
Seit 1.3.2021 gilt ein neues Klassifizierungssystem (A bis G). |
Wäschetrockner |
1. Priorität: Geräte mit Energieetikette Klasse A+++ 2. Priorität: Geräte mit Energieetikette Klasse A++ |
Natürliche Trocknung bevorzugen. |
Raumluft-Wäschetrockner |
Geräte, welche auf der Topten-Liste aufgeführt sind. |
Listen: |
Verbrauchsabhängige Kostenabrechnung in der Waschküche |
1. Priorität: Card-Systeme. 2. Priorität: Zählerumschaltung mit Kodierschlüssel (nur für stromverbrauchsabhängige Belastung). |
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Aufzugsanlagen |
Standard-Personenaufzüge: Energieeffizienzklasse A.
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Die Einstufung erfolgt gemäss EN ISO 25745 "Energieeffizienz von Aufzügen, Fahrtreppen und Fahrsteigen ".
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Photovoltaik-Anlagen | ||
Module und Wechselrichter |
Module und Wechselrichter aus europäischer Fertigung sind zu bevorzugen. |
Module und Wechselrichter aus europäischer Fertigung weisen bedeutend geringere Treibhausgasemissionen auf als solche aus fernöstlicher Produktion. |
Batteriespeicher |
Die nutzbare Speicherkapazität eines Batteriespeichers ist so zu wählen, dass sie maximal 1,5 kWh pro 1 MWh Jahresstromverbrauch beträgt. Gleichzeitig sollte sie nicht mehr als das 1,5-fache der installierten PV-Leistung in kWp ausmachen. |
Die Herstellung von Batteriespeichern verursacht eine sehr hohe Umweltbelastung, weshalb die Dimensionierung möglichst knapp erfolgen sollte. |
Wiederverwendung / Verwertung | ||
Wiederverwendung von Bauteilen |
Teile von bestehenden Elektroanlagen wie Tableaux, Apparate, Leuchten etc. sind bei gutem Zustand, sorgfältigem Ausbau und fachgerechter Aufbereitung erneut zu verwenden. Vor dem Einbau sind sie auf Funktionsfähigkeit und Sicherheit zu prüfen. |
Bei der Wiederverwendung von Elektroanlagen ist die elektrische Sicherheit gemäss geltenden Normen zwingend zu gewährleisten. Die Wiederverwendung reduziert Materialverbrauch und Abfall und trägt zu einer ressourcenschonenden Bauweise bei.
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Kühl- und Gefriergeräte |
1. Priorität: Falls nicht älter als 5 Jahre: Wiederverwendung, z.B. über Bauteilbörse. 2. Priorität: Fachgerechter Ausbau und Weitergabe an von SENS (Stiftung Entsorgung Schweiz) lizenzierten Recycler oder Rückgabe an den Fachhandel. |
Ältere Kühl- und Gefriergeräte enthalten stark umweltbelastende Stoffe (FCKW, HFCKW, FKW, chromathaltiges Öl u.a.). Die Rückgabe ist für Endverbraucher kostenlos. |
Übrige Elektro-Haushaltgeräte, Entladungs- und Stromsparlampen, Telekommunikations-einrichtungen |
Rückgabe an Hersteller, Importeur, Händler oder an eine öffentliche Sammelstelle zur fachgerechten Verwertung nach VREG: kleine Mengen an Zulieferfirma bzw. Fachhandel zurückgeben, grössere Mengen separat sammeln und Spezialfirma übergeben. |
Entladungslampen sind z.B. Leuchtstoffröhren od. Metalldampflampen. Batterien und Akkus gelten als Sonderabfall. Die Rückgabe ist für Endverbraucher kostenlos. |
Asbesthaltige Elektro-speicherheizgeräte |
Demontage asbesthaltiger Elektro-Speicheröfen nur durch Fachpersonen, die bezüglich des Umgangs mit asbesthaltigen Öfen von der SUVA anerkannt wurden. |
Elektro-Speicheröfen bis 1977 und einzelne Fabrikate bis 1984 enthalten asbesthaltige Teile. |
Drähte und Kabel |
Zuführung an Spezialfirmen (Kabelrecyclingwerke). |
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Weitere Vorgaben in anderen ecoBKP | ||
Abbrüche/Rückbau |
Schadstoffhaltige Bauteile (Asbestleichtbauplatten, Asbestzementplatten und -formteile, PCB-haltige Bauteile). |
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Kücheneinrichtungen |
Haushaltküchen, Apparate (Backöfen, Geschirrspüler, Dunstabzugshauben, Kaffeemaschinen) |
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Gartenarbeiten |
Begrenzung der Lichtemissionen im Aussenraum |
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ecoBKP 240: Heizungsanlagen | ||
Allgemeines | ||
Voraussetzungen für nachfolgende Kapitel |
Für die in den nachfolgenden Kapiteln aufgeführten Vorgaben wird vorausgesetzt, dass die Anforderungen im Kapitel «Allgemeines» in diesem ecoBKP berücksichtigt werden. |
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Leitungsführung |
Zugängliche und kontrollierbare Heizleitungsführung (nach Möglichkeit offene Leitungsführung). |
Bei gut gedämmten Fassaden und Fenstern können Heizkörper an Innenwänden platziert werden, was die Horizontalverteilungen wesentlich reduziert und die offene Leitungsführung erleichtert.
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Einsatz von Recyclingmaterial |
Bei Metall- und Kunststoffprodukten ist auf einen möglichst hohen Anteil an Recyclingmaterial zu achten. |
Metall- und Kunststoffprodukte mit hohem Recyclinganteil weisen eine deutlich tiefere Umweltbelastung als solche aus Primärmaterial auf. Der RC-Anteil kann z.B. der Umwelt-Produktedeklaration (EPD) entnommen werden. |
Austausch- und Rückbaubarkeit (Design for Disassembly) |
Es sind folgende Aspekte zu berücksichtigen:
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Leitungen, Heizkörper | ||
Heizleitungen |
Metallverbundrohre (PE/Alu/PE) oder Stahlrohre, mit Klemm-, Steck-, Press- oder Schweissverbindungen. |
In Anlehnung an: |
Wärmedämmung Rohrleitungen |
1. Priorität: Glaswolle, Steinwolle. 2. Priorität: Polyethylen-Schaumstoff (PEF). |
Für Leitungen, Kanäle und Behälter sind die aktuellen kantonalen Vorschriften zu beachten.
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Wärmedämmung Installationskanäle |
1. Priorität: Glaswolle, Steinwolle. |
Für Leitungen, Kanäle und Behälter sind die aktuellen kantonalen Vorschriften zu beachten.
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Ummantelung |
Falls Ummantelung erforderlich: Drahtgeflecht, Alu/PET-Verbundfolie, Alu-Folie stucco-geprägt. |
Bei Leitungen, die hinter geschlossenen Verkleidungen geführt werden, ist auf eine Ummantelung zu verzichten. |
Wasser für Heizungsinstallationen |
Heizungsinstallationen mit Wasser befüllen, das den Anforderungen der SWKI-Richtlinie BT102-01 entspricht. |
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Wärmeerzeugung und -verteilung | ||
Wärmeerzeuger für Raumwärme und Warmwasser |
Anlagen, welche ausschliesslich auf erneuerbaren Energieträgern basieren (Umweltwärme, Sonne, Holz, Fernwärme aus erneuerbaren Energieträgern, Strom aus erneuerbarer Produktion). nicht empfohlen: Anlagen, welche auf fossilen Energieträgern basieren. |
In Minergie-Gebäuden darf die Wärme (Heizung u. Warmwasser) nicht mittels fossiler Energie erzeugt werden.
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Umwälzpumpen |
Umwälzpumpen sind exakt zu dimensionieren. Es ist dasjenige Produkt zu wählen, das den besten Wirkungsgrad hat. |
Mehr Informationen zum Thema energieeffiziente Pumpen: |
Arbeitsmittel von Wärmepumpen |
1. Priorität: Natürliche Arbeitsmittel (CO2, Ammoniak, Wasser; Ethan, Propan, Isobutan, Propen) 2. Priorität: Teilhalogenierte Fluor-Olefine (HFO). |
Chlorhaltige teilhalogenierte Arbeitsmittel (HFCKW) dürfen nicht mehr hergestellt und in Anlagen nachgefüllt werden. Chlorfreie teilhalogenierte Arbeitsmittel (FKW, HFKW) sind bei Neuanlagen, Umbauten und Erweiterungen verboten.
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Montagearbeiten | ||
Abdichten bzw. Dämmen von Durchführungen und Hohlräumen |
Seiden- oder Mineralfaserzopf, Rundschnur aus Schaumstoff. nicht empfohlen: Montage- und Füllschäume. |
Ausschlussvorgabe Minergie-ECO 220.05 |
Wiederverwendung / Verwertung | ||
Wiederverwendung von Bauteilen |
Teile von bestehenden Heizungsanlagen wie Wärmeerzeuger, Speicher, Armaturen etc. sind bei gutem Zustand, sorgfältigem Ausbau und fachgerechter Aufbereitung erneut zu verwenden. Vor dem Einbau sind sie auf Funktionsfähigkeit, Energieeffizienz und Sicherheit zu prüfen. |
Die Wiederverwendung reduziert Materialverbrauch und Abfall und trägt zu einer ressourcenschonenden Bauweise bei. |
Arbeitsmittel aus Kältemaschinen und Wärmepumpen |
Absaugen der Arbeitsmittel (FCKW, HFCKW, FKW, HFKW etc.) durch spezialisierte Firma oder Entsorgungsstelle. |
Halogenierte Kältemittel sind klimaschädlich und/oder Ozonschicht zerstörend. Die Absaugung des Arbeitsmittels hat vor dem Ausbau der Anlage zu erfolgen, um eine Beschädigung des Arbeitsmittelkreislaufs zu vermeiden. |
Ausmauerung Heizkessel |
Entsorgung als Sonderabfall nach VeVA. |
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Heizöltanks |
Nach vollständigem Absaugen des Heizöls in Auffanggefässe: Weiterverwendung des Tanks für Wasserhaltung auf Baustellen oder Verwertung im Baustoffhandel (Tank nicht im Boden belassen). |
Vor Verwendung von Tanks zur Wasserhaltung müssen diese gründlich gereinigt werden. |
Heizkörper |
Noch funktionstüchtige Heizkörper sorgfältig demontieren und der Wiederverwendung (Bauteilbörse) zuführen, Thermostate demontieren und gesondert behandeln. |
Thermostate können Sonderabfall wie z.B. Quecksilber enthalten. |
Wasser mit chemischen Zusätzen aus der Entleerung von Heizungsinstallationen |
Von der Art der Zusätze abhängige Behandlung des Wassers gemäss den kantonalen Richtlinien. |
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Weitere Vorgaben in anderen ecoBKP | ||
Abbrüche/Rückbau |
Schadstoffhaltige Bauteile (asbesthaltige Rohre, Asbestleichtbauplatten, Wärmepumpen etc.); Entsorgung von Dämmungen und Installationsmaterial. |
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Montagebau in Metall |
Korrosionsschutzbehandlungen von Stahlkonstruktionen. |
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Spez. Dichtungen und Dämmungen |
Abdichtungen (Fugendichtungsmassen, Vergussmassen, Vorbehandlungen). |
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Lüftungs-und Klimaanlagen |
Dämmungen von Kälteleitungen. |
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Innere Oberflächenbehandlung |
Abdeckarbeiten, Beschichtungen auf mineralische Baustoffe, Holz und Metall. |
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ecoBKP 244: Lüftungs- und Klimaanlagen | ||
Allgemeines | ||
Voraussetzungen für nachfolgende Kapitel |
Für die in den nachfolgenden Kapiteln aufgeführten Vorgaben wird vorausgesetzt, dass die Anforderungen im Kapitel «Allgemeines» in diesem ecoBKP berücksichtigt werden. |
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Lüftungskonzept |
Lüftungskonzept nach SIA-Norm 180, in dem nachzuweisen ist, dass die Lufterneuerung und die Raumluftqualität auch bei einer dichten Gebäudehülle sichergestellt werden kann. |
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Leitungsführung |
Zugängliche, kontrollierbare Leitungsführung für Zu- und Abluftanlagen (nach Möglichkeit offene Leitungsführung).
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Um kein Radon anzusaugen, darf die Aussenluft nicht aus dem Erdreich oder aus Bodennähe angesogen werden. Die Anlage ist so zu konzipieren, dass gegenüber unbeheizten Räumen kein Unterdruck erzeugt wird.
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Energiebedarf |
Der Energiebedarf für Lüftung, Klima und diverse Technik ist im Rahmen des Energiekonzepts zu optimieren. Erfassung, Beurteilung und Optimierung erfolgen nach SIA-Norm 382/1 bzw. SIA-Norm 382/2 (für klimatisierte Gebäude). |
Wohnraumlüftungsanlagen müssen anhand der EU-Energieetikette (Klassen A+ bis G) eingestuft werden. Darauf ist auch der Schalleistungspegel ausgewiesen.
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Luftfeuchtigkeit |
Auf eine aktive Befeuchtung ist bei Wohn- und Bürogebäuden zu verzichten. Die Vermeidung zu tiefer Luftfeuchtigkeit im Winter kann mittels Feuchteübertragung im Wärmetauscher, bedarfsabhängiger Luftvolumenregelung (CO2- oder Mischgassensoren, Drehzahlregulierung Ventilator) oder Reduktion der Luftmengen im Winter erfolgen. |
Gemäss SIA-Norm 382/1 darf im Winter der Aussenluft-Volumenstrom um bis zu 50% reduziert werden.
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Klima-Kälte |
Die passive Kühlung mit erneuerbaren Energien (Freecooling, adiabatische Kühlung, Nachtauskühlung, passive Systeme mit Grundwasser oder Erdsonden) sind dem Betrieb mit Kältemaschinen vorzuziehen. Anfallende Abwärme ist möglichst vollständig zu nutzen. |
Für die Dimensionierung der Anlage ist der effektive maximale Bedarf (unter realistischen Annahmen für die Gleichzeitigkeit) massgebend. |
Arbeitsmittel von Kältemaschinen |
1. Priorität: Natürliche Kältemittel (CO2, Ammoniak, Wasser; Ethan, Propan, Isobutan, Propen) 2. Priorität: Teilhalogenierte Fluor-Olefine (HFO). |
Chlorhaltige teilhalogenierte Arbeitsmittel (HFCKW) dürfen nicht mehr hergestellt und in Anlagen nachgefüllt werden. Chlorfreie teilhalogenierte Arbeitsmittel (FKW, HFKW) sind bei Neuanlagen, Umbauten und Erweiterungen ab bestimmten Kälteleistungen verboten.
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Luftfilter |
Luftfilter der Energieeffizienzklasse A+ oder A mit Holzrahmen. |
Die Energieeffizienz wird in die Klassen A+ bis E eingeteilt (Eurovent). |
Hygiene im Bauprozess |
Die luftführenden Oberflächen (Inneres von Luftkanälen oder Rohren, Schalldämpfer, Lüftungsgeräte, Luftklappen, Luftdurchlässe etc.) der Lüftungsinstallationen müssen auf der Baustelle vor Verschmutzung und Nässe geschützt werden (Versiegelung mit Folie, Abdecken mit Matten etc.). Die Lüftungsanlage darf erst nach Abschluss der Baureinigung in Betrieb genommen werden. |
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Abnahme |
Vor Bezug des Gebäudes hat nach der Einregulierung, einer Hygieneerstinspektion und einer allfälligen Erstreinigung eine Abnahme der Anlage zu erfolgen. |
Vorgabe Minergie-ECO 110.02 |
Hygiene im Betrieb |
Lüftungs- und Klimaanlagen sind regelmässig zu warten und zu reinigen. Dabei sind die entsprechenden Vorgaben aus der SWKI-Richtlinie VA104-01 zu beachten. Inspektion und Wartung haben durch qualifiziertes Personal zu erfolgen. |
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Einsatz von Recyclingmaterial |
Bei Metall- und Kunststoffprodukten ist auf einen möglichst hohen Anteil an Recyclingmaterial zu achten. |
Metall- und Kunststoffprodukte mit hohem Recyclinganteil weisen eine deutlich tiefere Umweltbelastung als solche aus Primärmaterial auf. Der RC-Anteil kann z.B. der Umwelt-Produktedeklaration (EPD) entnommen werden. |
Austausch- und Rückbaubarkeit (Design for Disassembly) |
Es sind folgende Aspekte zu berücksichtigen:
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Leitungen, Kanäle | ||
Dämmung von Leitungen, Kanälen und Apparaten (Lüftungsanlagen) |
Dämmmaterialien aus Mineralwolle. |
Dämmstärken gemäss den kantonalen Bestimmungen oder grösser. Verklebung von kaschierten Mineralwollmatten mit Selbstklebeband. |
Dämmung von Leitungen und Apparaten (Kälteanlagen) |
Dämmmaterialien aus halogenfreien Kunststoffschäumen. |
Dämmstärken gemäss den kantonalen Bestimmungen oder grösser. Verklebung von Kunststoffschäumen mit Selbstklebeband oder wasserverdünnbarem Kleber.
|
Ummantelung |
Falls Ummantelung erforderlich: Drahtgeflecht, Alu/PET-Verbundfolie, Alu-Folie stucco-geprägt. |
Bei Leitungen, die hinter geschlossenen Verkleidungen geführt werden, ist auf eine Ummantelung zu verzichten. |
Wiederverwendung / Verwertung | ||
Wiederverwendung von Bauteilen |
Teile von bestehenden Lüftungsanlagen wie Monoblocs, Blechkanäle, Schalldämpfer, Luftdurchlässe etc. sind bei gutem Zustand, sorgfältigem Ausbau und fachgerechter Aufbereitung erneut zu verwenden. Vor dem Einbau sind sie auf Funktionsfähigkeit, Energieeffizienz und Sicherheit zu prüfen. |
Die Wiederverwendung reduziert Materialverbrauch und Abfall und trägt zu einer ressourcenschonenden Bauweise bei. |
Luftbehandlungs-Apparate und Klimageräte |
Fachgerechte Verwertung nach VREG. |
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Luftfilter |
Filtermedium: Verbrennung in KVA; Rahmen aus Kunststoff, Karton oder Holz: Verbrennung in KVA; Rahmen aus Metall: Metallrecycling. |
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Weitere Vorgaben in anderen ecoBKP | ||
Abbrüche/Rückbau |
Schadstoffhaltige Bauteile (asbesthaltige Rohre, Asbestleichtbauplatten). |
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Montagebau in Metall |
Vorbehandlungen (Korrosionsschutz). |
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Heizungsanlagen |
Arbeitsmittel von Wärmepumpen, Verwertung/Entsorgung von Kältemaschinen. |
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ecoBKP 250: Sanitäranlagen | ||
Allgemeines | ||
Voraussetzungen für nachfolgende Kapitel |
Für die in den nachfolgenden Kapiteln aufgeführten Vorgaben wird vorausgesetzt, dass die Anforderungen im Kapitel «Allgemeines» in diesem ecoBKP berücksichtigt werden. |
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Leitungsführung |
Zugängliche und kontrollierbare Leitungsführung (nach Möglichkeit offene Leitungsführung). |
Vorgabe Minergie-ECO 220.03 |
Wassersparkonzept |
Bei Sanitärapparaten und Auslaufarmaturen sind Produkte zu wählen, welche einen effizienten Wassereinsatz ermöglichen. |
Armaturen: WELL-Label oder Sanitärdatenbank
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Verwendung von Regenwasser |
Im Rahmen eines Konzepts zum Umgang mit Regenwasser ist die Grauwassernutzung (Gewerbliche Nutzung, WC-Spülung, Bewässerung etc.) zu prüfen. |
Vorgabe Minergie-ECO 230.08 |
Wasserqualität, Trinkwasserhygiene |
Wasserqualität ermitteln (pH-Wert, Wasserhärte, Chlorid- und Sulfatgehalt u.a.) als Entscheidungsgrundlage zur Material- und Systemwahl der Trinkwasserrohre. |
Rohre aus Kupfer oder verzinktem Stahl können Schwermetalle an das Trink- bzw. Abwasser abgeben. |
Legionellen |
Anlagen mit warmgehaltenen Trinkwasserleitungen: Die Warmwasserversorgung ist so zu planen und auszuführen, dass 55°C in den warm gehaltenen Leitungen und 50°C an allen Entnahmestellen erreicht werden können. |
Bei Kaltwasserleitungen ist eine Erwärmung durch parallel laufende Warmwasser- oder Heizungsleitungen zu vermeiden. |
Blei |
nicht empfohlen: Einsatz von bleihaltigen Schwerfolien. |
Armaturen und Fittinge aus Messing bzw. Rotguss enthalten geringe Anteile an Blei, welche zu einer Belastung des Trinkwassers führen können. Es gibt aber bleifreie Alternativen (z.B. Cuphin, Ecobrass).
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Auslegung Warmwasseranlage |
Die Auslegung und die Ausstosszeiten der Warmwasseranlage entsprechen den Anforderungen der SIA-Norm 385/2. |
|
Einsatz von Recyclingmaterial |
Bei Metall- und Kunststoffprodukten ist auf einen möglichst hohen Anteil an Recyclingmaterial zu achten. |
Metall- und Kunststoffprodukte mit hohem Recyclinganteil weisen eine deutlich tiefere Umweltbelastung als solche aus Primärmaterial auf. Der RC-Anteil kann z.B. der Umwelt-Produktedeklaration (EPD) entnommen werden. |
Austausch- und Rückbaubarkeit (Design for Disassembly) |
Es sind folgende Aspekte zu berücksichtigen:
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Neuinstallationen | ||
Versorgungsleitungen - Hausanschlüsse |
1. Priorität: Polyethylenrohre (PE). |
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Versorgungsleitungen - Kellerverteilung, Steigleitung |
1. Priorität: Metallverbundrohre. 2. Priorität: Nichtrostende Stahlrohre, Polybutenrohre (PB) mit Tragschale. |
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Versorgungsleitungen - Stockwerkverteilung |
1. Priorität: Metallverbundrohre, Polypropylenrohre (PP), Polyehtylenrohre vernetzt (PE-X), Polybutenrohre (PB). 2. Priorität: Nichtrostende Stahlrohre, PVC-Rohre. |
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Entsorgungsleitungen |
1. Priorität: Gussrohre, PP-Rohre. 2. Priorität: PE-Rohre. |
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Schallgedämmte Entsorgungsleitungen |
1. Priorität: PP-Rohre schallgedämmt. 2. Priorität: PE-Rohre schallgedämmt. nicht empfohlen: Bleihaltige Schalldämm-Matten. |
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Schalldämmung von Armaturen und Apparaten |
Alle fest montierten Sanitärapparate werden mit Schallschutz-Sets befestigt. Die Auslaufarmaturen entsprechen der Geräuschklasse 1. |
Installationen ausserhalb der Zonen für den ständigen Aufenthalt von Menschen und frei aufgestellte Geräte fallen nicht unter diese Vorgabe. |
Dämmung von Sanitärinstallationen (Wärme, Schwitzwasser und Schall) |
Warmwasser-Installationen: Mineralwolle oder halogenfreie Kunststoffschäume.
nicht empfohlen: Bleihaltige Schalldämm-Matten. |
Bei der Dimensionierung sind die kantonalen Wärmedämmvorschriften zu beachten. Zur Verklebung sind Kleber ohne Lösemittel (max. 1%) oder wasserverdünnbare Kleber zu verwenden.
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Ummantelung |
Alufolie gitternetzverstärkt, Alufolie stucco-geprägt oder Alu/PET-Folie. |
Ummantelung ist nur in regelmässig genutzten Räumen erforderlich. |
Armaturen und Apparate |
Waschtischarmaturen mit der Energieetikette Klasse A oder WELL-Label Klasse A, Duscharmaturen und Brausen mit der Energieetikette Klasse A oder B oder WELL-Label Klasse A oder B.
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Die Energieetikette bewertet den Energieverbrauch, das WELL-Label zusätzlich den Komfort.
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WC- und Urinal-Spülsysteme |
WC-Spülsysteme mit WELL-Label Klasse A oder 2-Mengen-Spülung (Spülmenge gross: 6 Liter, Spülmenge klein: max. 3 Liter).
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Bei Inbetriebnahme von WC-Spülsystemen ist das Spülventil auf die korrekte Spülmenge einzustellen.
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Badewannen- und Duschentassenträger |
Systeme bzw. Produkte ohne Verwendung von Montageschaum. |
Ausschlussvorgabe Minergie-ECO 220.05 |
Warmwasserbereiter |
1. Priorität: Geräte mit Energieeffizienzklassen A+ oder A. 2. Priorität: Geräte mit Energieeffizienzklasse B. |
Warmwasserbereiter mit einer Leistung bis 70 kW müssen mit einer Energieetikette deklariert sein. Die Skala reicht von A+ bis F. |
Sanierung | ||
Verrostete Trinkwasserleitungen |
Aufputzleitungen: Rohre auswechseln. |
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Verkalkte Trinkwasserleitungen |
Zuerst genau prüfen, wo es Kalkablagerungen gibt, evtl. an einer Stelle die Rohrleitung auftrennen. Falls die Leitungen wirklich entkalkt werden müssen: unbedingt Spezialfirma beauftragen. Siebe, Boiler etc. sind mit üblichem Haushaltentkalker zu behandeln. |
Bei unsachgemässer Behandlung kann das Leitungsmaterial beschädigt werden. |
Montage, Abdeckarbeiten | ||
Abdichten bzw. Dämmen von Durchführungen und Hohlräumen |
Seiden- oder Mineralfaserzopf, Rundschnur aus Schaumstoff. nicht empfohlen: Montage- und Füllschäume. |
Ausschlussvorgabe Minergie-ECO 220.05 |
Abdichten mit Fugendichtungsmasse |
Im Innenraum: Produkte mit Emicode EC1 bzw. EC1plus Label, Kennzeichnung eco-1 bzw. eco-2 oder Produkte ohne Lösemittel (max. 1%) oder wasserverdünnbare Produkte.
nicht empfohlen: lösemittelverdünnbare Produkte. |
Neutral vernetzende Silikonharz-Produkte können bei der Aushärtung stark gesundheitsgefährdende Substanzen abspalten.
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Wiederverwendung / Verwertung | ||
Metallverbundrohre |
Verwertung über Baustoffhandel. |
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Kunststoffrohre |
Verwertung von sauberem Material durch kunststoffverarbeitende Betriebe. |
Liste der Kunststoffrecycling-Betriebe: |
Waschbecken, Badewannen, Duschen, Toiletten |
1. Priorität: Wiederverwendung, z.B. in eigenem Projekt oder über Bauteilbörse. 2. Priorität: Keramik: Inertstoffdeponie; Metalle: Verwertung via Baustoffhandel; Kunststoff: Verbrennung in KVA. |
Ein teilweises Recycling von Keramik ist grundsätzlich möglich, wird in der Schweiz jedoch für Sanitärkeramik nicht angeboten. |
Warmwasserbereiter |
1. Priorität: Wiederverwendung, z.B. in eigenem Projekt oder über Bauteilbörse, falls das Gerät weniger als ca. 15 Jahre alt ist. 2. Priorität: Ohne Trennung auf der Baustelle: fachgerechte Verwertung nach VREG (keine Rücknahmepflicht durch Hersteller, Importeure oder Händler); sonst: Entsorgung von Dämmstoff und Metallteilen siehe oben. |
Geräte mit Dämmungsdicken von < 40mm sollten mit einer Zusatzdämmung versehen werden. Geräte mit Elektrowiderstandsheizung und mit > 100 Liter Inhalt sollten in Gebäuden, in welchen die Wärmeversorgung mit erneuerbarer Energie erfolgt, nicht mehr verwendet werden. |
Feuerlöschgeräte und -anlagen mit Halon |
Spezialentsorgung oder Verwertung durch Herstell- bzw. Lieferfirma. |
Halon ist ein Gas, welches stark zum Ozonschichtabbau und zum Treibhauseffekt beiträgt. |
Reste von Entrostern und Frostschutzmitteln |
Falls Sonderabfall (produkteabhängig): Entsorgung gemäss VeVA; ansonsten Entsorgung gemäss den kantonalen Richtlinien. |
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Bleifolien |
Verwertung über Baustoffhandel. |
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Elektronische Komponenten |
Fachgerechte Entsorgung nach VREG (keine Rücknahmepflicht durch Hersteller, Importeure oder Händler) |
z.B. elektronische Steuerungen von WC-Anlagen, Urinalen, Waschtischarmaturen, Duschen etc. |
Armaturen |
1. Priorität: Wiederverwendung, z.B. in eigenem Projekt oder über Bauteilbörse. 2. Priorität: Verwertung über Baustoffhandel. |
Neuere Armaturen wurden Energieeffizienzklassen zugeteilt. Nach Möglichkeit sollten sie an häufiger frequentierten Orten die Effizienzklassen A oder B aufweisen. |
Weitere Vorgaben in anderen ecoBKP | ||
Abbrüche/Rückbau |
Wiederverwendung / Verwertung. |
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Spez. Dichtungen und Dämmungen |
Abdichtungen (Fugendichtungsmassen, Vergussmassen, Vorbehandlungen). |
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Elektroanlagen |
Haushaltgeräte (Kühl- und Gefriergeräte, Waschmaschinen, Wäschetrockner etc.). |
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Kücheneinrichtungen |
Küchenmöbel, Haushaltgeräte (Backöfen, Kühl- und Gefriergeräte, Geschirrspüler, Dunstabzugshauben, Kaffeemaschinen) |
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Schreinerarbeiten |
Küchenmöbel: Schränke, Flächenbeläge. |
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ecoBKP 258: Kücheneinrichtungen | ||
Allgemeines | ||
Voraussetzungen für nachfolgende Kapitel |
Für die in den nachfolgenden Kapiteln aufgeführten Vorgaben wird vorausgesetzt, dass die Anforderungen im Kapitel «Allgemeines» in diesem ecoBKP berücksichtigt werden. |
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Holzauswahl |
1. Priorität: Hölzer und Holzwerkstoffe aus nachhaltiger Produktion mit Nachweis Label Schweizer Holz, FSC- bzw. PEFC-Label oder gleichwertigem Label. 2. Priorität: Hölzer und Holzwerkstoffe europäischer Herkunft ohne Nachweis einer nachhaltigen Produktion. nicht empfohlen: Hölzer und Holzwerkstoffe aussereuropäischer Herkunft ohne Nachweis einer nachhaltigen Produktion. |
Als europäische Länder gelten die EU- und EFTA-Mitgliedsstaaten.
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Formaldehyd-Emissionen |
Einsatz von Holzwerkstoffen mit formaldehydfreier Verleimung, mit formaldehydhaltiger Verleimung und einer Formaldehyd-Ausgleichskonzentration ≤ 0,02 ppm oder mit allseitig aufgebrachter diffusionsdichter Beschichtung.
nicht empfohlen: Holzwerkstoffe mit einer Formaldehyd-Ausgleichskonzentration >0,03 ppm. |
Detaillierte Anwendungsempfehlungen und geeignete Produkte sind in der Lignum-Liste aufgeführt.
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Furnierleime, Klebstoffe für die Belegung |
Es sind formaldehydfreie Klebstoffe (z.B. Produkte auf Basis von PVAc) zu verwenden. nicht empfohlen: Produkte, welche Formaldehyd in relevanten Mengen an die Raumluft abgeben können. |
Ausschlussvorgabe Minergie-ECO 120.02 |
Austausch- und Rückbaubarkeit (Design for Disassembly) |
Es sind folgende Aspekte zu berücksichtigen:
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Haushaltküchen | ||
Küchenmöbel |
1. Priorität: Spanplatte werkbeschichtet oder lackiert, Massivholzplatte geölt, Brettsperrholz geölt. 2. Priorität: Spanplatte mit Schichtpressstoffplatte belegt oder funiert und lackiert, MDF-Platte werkbeschichtet oder lackiert oder mit Schichtpressstoffplatte belegt oder funiert und lackiert, Sperrholzplatte geölt. |
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Arbeitsplatten |
1. Priorität: Massivholzplatte geölt, Spanplatte belegt, Sperrholz geölt, Kunststein zementgebunden. 2. Priorität: Natursteinplatte Herkunft Schweiz, Keramikplatte, CrNi-Stahlblech auf Spanplatte. |
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Wandbekleidungen |
1. Priorität: Floatglas, Einscheibensicherheitsglas 6 mm, Kunststein zementgebunden. 2. Priorität: Natursteinplatten, Keramikplatten, CrNi-Stahlblech auf Spanplatte, Einscheibensicherheitsglas über 6 mm. |
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Oberflächen |
Spanplatten: melaminharzbeschichtet, Schichtpressstoffplatten/HPL belegt oder furniert.
nicht empfohlen: Verarbeitung lösemittelverdünnbarer Produkte auf der Baustelle. |
Ausschlussvorgabe Minergie-ECO 120.04 |
Apparate und Armaturen | ||
Backöfen |
Geräte mit Energieetikette Klassen A++ oder A+. |
Neue Backöfen müssen mindestens der Energieeffizienzklasse A entsprechen. Das neue Klassierungssystem (A-G) gilt noch nicht für Backöfen. |
Kühl- und Gefriergeräte |
1. Priorität: Geräte mit Energieetikette Klasse A oder B. 2. Priorität: Geräte mit Energieetikette Klasse C. |
Seit 1.3.2021 gilt ein neues Klassifizierungssystem (A bis G). |
Geschirrspüler |
1. Priorität: Geräte mit Energieetikette Klasse A. 2. Priorität: Geräte mit Energieetikette Klasse B. |
Wenn die Warmwasserproduktion mit erneuerbarer Energie erfolgt, sollte das Gerät an das Warmwasser angeschlossen werden. |
Dunstabzugshauben |
1. Priorität: Geräte mit Energieetikette Klassen A+++ oder A++. 2. Priorität: Geräte mit Energieetikette Klasse A+. |
Energieeffiziente Dunstabzugshauben zeichnen sich durch einen guten Wirkungsgrad des Ventilators und eine stromsparende LED-Beleuchtung aus. |
Armaturen |
Spültischarmaturen mit Energieetikette Klasse A oder B bzw. WELL-Label Klasse A oder B. |
Die Energieetikette bewertet den Energieverbrauch, das WELL-Label zusätzlich den Komfort.
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Kaffeemaschinen |
1. Priorität: Geräte mit Energieetikette Klasse A+++. 2. Priorität: Geräte mit Energieetikette Klasse A++. |
Liste energieeffizienter Geräte: |
Wiederverwendung / Verwertung | ||
Wiederverwendung von Küchenmöbeln |
Bestehende Küchenmöbel sind wieder zu verwenden, wenn sie in gutem Zustand und funktionstüchtig sind sowie den gestalterischen und ergonomischen Anforderungen entsprechen. Ein Austausch ohne zwingenden Grund ist zu vermeiden. |
Defekte Beschläge lassen sich meist einfach auswechseln.
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Wiederverwendung von Geräten |
Bestehende, funktionstüchtige Geräte sind wieder zu verwenden, wenn sie die relevanten Sicherheits-, Hygiene- oder Effizienzanforderungen erfüllen und mit dem neuen Küchenlayout kompatibel sind. Ein Austausch ohne zwingenden Grund ist zu vermeiden.
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Kühlgeräte siehe auch ecoBKP 230.
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Weitere Vorgaben in anderen ecoBKP | ||
Abbrüche/Rückbau |
Wiederverwendung / Verwertung. |
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Fenster, Aussentüren |
Montage. |
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Spez. Dichtungen und Dämmungen |
Abdichtungen (Fugendichtungsmassen, Fugenvergussmassen, Vorbehandlungen). |
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Elektroanlagen |
Installationen, Verwertung von Altgeräten. |
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Sanitäranlagen |
Legionellen, Wasserqualität, Ver- und Entsorgungsleitungen, Leitungsdämmungen, Sanierungen, Entsorgung von Installationsmaterial. |
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Bodenbeläge |
Unterlagsböden, Bodenbeläge, Reinigung |
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Innere Oberflächenbehandlung |
Beschichtungen auf Holzwerk. |
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ecoBKP 271: Gipserarbeiten | ||
Innenputze und Stukkaturen | ||
Vorbehandlung Untergrund |
Haftbrücken, Haft-, Grund- und Isolierbeschichtungen müssen wasserverdünnbar sein oder dürfen max. % 1 Lösemittel enthalten. |
Bei Innenanwendung:
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Haftschichten, Spachtelmassen |
1. Priorität: Gips-Kalk-, Kalk-Zement-, Zement- und Gips-/Weissputz. 2. Priorität: Baukleber & Einbettmörtel mineralisch. |
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Ausgleichsputze |
1. Priorität: Mineralisch gebundene Ausgleichsputze. |
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Ausgleichsmörtel |
1. Priorität: Mineralisch gebundene Ausgleichsmörtel. |
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Grundputze |
1. Priorität: Gips-Kalk-, Kalk-Zement-, Zement-, Lehm- und Gips-/Weissputz. 2. Priorität: Leichtgrundputz mineralisch. |
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Einschichtputze |
1. Priorität: Gips-Kalk-, Kalk-Zement- und Gips-/Weissputz. 2. Priorität: Weisszementputz. |
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Wärmedämmputze |
1. Priorität: Wärmedämmputz Perlit. 2. Priorität: Wärmedämmputz EPS. |
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Akustikputze |
Alle Bestandteile der Akustikputzsysteme (Putze, Trägerplatten etc.) dürfen kein Formaldehyd oder Formaldehyd abspaltende Substanzen enthalten. nicht empfohlen: Produkte, welche Formaldehyd an die Raumluft abgeben können. |
Akustikputze haben systembedingt grosse Oberflächen, über welche allfällig enthaltenes Formaldehyd abgegeben werden kann.
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Deckputze |
1. Priorität: Gips-/Weissputz, Lehm- und Gips-Kalkputz. 2. Priorität: Weisszement- und Sumpfkalkputz. |
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Trockenbau Wände | ||
Ständerwände |
1. Priorität: Einfache oder doppelte Ständerwände mit Mineralwolle und einfacher oder doppelter Beplankung aus Gipsplatte, Hartgipsplatten und Schalldämmgipsplatten. 2. Priorität: Einfache oder doppelte Ständerwände mit Mineralwolle und einfacher Beplankung mit Gips-Wandbauplatten (teilweise je nach Schalldämmmass). |
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Vorsatzschalen |
1. Priorität: Gipsplatten. 2. Priorität: Hartgipsplatten, Gips-Wandbauplatten. |
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Wandbekleidungen |
1. Priorität: Gipsplatten. 2. Priorität: Hartgipsplatten, Gips-Wandbauplatten. |
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Beplankungen |
1. Priorität: Gipsplatten. 2. Priorität: Gips-Wandbauplatten. |
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Installationswände |
1. Priorität: Doppelte Ständerwände mit Mineralwolle und je 2 Gipsplatten. |
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Wandbekleidungen mit Dämmung |
1. Priorität: Mineralschaumplatten, Gipsplatten mit EPS oder mit Mineralwolle. 2. Priorität: Gips-Wandbauplatte mit EPS oder Mineralwolle. |
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Wärme- und Schalldämmung, Dampfbremsen und -Sperren | ||
Formaldehydemissionen |
In beheizten Innenräumen verwendete Dämmstoffe: Produkte ohne Formaldehyd im Bindemittel oder mit nachweislich niedrigen Formaldehydemissionen. nicht empfohlen: Produkte, welche mehr als 25 ug/m3 Formaldehyd gem. CEN/TS 16516 emittieren. |
Dämmstoffe mit formaldehydhaltigem Bindemittel können zu einer Belastung der Innenraumluft mit Formaldehyd führen.
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Lungengängige Fasern |
Mineralfaserdämmstoffe dürfen mit der Raumluft nicht direkt in Verbindung stehen. |
Bei gelochten oder geschlitzten Platten ist ein Rieselschutz (z.B. Kraftpapier) vorzusehen. |
Rieselschutz |
Kraftpapier, Kunststofffolie aus Rezyklat |
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Dämm- und Putzträgerplatten |
1. Priorität: Steinwollplatten, Glaswollplatten. 2. Priorität: EPS-Platten, Schaumglasplatten, Mineralschaumplatten. |
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Schwerfolien |
Viskoseelastische Schwerfolie auf Bitumenbasis. nicht empfohlen: Bleihaltige Produkte. |
Ausschlussvorgabe Minergie-ECO 230.04 |
Wiederverwendung / Verwertung | ||
Erneuerung bestehender Oberflächen |
Bestehende Gips- und Putzflächen sowie Leichtbauelemente sind nur zu erneuern, wenn sie strukturelle oder schwerwiegende Schäden aufweisen. |
Verputzte Flächen und Elemente können punktuell ausgebessert werden, was eine ressourcenschonende Bauweise unterstützt. |
Gipsbestandteile |
Gipsbestandteile im Abbruchgut sind möglichst getrennt zu erfassen. Bei mechanischer Befestigung ist Wiederverwendung unter Umständen möglich; sonst Rückgabe an die Gipsindustrie oder Inertstoffdeponie, sofern die organischen Bestandteile max. 5 Gew.-% ausmachen. |
Vollgipsplatten ohne Beschichtung mit Tapeten, Folien oder keramischen Platten sowie ohne Verunreinigungen mit Metall, Kunststoff etc. können in der Schweiz dem Recycling zugeführt werden. |
Weitere Vorgaben in anderen ecoBKP | ||
Abbrüche/Rückbau |
Wiederverwendung / Verwertung. |
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Spez. Dichtungen und Dämmungen |
Abdichtungen (Fugendichtungsmassen, Vergussmassen, Vorbehandlungen). |
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Fassadenputze |
Verputzte Wärmedämmungen, Dämmstoffe. |
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Innere Oberflächenbehandlung |
Beschichtungen auf mineralische Untergründe. |
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ecoBKP 273: Schreinerarbeiten | ||
Allgemeines | ||
Voraussetzungen für nachfolgende Kapitel |
Für die in den nachfolgenden Kapiteln aufgeführten Vorgaben wird vorausgesetzt, dass die Anforderungen im Kapitel «Allgemeines» in diesem ecoBKP berücksichtigt werden. |
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Holzauswahl |
1. Priorität: Hölzer und Holzwerkstoffe aus nachhaltiger Produktion mit Nachweis Label Schweizer Holz, FSC- bzw. PEFC-Label oder gleichwertigem Label. 2. Priorität: Hölzer und Holzwerkstoffe europäischer Herkunft ohne Nachweis einer nachhaltigen Produktion. nicht empfohlen: Hölzer und Holzwerkstoffe aussereuropäischer Herkunft ohne Nachweis einer nachhaltigen Produktion. |
Als europäische Länder gelten die EU- und EFTA-Mitgliedsstaaten.
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Formaldehyd-Emissionen |
Einsatz von Holzwerkstoffen mit formaldehydfreier Verleimung, mit formaldehydhaltiger Verleimung und einer Formaldehyd-Ausgleichskonzentration ≤ 0,02 ppm oder mit allseitig aufgebrachter diffusionsdichter Beschichtung.
nicht empfohlen: Holzwerkstoffe mit einer Formaldehyd-Ausgleichskonzentration >0,03 ppm, Akustikplatten mit formaldehydhaltiger Verleimung. |
Detaillierte Anwendungsempfehlungen und geeignete Produkte sind in der Lignum-Liste aufgeführt; Produkte mit Anwendungsempfehlung 1 entsprechen der Vorgabe.
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Furnierleim, Klebstoffe für die Belegung |
Es sind formaldehydfreie Produkte ohne Lösemittel (max. 1%) oder wasserverdünnbare Produkte (z.B. Produkte auf Basis von PVAc/Weissleim) zu verwenden. nicht empfohlen: Verarbeitung lösemittelverdünnbarer Produkte auf der Baustelle oder Produkte, welche Formaldehyd in relevanten Mengen an die Raumluft abgeben können. |
Ausschlussvorgaben Minergie-ECO 120.02, 120.04 |
Vorbeugender chemischer Holzschutz |
nicht empfohlen: Einsatz von Holzschutz- oder Schädlingsbekämpfungsmitteln in Innenräumen. |
Chemischer Holzschutz ist gesundheits- sowie umweltbelastend und bei korrekter Konstruktionsweise unnötig. |
Austausch- und Rückbaubarkeit (Design for Disassembly) |
Es sind folgende Aspekte zu berücksichtigen:
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Innentüren | ||
Innentüren |
1. Priorität: Rahmentüren und Futtertüren aus Holz und Holzwerkstoffen.
2. Priorität: Stahlzargentüren mit Türblatt aus Holz und Holzwerkstoffen.
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Wandschränke, Gestelle | ||
Schränke aus Holz und Holzwerkstoffen |
1. Priorität: Massivholzplatte geölt oder lackiert, 3-Schicht-Massvholzplatte geölt oder lackiert. 2. Priorität: Spanplatte werkbeschichtet, Spanplatte mit Schichtpressstoffplatten belegt, Spanplatte furniert und mit Klarlack belegt, Spanplatte deckend mit Farblack beschichtet. |
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Regale, Tablare, Garderoben |
1. Priorität: Massivholzplatte geölt oder lackiert, 3-Schicht-Massvholzplatte geölt oder lackiert. 2. Priorität: Spanplatte werkbeschichtet, Spanplatte mit Schichtpressstoffplatten belegt, Spanplatte furniert und mit Klarlack belegt, Spanplatte deckend mit Farblack beschichtet. |
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Allgemeine Schreinerarbeiten | ||
Bauteile aus Holz und Holzwerkstoffen |
1. Priorität: Massivholz, 3-Schicht-Massivholz. 2. Priorität: Spanplatten, Grobspanplatten OSB. |
MDF beinhaltet deutlich mehr graue Energie als Massivholz- oder Spanplatten. |
Fensterbänke |
1. Priorität: Massivholz, 3-Schichtplatten. 2. Priorität: Glasfaserbeton. |
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Handläufe |
1. Priorität: Massivholz. 2. Priorität: Holzwerkstoff, Stahlrohr verzinkt/beschichtet, Alu-Rohr. |
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Wärme- und Schalldämmung, Brandschutz | ||
Formaldehydemissionen |
In beheizten Innenräumen verwendete Dämmstoffe: Produkte ohne Formaldehyd im Bindemittel oder mit nachweislich niedrigen Formaldehydemissionen. nicht empfohlen: Produkte, welche mehr als 25 ug/m3 Formaldehyd gem. CEN/TS 16516 emittieren. |
Dämmstoffe mit formaldehydhaltigem Bindemittel können zu einer Belastung der Innenraumluft mit Formaldehyd führen.
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Lungengängige Fasern |
Mineralfaserdämmstoffe dürfen mit der Raumluft nicht direkt in Verbindung stehen. |
Bei gelochten oder geschlitzten Platten ist ein Rieselschutz (z.B. Kraftpapier) vorzusehen. |
Rieselschutz |
Kraftpapier, Kunststofffolie aus Rezyklat |
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Schalldämmfolien |
Schwerfolie auf bituminöser Basis. nicht empfohlen: Bleihaltige Schalldämm-Folien. |
Auf bleihaltige Baustoffe sollte wegen deren Toxizität und Umweltbelastung grundsätzlich verzichtet werden.
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Oberflächen, Montage | ||
Oberflächen |
Spanplatten: melaminharzbeschichtet, kunstharzbeschichtet oder furniert.
nicht empfohlen: lösemittelverdünnbare Produkte oder Produkte mit Umwelt-Etikette Kategorie D bis G (bei Applikation auf der Baustelle). |
Werkseitige Beschichtungen sind bauseitigen Beschichtungen vorzuziehen.
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Montage- und Abdichtungsarbeiten |
Montage: Mechanische Befestigung.
nicht empfohlen: Montage/Abdichtung mittels Montage- oder Füllschäumen. |
Aluminium-Silikat-Wolle (FCR/ASW) enthält krebserzeugende Bestandteile.
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Wiederverwendung / Verwertung | ||
Wiederverwendung von Bauteilen |
Bestehende Schreinerarbeiten wie Türen, Einbaumöbel, Wand- und Deckenverkleidungen etc. sind bei gutem Zustand, sorgfältigem Rückbau und fachgerechter Aufbereitung erneut zu verwenden. Vor dem Einbau sind sie auf Funktion, Masshaltigkeit, Schäden (Feuchtigkeit, Abnutzung, Schädlinge etc.) sowie Schadstofffreiheit zu prüfen. |
Defekte Beschläge lassen sich meist einfach auswechseln.
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Weitere Vorgaben in anderen ecoBKP | ||
Abbrüche/Rückbau |
Wiederverwendung / Verwertung. |
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Fenster, Aussentüren |
Montage. |
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Spez. Dichtungen und Dämmungen |
Abdichtungen (Fugendichtungsmassen, Fugenvergussmassen, Vorbehandlungen). |
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Haushaltküchen |
Korpusse, Fronten, Arbeitsplatten, Spülbecken. |
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Innere Oberflächenbehandlung |
Beschichtungen auf Holzwerk. |
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Montagebau in Holz |
Wärmedämmungen, Winddichtungen, Dampfbremsen. |
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ecoBKP 276: Innere Abschlüsse | ||
Allgemeines | ||
Voraussetzungen für nachfolgende Kapitel |
Für die in den nachfolgenden Kapiteln aufgeführten Vorgaben wird vorausgesetzt, dass die Anforderungen im Kapitel «Allgemeines» in diesem ecoBKP berücksichtigt werden. |
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Holzauswahl |
1. Priorität: Hölzer und Holzwerkstoffe aus nachhaltiger Produktion mit Nachweis Label Schweizer Holz, FSC- bzw. PEFC-Label oder gleichwertigem Label. 2. Priorität: Hölzer und Holzwerkstoffe europäischer Herkunft ohne Nachweis einer nachhaltigen Produktion. nicht empfohlen: Hölzer und Holzwerkstoffe aussereuropäischer Herkunft ohne Nachweis einer nachhaltigen Produktion. |
Als europäische Länder gelten die EU- und EFTA-Mitgliedsstaaten.
|
Formaldehyd-Emissionen |
Einsatz von Holzwerkstoffen mit formaldehydfreier Verleimung, mit formaldehydhaltiger Verleimung und einer Formaldehyd-Ausgleichskonzentration ≤ 0,02 ppm oder mit allseitig aufgebrachter diffusionsdichter Beschichtung.
nicht empfohlen: Holzwerkstoffe mit einer Formaldehyd-Ausgleichskonzentration >0,03 ppm, Akustikplatten mit formaldehydhaltiger Verleimung. |
Detaillierte Anwendungsempfehlungen und eine Produktliste sind in der Lignum-Liste aufgeführt. Produkte mit Anwendungsempfehlung 1 entsprechen der Vorgabe.
|
Furnierleime, Klebstoffe für die Belegung |
Es sind formaldehydfreie Klebstoffe (z.B. Produkte auf Basis von PVAc, Weissleim) zu verwenden. nicht empfohlen: Verarbeitung lösemittelverdünnbarer Produkte auf der Baustelle. |
Ausschlussvorgabe Minergie-ECO 120.02 |
Austausch- und Rückbaubarkeit (Design for Disassembly) |
Es sind folgende Aspekte zu berücksichtigen:
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Bewegliche, versetzbare und feste Trennwände | ||
Bewegliche Trennwände |
1. Priorität: Faltwände einschalig aus Spanplatte kunstharzbeschichtet oder werkbelegt oder mit HPL belegt oder deckend lackiert. 2. Priorität: Faltwände ein- und zweischalig aus Furniersperrholz lackiert oder geölt, Faltwände zweischalig aus Spanplatte kunstharzbeschichtet oder werkbelegt oder mit HPL belegt oder deckend lackiert. |
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Bewegliche Trennwände mit Schallschutzanforderungen |
1. Priorität: Spanplatte kunstharzbeschichtet oder werkbelegt oder mit HPL belegt oder deckend lackiert. |
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Versetzbare Elementwände |
1. Priorität: Vollwandelemente mit Beplankung aus Spanplatte Kunstharz belegt. 2. Priorität: Vollwandelemente mit Beplankung aus Spanplatte Kunstharz belegt mit einem Glasanteil bis 50%. |
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Feste stehende Trennwände |
1. Priorität: Ein- und zweischalige Trennwände aus Spanplatten.
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Kabinentrennwände |
1. Priorität: Spanplatten kunstharzbeschichtet oder HPL belegt. |
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Abtrennsysteme |
1. Priorität: Abtrennsysteme aus Massivholzlatten. |
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Schallschutz-Hinterlagen | ||
Formaldehyd-Emissionen |
Mineralwollplatten für Hinterlagen von Deckenbekleidungen in beheizten Innenräumen: Produkte ohne Formaldehyd im Bindemittel oder mit nachweislich niedrigen Formaldehydemissionen. nicht empfohlen: Produkte, welche mehr als 25 ug/m3 Formaldehyd gem. CEN/TS 16516 emittieren. |
Dämmstoffe mit formaldehydhaltigem Bindemittel können zu einer Belastung der Innenraumluft mit Formaldehyd führen.
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Lungengängige Fasern |
Mineralfaserdämmstoffe dürfen mit der Raumluft nicht direkt in Verbindung stehen. |
Bei gelochten oder geschlitzten Platten ist ein Rieselschutz (z.B. Kraftpapier) vorzusehen. |
Rieselschutz |
Kraftpapier, Kunststofffolie aus Rezyklat |
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Akustikhinterlagen |
1. Priorität: Kunstfaservlies, Mineralwollplatten. |
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Oberflächenbehandung | ||
Allgemeines |
Werkseitig aufgebrachte Beschichtungen sind gegenüber bauseitig aufgebrachten Beschichtungen zu bevorzugen. |
Bei werkseitigen Beschichtungen werden in der Regel eine höhere Qualität und eine geringere Umweltbelastung erzielt. |
Holzrahmen und -füllungen, Holzteile von Türen |
Produkte ohne Lösemittel (max. 1%) oder wasserverdünnbare Produkte. nicht empfohlen: Verarbeitung lösemittelverdünnbarer Produkte auf der Baustelle. |
Ausschlussvorgabe Minergie-ECO 120.04 |
Aluminiumrahmen von Glasabschlüssen |
Aluminium pressblank oder farblos anodisiert. |
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Stahlrahmen von Glasabschlüssen |
Grundierung ohne Lösemittel (max. 1%) oder wasserverdünnbar mit anschliessender Pulver-Schlussbeschichtung. nicht empfohlen: Verarbeitung lösemittelverdünnbarer Produkte auf der Baustelle. |
Bei Innenanwendung auf Feuer- oder Spritzverzinkung verzichten.
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Montage | ||
Montage- und Abdichtungsarbeiten |
Montage: mechanisch befestigen.
nicht empfohlen: Montage/Abdichtung mittels Montage- oder Füllschäumen. |
Die Verwendung von Montage- und Füllschäumen erschwert den späteren Ausbau des Bauteils und kann die langfristige Luftdichtheit nicht gewährleisten.
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Wiederverwendung / Verwertung | ||
Wiederverwendung von Bauteilen |
Bestehende innere Abschlüsse wie Trenn- und Elementwände sind bei gutem Zustand, sorgfältigem Rückbau und fachgerechter Aufbereitung erneut zu verwenden. Vor dem Einbau sind sie auf Funktion, Masshaltigkeit sowie mögliche Schäden durch Feuchtigkeit, Abnutzung oder Schädlinge zu prüfen. |
Die Wiederverwendung reduziert Materialverbrauch und Abfall und trägt so zu einer ressourcenschonenden Bauweise bei. |
Weitere Vorgaben in anderen ecoBKP | ||
Abbrüche/Rückbau |
Wiederverwendung / Verwertung. |
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Montagebau in Holz |
Wärmedämmungen. |
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Spez. Dichtungen und Dämmungen |
Abdichtungen (Fugendichtungsmassen, Vergussmassen, Vorbehandlung). |
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Innere Oberflächenbehandlung |
Oberflächenbehandlungen auf Holz und Metall. |
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ecoBKP 281: Bodenbeläge | ||
Verlegewerkstoffe | ||
Grundierungen, Spachtelungen, Voranstriche, Klebstoffe |
Produkte mit Umwelt-Etikette A oder B oder Emicode EC1 bzw. EC1plus Label.
nicht empfohlen: lösemittelverdünnbare Produkte oder Produkte mit Umwelt-Etikette Kategorie D bis G. |
Emicode EC1/EC1 plus: Produkt-Kennzeichnungssystem für sehr emissionsarme Verlegewerkstoffe.
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Betonwahl (nicht klassifizierter Beton) |
Sofern technisch machbar sind Füll-, Hüll- und Unterlagsbeton, Betonfertigteile, Glas-, Stahl- und Kunststofffaserbeton mit folgenden RC-Anteilen herzustellen: 1. Priorität: Mind. 80% Betongranulat C oder Mischgranulat M. 2. Priorität: Mind. 40% Betongranulat C oder Mischgranulat M. |
Der Einfluss des RC-Anteils auf die Betonökobilanz kann mit dem Betonsortenrechner berechnet werden. |
Unterlagsböden, Zementüberzüge | ||
Rieselschutz |
Kraftpapier, Kunststofffolie aus Rezyklat |
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Ausgleichsschichten |
1. Priorität: Blähperlit bis 90 kg/m3. 2. Priorität: EPS-Platte 20 kg/m3, mineralisch bitumiert, Bimssteingranulat, EPS-Granulat (Rezyklat) zementgebunden, gebundene Splittschüttung, Leichtbeton EPS, Schaumbeton, zementgebundene Ausgleichsmasse. |
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Trenn- und Gleitlagen |
1. Priorität: Kunststofffolie aus Rezyklat. 2. Priorität: Kunststofffolie, Glasvlies, Oelpapier, Wellkarton/Oelpapier, bitumenumhülltes Glasvlies. |
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Feuchtigkeitssperren |
1. Priorität: Kunststoffdichtungsbahnen. 2. Priorität: Bitumen-/Polymerbitumenbahnen. |
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Wärmedämmungen |
1. Priorität: Steinwollplatte bis 100 kg/m3, Glaswollplatte. 2. Priorität: Steinwollplatte über 100 kg/m3, EPS-Platten, Schaumglasplatten. |
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Estriche im Verbund |
1. Priorität: Calciumsulfat-Fliessestrich CAF, Zementestrich CT, Zementfliessestrich CTF.
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Härtezusätze bei Zementüberzügen |
Quarzsand, Kunstharzmörtel auf Wasserbasis. |
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Trittschalldämmungen |
1. Priorität: Glaswollplatten unbelegt/belegt. 2. Priorität: Steinwollplatten unbelegt, EPS-Platten unbelegt/belegt, PE-Schaummatten. |
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Schwimmende Estriche ohne Bodenheizung, Beanspruchungsklassen A, B1 |
1. Priorität: Gussasphaltestrich AS, Calciumsulfatestrich CA, Calciumsulfat-Fliessestrich CAF. 2. Priorität: Zementestrich CT, Zementfliessestrich CTF. |
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Schwimmende Estriche ohne Bodenheizung, Beanspruchungsklassen B2, B3, C, D |
1. Priorität: Gussasphaltestrich AS, Calciumsulfatestrich CA, Calciumsulfat-Fliessestrich CAF. 2. Priorität: Zementestrich CT, Zementfliessestrich CTF. |
|
Schwimmende Estriche mit Bodenheizung, Beanspruchungsklassen A, B1 |
1. Priorität: Gussasphalt AS, Calciumsulfatestrich CA, Calciumsulfat-Fliessestrich CAF. 2. Priorität: Zementestrich CT, Zementfliessestrich CTF.
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Schwimmende Estriche mit Bodenheizung, Beanspruchungsklassen B2, B3, C, D |
1. Priorität: Gussasphaltestrich AS, Calciumsulfatestrich CA, Calciumsulfat-Fliessestrich CAF. 2. Priorität: Zementestrich CT, Zementfliessestrich CTF. |
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Beläge aus Holz, Kork und Laminat | ||
Holzauswahl |
1. Priorität: Hölzer und Holzwerkstoffe aus nachhaltiger Produktion mit Nachweis Label Schweizer Holz, FSC- bzw. PEFC-Label oder gleichwertigem Label. 2. Priorität: Hölzer und Holzwerkstoffe europäischer Herkunft ohne Nachweis einer nachhaltigen Produktion. nicht empfohlen: Hölzer und Holzwerkstoffe aussereuropäischer Herkunft ohne Nachweis einer nachhaltigen Produktion. |
Als europäische Länder gelten die EU- und EFTA-Mitgliedsstaaten.
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Formaldehyd-Emissionen |
Einsatz von Mehrschichtparkett mit formaldehydfreier Verleimung, mit formaldehydhaltiger Verleimung und einer Formaldehyd-Ausgleichskonzentration von ≤ 0,02 ppm oder mit allseitig aufgebrachter diffusionsdichter Beschichtung. nicht empfohlen: Holzwerkstoffe mit einer Formaldehyd-Ausgleichskonzentration >0,03 ppm ohne allseitig aufgebrachte diffusionsdichte Beschichtung. |
Detaillierte Anwendungsempfehlungen und geeignete Produkte sind in der Lignum-Liste aufgeführt. Produkte mit Anwendungsempfehlung 1 entsprechen der Vorgabe.
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Rieselschutz |
Kraftpapier, Kunststofffolie aus Rezyklat |
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Trockenschüttungen |
Rein mineralische Materialien wie Vermiculit wasserglasbehandelt, Steinwolle-Feingranulat, Porenbetongranulat. |
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Estriche aus Platten |
1. Priorität: Bretter Fichte/Tanne, Hartfaserplatten, Weichfaserplatten. 2. Priorität: OSB-Platten, Spanplatten, 3-Schicht-Massivholzplatten. |
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Trennlagen |
1. Priorität: Filzkarton, Rollkork. 2. Priorität: Poröse Faserplatte, Glaswollplatten. |
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Bodenbeläge Wohnen und Gewerbe mit geringer Beanspruchung |
1. Priorität: Mehrschichtparkett zwei-/dreischichtig, Klebeparkett, Hochkant-Lamellenparkett, Massivparkett, Hartholzriemen, Weichholzriemen, Stirnholzparkett 10 mm, Holzpflasterböden, Korkparkett 4 mm. 2. Priorität: Stirnholzparkett 20 mm, Laminat-Klickboden, Kork-Fertigparkett 11 mm. |
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Sockelleisten |
1. Priorität: Massivholz, MDF, Linoleum. 2. Priorität: Aluminium, Aluminium mit Holzkern, Kautschuk. |
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Holzstaubbindemittel |
Produkte mit Umwelt-Etikette Kategorie A oder B oder Emicode EC1 bzw. EC1plus Label. nicht empfohlen: lösemittelverdünnbare Produkte oder Produkte mit Umwelt-Etikette Kategorie D bis G. |
Ausschlussvorgabe Minergie-ECO 120.04 |
Oberflächenbehandlung, Beschichtung (Siegel und Bodenöle) |
1. Priorität: Produkte mit Umwelt-Etikette Kategorie A oder B oder Emicode EC1 bzw. EC1plus Label. 2. Priorität: 2K-Systeme mit Umwelt-Etikette Kategorie C. nicht empfohlen: lösemittelverdünnbare Produkte oder Produkte mit Umwelt-Etikette Kategorie D bis G. |
Auch natürliche Lösemittel wie Terpentin oder Zitrusschalenöle können zu gesundheitlichen Belastungen führen.
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Beläge aus Linoleum, Kunststoff, Textilien und dgl. | ||
Estriche aus Platten |
1. Priorität: Bretter Fichte/Tanne, Hartfaserplatten, Weichfaserplatten. 2. Priorität: OSB-Platten, Spanplatten, 3-Schicht-Massivholzplatten. |
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Elastische Boden-, Treppenbeläge Wohnen und Gewerbe mit geringer Beanspruchung |
1. Priorität: Linoleum, Polyurethan-Beläge aus überwiegend nachwachsenden Rohstoffen. 2. Priorität: Polyolefin (TPO). |
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Elastische Bodenbeläge Gewerbe/Industrie mit hoher Beanspruchung |
1. Priorität: Linoleum, Polyurethan-Beläge aus überwiegend nachwachsenden Rohstoffen. 2. Priorität: Polyolefin (TPO). |
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Textile Bodenbeläge |
2. Priorität: Webteppich Schurwolle. |
Vorgabe nur gültig, wenn keine Mottenschutzmittel mit Borsalz, Pyrethroiden oder Chlorphenolen enthalten sind. Produkte mit GuT-Label erfüllen diese Vorgabe.
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Sockelleisten |
1. Priorität: Massivholz, MDF, Linoleum. 2. Priorität: Aluminium, Aluminium mit Holzkern, Kautschuk. |
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Doppelböden | ||
Formaldehyd-Emissionen |
Einsatz von gipsgebundenen Doppelboden-Platten; Einsatz von Doppelboden-Platten aus Holzwerkstoffen mit formaldehydfreier Verleimung, mit formaldehydhaltiger Verleimung und einer Formaldehyd-Ausgleichskonzentration von max. 0,02 ppm oder mit allseitig aufgebrachter diffusionsdichter Beschichtung bzw. Belegung (Aluminium- oder Stahlblech, Kunststoff-Kanten). nicht empfohlen: Holzwerkstoffe mit einer Formaldehyd-Ausgleichskonzentration >0,03 ppm ohne allseitig aufgebrachte diffusionsdichte Beschichtung. |
Ausschlussvorgabe Minergie-ECO 120.02 |
Stützen, Rasterstäbe |
Stahl korrosionsgeschützt. |
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Doppelbodenplatten |
1. Priorität: Belag werkseitig: Holzwerkstoffplatte mit Alufolie belegt.
2. Priorität: Belag werkseitig: Gipsfaserplatte roh, Holzwerkstoffplatte mit Stahlblech belegt.
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Bodenbeläge Wohnen und Gewerbe mit geringer Beanspruchung |
1. Priorität: PUR aus überwiegend nachhaltigen Rohstoffen, Linoleum, Mehrschichtparkett zweischichtig, Klebeparkett. 2. Priorität: Polyolefin (TPO), Natursteinplatten, Keramikplatten. |
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Bodenbeläge Gewerbe/Industrie mit hoher Beanspruchung |
1. Priorität: PUR aus überwiegend nachhaltigen Rohstoffen, Linoleum. 2. Priorität: Polyolefin (TPO), Natursteinplatten. |
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Plattenbeläge (Plättli) | ||
Klebemörtel |
1. Priorität: Baukleber & Einbettmörtel mineralisch, Baukleber & Einbettmörtel mineralisch mit Leichtzuschlag. |
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Fugenmörtel |
1. Priorität: Baukleber und Einbettmörtel mineralisch |
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Bodenbeläge Wohnen und Gewerbe mit geringer Beanspruchung |
1. Priorität: Keramikmosaik, Glasmosaik 3 mm, Kunststein zementgebunden, Asphaltplatten. 2. Priorität: Natursteinplatten, Keramikplatte, Glasmosaik 4 mm. |
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Bodenbeläge Gewerbe/Industrie mit hoher Beanspruchung |
1. Priorität: Kunststein zementgebunden, Asphaltplatten 25 mm. 2. Priorität: Natursteinplatten, Asphaltplatten 30 mm. |
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Fugenlose Bodenbeläge | ||
Ausgleichsschichten |
2. Priorität: Zementmörtel, Beton, Asphaltbeton. |
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Bodenbeläge Wohnen und Gewerbe mit geringer Beanspruchung |
1. Priorität: Zementfliessbelag, Hartbeton ein-/zweischichtig, Terrazzobelag Zement. 2. Priorität: Zement-Kunstharz-Fliess-/Spachtel-/Mörtelbelag, Kunstharz-Einstreubelag (Epoxy, PUR) bis 2 mm, Kunstharz-Mörtelbelag bis 5 mm, Kunstharz-Kieselbelag, Magnesia-Fliessbelag, Hartsteinholz-Belag einschichtig, Magnesia-Belag einschichtig, Gussasphalt-Belag, Vermörtelungsbelag bis 25 mm. nicht empfohlen: Produkte mit einem Lösemittelgehalt über dem zulässigen Wert gemäss Minergie-Eco Anwendungshilfe Lösemittel. |
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Bodenbeläge Gewerbe/Industrie mit hoher Beanspruchung |
1. Priorität: Zementfliessbelag, Hartbeton ein-/zweischichtig, Terrazzobelag Zement. 2. Priorität: Zement-Kunstharz-Fliess-/Spachtel-/Mörtelbelag, Kunstharz-Mörtelbelag (Epoxy, PUR) bis 6 mm, Magnesia-Fliessbelag, Hartsteinholz-Belag ein-/zweischichtig bis 25 mm, Magnesia-Belag einschichtig, Gussasphaltbelag. nicht empfohlen: Produkte mit einem Lösemittelgehalt über dem zulässigen Wert gemäss Minergie-Eco Anwendungshilfe Lösemittel. |
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Oberfläche bestreuen |
1. Priorität: mineralische Produkte (Quarzsand). 2. Priorität: synthetische Produkte (Korund). |
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Oberflächenbehandlung (Siegel, Farben) |
1. Priorität: Produkte mit Umwelt-Etikette Kategorie A 2. Priorität: Produkte mit Umwelt-Etikette Kategorie B; dünnschichtige 2-K-Systeme mit Umwelt-Etikette Kategorie C. nicht empfohlen: lösemittelverdünnbare Produkte oder Produkte mit Umwelt-Etikette Kategorie D bis G. |
Produkte mit Umwelt-Etikette Kategorie A bis C erfüllen das Ausschlussvorgabe Minergie-ECO.
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Oberflächenbehandlung (Imprägnierungen) |
Produkte mit Umwelt-Etikette A bis C oder Produkte ohne Lösemittel (max. 1%) oder wasserverdünnbare Produkte. nicht empfohlen: lösemittelverdünnbare Produkte oder Produkte mit Umwelt-Etikette Kategorie D bis G. |
Ausschlussvorgabe Minergie-ECO 120.04 |
Reinigung | ||
Reinigungsprodukte |
Es sind Produkte zu wählen, welche entweder das europäische Umweltzeichen (EU Ecolabel), das Nordic Ecolabel (Nordischer Schwan), das Österreichische Umweltzeichen oder das ECOCERT Label tragen. |
Der Geltungsbereich umfasst keine Produkte, die in Bereichen mit erhöhten hygienischen Anforderungen (Krankenhäuser, Pflegeheime, Grossküchen, Hallenbädern etc.) eingesetzt werden. |
Wiederverwendung / Verwertung | ||
Wiederverwendung von Bauteilen |
Bestehende Bodenbeläge (z.B. Parkett, Laminat, Naturstein; ev. keramische Platten) sind bei gutem Zustand, sorgfältigem Rückbau und fachgerechter Aufbereitung erneut zu verwenden. Vor dem Einbau sind sie auf Ebenheit, Beschädigungen und Abnutzungsspuren zu prüfen. |
Die Wiederverwendung reduziert Materialverbrauch und Abfall und trägt so zu einer ressourcenschonenden Bauweise bei. |
Beläge aus PVC, Polyolefinen, Synthesekautschuk, Teppich, Linoleum etc. |
Rücknahme von PVC-Belägen durch Herstell- oder Lieferfirma zur Verwertung;
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Asbesthaltige Bodenbeläge |
Fachgerechter Ausbau und Entsorgung nach Technischem Merkblatt Nr. 66070 der SUVA. Die Sanierungsarbeiten unterliegen der Meldepflicht. |
Betroffen sind schwergewichtig zwischen 1970 und 1982 produzierte CV-(Cushioned-Vinyl)-Beläge („Novilon“) und PVC-Flex-Platten. |
Weitere Vorgaben in anderen ecoBKP | ||
Abbrüche/Rückbau |
Wiederverwendung / Verwertung. |
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Spez. Dichtungen und Dämmungen |
Abdichtungen (Fugendichtungsmassen, Fugenvergussmassen, Vorbehandlungen). |
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Schreinerarbeiten |
Holzwerkstoffe (Holzauswahl, Formaldehyd-Emissionen) |
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Baureinigung |
Baugrobreinigung, Baufeinreinigung, Reinigung von Bodenbelägen |
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ecoBKP 282: Wandbeläge, Wandbekleidungen | ||
Holzbekleidungen | ||
Holzauswahl |
1. Priorität: Hölzer und Holzwerkstoffe aus nachhaltiger Produktion mit Nachweis Label Schweizer Holz, FSC- bzw. PEFC-Label oder gleichwertigem Label. 2. Priorität: Hölzer und Holzwerkstoffe europäischer Herkunft ohne Nachweis einer nachhaltigen Produktion. nicht empfohlen: Hölzer und Holzwerkstoffe aussereuropäischer Herkunft ohne Nachweis einer nachhaltigen Produktion. |
Als europäische Länder gelten die EU- und EFTA-Mitgliedsstaaten.
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Formaldehyd-Emissionen |
Einsatz von Holzwerkstoffen mit formaldehydfreier Verleimung, mit formaldehydhaltiger Verleimung und einer Formaldehyd-Ausgleichskonzentration ≤ 0,02 ppm oder mit allseitig aufgebrachter diffusionsdichter Beschichtung.
nicht empfohlen: Holzwerkstoffe mit einer Formaldehyd-Ausgleichskonzentration >0,03 ppm, Akustikplatten mit formaldehydhaltiger Verleimung. |
Detaillierte Anwendungsempfehlungen und geeignete Produkte sind in der Lignum-Liste aufgeführt. Produkte mit Anwendungsempfehlung 1 entsprechen der Vorgabe.
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Furnierleime, Klebstoffe für die Belegung |
Es sind formaldehydfreie Klebstoffe (z.B. Produkte auf Basis von PVAc, Weissleim) zu verwenden. nicht empfohlen: Produkte, welche Formaldehyd in relevanten Mengen an die Raumluft abgeben können. |
Ausschlussvorgabe Minergie-ECO 120.02 |
Innere Bekleidungen |
1. Priorität: Holzfaserplatten, Bretter Fichte/Tanne, OSB-Platten, 3-Schichtplatten, Putzträgerplatten. 2. Priorität: Gipsfaserplatten bis 12.5 mm. |
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Hinterlagen von Wandbekleidungen | ||
Formaldehyd-Emissionen |
Mineralwollplatten für Hinterlagen von Wandbekleidungen in beheizten Innenräumen: Produkte ohne Formaldehyd im Bindemittel oder mit nachweislich niedrigen Formaldehydemissionen. nicht empfohlen: Produkte, welche mehr als 25 ug/m3 Formaldehyd gem. CEN/TS 16516 emittieren. |
Dämmstoffe mit formaldehydhaltigem Bindemittel können zu einer Belastung der Innenraumluft mit Formaldehyd führen.
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Lungengängige Fasern |
Mineralfaserdämmstoffe dürfen mit der Raumluft nicht direkt in Verbindung stehen. |
Bei gelochten oder geschlitzten Platten ist ein Rieselschutz (z.B. Kraftpapier) vorzusehen. |
Rieselschutz |
Kraftpapier, Kunststofffolie aus Rezyklat |
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Plattenarbeiten (Plättli) | ||
Grundierungen, Spachtelungen, Voranstriche, Klebstoffe |
Produkte mit Emicode EC1 / EC1 plus Label oder Produkte ohne Lösemittel (max. 1%) oder wasserverdünnbare Produkte. nicht empfohlen: lösemittelverdünnbare Produkte. |
Emicode EC1/EC1 plus: Produkt-Kennzeichnungssystem für sehr emissionsarme Verlegewerkstoffe.
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Wandbeläge |
1. Priorität: Keramikmosaik, Glasmosaik, Kunststein zementgebunden. 2. Priorität: Keramikplatte, Steinzeugplatte, Natursteinplatten, Glasplatten. |
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Klebemörtel |
1. Priorität: Baukleber & Einbettmörtel mineralisch, Baukleber & Einbettmörtel mineralisch mit Leichtzuschlag. |
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Fugenmörtel |
1. Priorität: Baukleber und Einbettmörtel mineralisch |
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Zementmörtelanwurf |
Kalkzement- oder zementgebundener Mörtelanwurf. |
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Tapezierarbeiten | ||
Wandbekleidungen |
1. Priorität: Rauhfasertapete. 2. Priorität: Vliestapete, PE-Tapete auf Vlies. |
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Tapetenleime |
Produkte ohne Lösemittel (max. 1%) oder wasserverdünnbare Produkte. nicht empfohlen: lösemittelverdünnbare Produkte. |
Ausschlussvorgabe Minergie-ECO 120.04 |
Wiederverwendung / Verwertung | ||
Wiederverwendung von Bauteilen |
Bestehende Wandbekleidungen (Holzvertäfelungen, HPL-Platten, keramische Platten etc.) sind bei gutem Zustand, sorgfältigem Rückbau und fachgerechter Aufbereitung erneut zu verwenden. Vor dem Einbau sind sie auf Funktion, Masshaltigkeit sowie mögliche Schäden (Feuchtigkeit, Abnutzung, Schädlinge etc.) sowie Schadstofffreiheit zu prüfen. |
Die Wiederverwendung reduziert Materialverbrauch und Abfall und trägt so zu einer ressourcenschonenden Bauweise bei.
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Weitere Vorgaben in anderen ecoBKP | ||
Abbrüche/Rückbau |
Wiederverwendung / Verwertung. |
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Spez. Dichtungen und Dämmungen |
Abdichtungen (Fugendichtungsmassen, Vergussmassen, Vorbehandlung). |
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Gipserarbeiten |
Trockenbau Wände (Ständerwände, Wandbekleidungen). |
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Schreinerarbeiten |
Holz und Holzwerkstoffe (Holzauswahl, Formaldehyd-Emissionen). |
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Deckenverkleidungen |
Oberflächenbehandlung (Transparente und deckende Beschichtungen). |
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Innere Oberflächenbehandlung |
Beschichtungen auf mineralische Untergründe, Holz und Metall. |
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ecoBKP 283: Deckenbekleidungen | ||
Deckenbekleidungen aus Gips und Mineralfasern | ||
Deckenbekleidungen ohne besondere Anforderungen |
1. Priorität: Gipsplatten bis 18 mm. 2. Priorität: Gipsplatten ab 20 mm, Gips-Wandbauplatten 25 mm. |
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Deckenbekleidungen mit Schallschutzanforderungen |
1. Priorität: Gipsplatten schallabsorbierend 12.5 mm. 2. Priorität: Steinwolleplatten 30 mm mit Akustikputz. |
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Deckenbekleidungen mit Brandschutz EI30 |
1. Priorität: Gips-Feuerschutzplatte 2x 12.5 mm. 2. Priorität: Gips-Feuerschutzplatte 2x 12.5 mm mit Glaswolle belegt, Gips-Wandbauplatte 25 mm, Gips-Wandbauplatte 25 mm mit Glaswolle belegt. |
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Deckenbekleidungen mit Brandschutz EI60 |
1. Priorität: Gips-Feuerschutzplatte 2x 15 mm. 2. Priorität: Gips-Feuerschutzplatte 2x 15 mm mit Glaswolle belegt. |
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Deckenbekleidungen mit Brandschutz EI90 |
1. Priorität: Gips-Feuerschutzplatte 2x 20 mm. 2. Priorität: Gips-Feuerschutzplatte 2x 20 mm mit Glaswolle belegt, Gips-Wandbauplatte 40 mm, Gips-Wandbauplatte 40 mm mit Glaswolle belegt. |
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Bekleidungen von Trägern und Kanälen |
1. Priorität: Gipsplatten. 2. Priorität: Gips-Wandbauplatten. |
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Deckenbekleidungen aus Holz und Holzwerkstoffen | ||
Holzauswahl |
1. Priorität: Hölzer und Holzwerkstoffe aus nachhaltiger Produktion mit Nachweis Label Schweizer Holz, FSC- bzw. PEFC-Label oder gleichwertigem Label. 2. Priorität: Hölzer und Holzwerkstoffe europäischer Herkunft ohne Nachweis einer nachhaltigen Produktion. nicht empfohlen: Hölzer und Holzwerkstoffe aussereuropäischer Herkunft ohne Nachweis einer nachhaltigen Produktion. |
Als europäische Länder gelten die EU- und EFTA-Mitgliedsstaaten.
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Formaldehyd-Emissionen |
Einsatz von Holzwerkstoffen mit formaldehydfreier Verleimung, mit formaldehydhaltiger Verleimung und einer Formaldehyd-Ausgleichskonzentration ≤ 0,02 ppm oder mit allseitig aufgebrachter diffusionsdichter Beschichtung.
nicht empfohlen: Holzwerkstoffe mit einer Formaldehyd-Ausgleichskonzentration >0,03 ppm, Akustikplatten mit formaldehydhaltiger Verleimung. |
Detaillierte Anwendungsempfehlungen und eine Produktliste sind in der Lignum-Liste aufgeführt. Produkte mit Anwendungsempfehlung 1 entsprechen der Vorgabe.
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Furnierleime, Klebstoffe für die Belegung |
Es sind formaldehydfreie Klebstoffe (z.B. Produkte auf Basis von PVAc, Weissleim) zu verwenden. nicht empfohlen: Produkte, welche Formaldehyd in relevanten Mengen an die Raumluft abgeben können. |
Ausschlussvorgabe Minergie-ECO 120.02 |
Deckenbekleidungen ohne besondere Anforderungen |
1. Priorität: Mineralfaserplatten, Holzwolle-Leichtbauplatten, Gipsplatten, Profilbretter, 3-Schicht-Massivholzplatten. 2. Priorität: Spanplatten, Spanplatten furniert, Sperrholzplatten, Grobspanplatten OSB. |
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Deckenbekleidungen mit Schallschutzanforderungen |
1. Priorität: Mineralfaserplatten, Holzwolle-Leichtbauplatten, Gipsplatten, Profilbretter, 3-Schicht-Massivholzplatten. 2. Priorität: Spanplatten, Spanplatten furniert, Sperrholzplatten, Grobspanplatten OSB. |
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Deckenbekleidungen mit Lamellen und Rasterelementen |
1. Priorität: Massivholz, 3-Schicht-Massivholz. 2. Priorität: Spanplatte furniert. |
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Deckenbekleidungen aus Metall | ||
Deckenbekleidungen ohne besondere Anforderungen |
2. Priorität: Alu-Paneel pulverbeschichtet. |
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Deckenbekleidungen mit Schallschutzanforderungen |
2. Priorität: Alu-Paneel pulverbeschichtet. |
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Deckenbekleidungen mit Lamellen und Rasterelementen |
2. Priorität: Vertikale Lamellen einwandig aus Alu pulverbeschichtet. |
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Hinterlagen von Deckenbekleidungen | ||
Formaldehyd-Emissionen |
Mineralwollplatten für Hinterlagen von Deckenbekleidungen in beheizten Innenräumen: Produkte ohne Formaldehyd im Bindemittel oder mit nachweislich niedrigen Formaldehydemissionen. nicht empfohlen: Produkte, welche mehr als 25 ug/m3 Formaldehyd gem. CEN/TS 16516 emittieren. |
Dämmstoffe mit formaldehydhaltigem Bindemittel können zu einer Belastung der Innenraumluft mit Formaldehyd führen.
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Lungengängige Fasern |
Mineralfaserdämmstoffe dürfen mit der Raumluft nicht direkt in Verbindung stehen. |
Bei gelochten oder geschlitzten Platten ist ein Rieselschutz (z.B. Kraftpapier) vorzusehen. |
Rieselschutz |
Kraftpapier, Kunststofffolie aus Rezyklat |
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Akustikhinterlagen |
1. Priorität: Kunstfaservlies, Mineralwollplatten. |
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Wiederverwendung / Verwertung | ||
Wiederverwendung von Bauteilen |
Bestehende Deckenbekleidungen sind bei gutem Zustand, sorgfältigem Rückbau und fachgerechter Aufbereitung erneut zu verwenden. Vor dem Einbau sind sie auf Funktion, Masshaltigkeit sowie mögliche Schäden (Feuchtigkeit, Abnutzung, Schädlinge etc.) sowie Schadstofffreiheit zu prüfen. |
Die Wiederverwendung reduziert Materialverbrauch und Abfall und trägt so zu einer ressourcenschonenden Bauweise bei.
|
Weitere Vorgaben in anderen ecoBKP | ||
Abbrüche/Rückbau |
Wiederverwendung / Verwertung. |
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Montagebau in Holz |
Wärmedämmungen. |
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Fenster, Aussentüren |
Montage. |
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Spez. Dichtungen und Dämmungen |
Abdichtungen (Fugendichtungsmassen, Fugenvergussmassen, Vorbehandlungen). |
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Innere Oberflächenbehandlung |
Oberflächenbehandlungen auf Holz und Metall. |
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ecoBKP 285: Innere Oberflächenbehandlungen | ||
Allgemeines | ||
Voraussetzungen für nachfolgende Kapitel |
Für die in den nachfolgenden Kapiteln aufgeführten Vorgaben wird vorausgesetzt, dass die Anforderungen im Kapitel «Allgemeines» in diesem ecoBKP berücksichtigt werden. |
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Produktauswahl |
Für den ganzen Schichtaufbau sind Produkte, die mit Umwelt-Etikette Kategorie A, A- oder B eingestuft sind oder das natureplus-Gütesiegel tragen, einzusetzen. nicht empfohlen: lösemittelverdünnbare Produkte, Produkte mit bioziden Wirkstoffen (Filmkonservierung) oder Produkte mit Umwelt-Etikette Kategorie D bis G. |
Die Umwelt-Etikette der Schweizer Stiftung Farbe stuft Beschichtungsstoffe in die Kategorie A (beste Kategorie) bis G ein. Die Einstufungskriterien sind transparent und berücksichtigen die Wirkung auf Mensch und Umwelt sowie die Gebrauchstauglichkeit.
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Oberflächenbehandlungen auf mineralische Untergründe und Tapeten | ||
Grundierungen |
1. Priorität: Produkte mit Umwelt-Etikette Kategorie A oder Produkte mit natureplus-Gütesiegel. 2. Priorität: Produkte mit Umwelt-Etikette Kategorie B. |
Ausschlussvorgabe Minergie-ECO 120.04
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Wand- und Deckenfarben |
1. Priorität: Produkte mit Umwelt-Etikette Kategorie A oder Produkte mit natureplus-Gütesiegel. 2. Priorität: Produkte mit Umwelt-Etikette Kategorie B. |
Ausschlussvorgabe Minergie-ECO 120.04
|
Bodensiegel und -farben |
1. Priorität: Produkte mit Umwelt-Etikette Kategorie A. 2. Priorität: Produkte mit Umwelt-Etikette Kategorie B; dünnschichtige 2-K-Systeme mit Umwelt-Etikette Kategorie C. |
Ausschlussvorgabe Minergie-ECO 120.04
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Imprägnierungen, Isolierfarben, Lasuren |
Produkte mit Umwelt-Etikette Kategorie A bis C oder Produkte ohne Lösemittel (max. 1%) oder wasserverdünnbare Produkte einsetzen. |
Ausschlussvorgabe Minergie-ECO 120.04
|
Oberflächenbehandlungen auf Holz und Metall | ||
Füller, Grundierungen, Imprägnierungen |
1. Priorität: Produkte mit Umwelt-Etikette Kategorie A. 2. Priorität: Produkte mit Umwelt-Etikette Kategorie B.
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Ausschlussvorgabe Minergie-ECO 120.04 |
Vorlacke, Decklacke, Klarlacke, Lasuren, Öle |
1. Priorität: Produkte mit Umwelt-Etikette Kategorie A. 2. Priorität: Produkte mit Umwelt-Etikette Kategorie B.
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Ausschlussvorgabe Minergie-ECO 120.04 |
Wachse, Beizen |
Produkte mit Umwelt-Etikette Kategorie A bis C oder Produkte ohne Lösemittel (max. 1%) oder wasserverdünnbare Produkte sowie Produkte ohne biozide Wirkstoffe (Holzanwendung) einsetzen. |
Ausschlussvorgaben Minergie-ECO 120.04 |
Renovation | ||
Vorbehandlung |
1. Priorität: Vollständig abwaschen mit Wasser (Leimfarbe), Anlaugen mit Salmiakgeist/Laugenpulver (Vorbereitung tragfähiger Altanstriche), mechanische Entfernung (Abschleifen, Sandstrahlen etc.), thermische Entfernung (Abbrennen, Trockeneis etc.). 2. Priorität: Abbeizen mit NMP/NEP-freiem Abbeizmittel. |
Bei mechanischen und thermischen Verfahren ist vorgängig sicherzustellen, dass der Altanstrich nicht mit Schadstoffen (Asbest, PCB, Blei etc.) belastet ist. |
Verschimmelte Untergründe |
Kleine Flächen (bis 100 cm2) mit Wasser und handelsüblichem Haushaltsreiniger entfernen, anschliessend mit 70-80% Alkohol desinfizieren. Grössere Flächen durch Fachfirma behandeln lassen (70-80% Alkohol, Wasserstoffsuperoxyd). nicht empfohlen: Anti-Schimmel-Mittel mit bioziden Wirkstoffen, Produkte mit Bioziden zur Filmkonservierung oder Nanosilber. |
Biozide wirken nur temporär und sind gesundheitsbelastend. Der Schutz vor Schimmel oder Pilzbewuchs ist mit geeigneten konstruktiven (Wärmedämmung, Lüftungsanlage etc.) oder organisatorischen Mitteln (regelmässiges Lüften) zu gewährleisten. Alkalische Farbsysteme (Silikatfarben, Organosilikatfarben, Kalkfarben) verzögern einen erneuten Schimmelbefall. |
Weitere Vorgaben in anderen ecoBKP | ||
Abbrüche/Rückbau |
Wiederverwendung / Verwertung. |
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Montagebau in Stahl |
Korrosionsschutzbehandlung von Stahlkonstruktionen. |
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Fenster, Aussentüren |
Oberflächenbehandlung (Fenster und Türen). |
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Äussere Oberflächenbehandlung |
Verwertung/Entsorgung (Farb- und Verdünnerresten, Farbschlamm, Gebinde). |
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Bodenbeläge |
Beläge aus Holz, Kork und Laminat (Oberflächenbehandlungen). |
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Wandbeläge |
Tapezierarbeiten. |
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ecoBKP 287: Baureinigung | ||
Allgemeines | ||
Voraussetzungen für nachfolgende Kapitel |
Für die in den nachfolgenden Kapiteln aufgeführten Vorgaben wird vorausgesetzt, dass die Anforderungen im Kapitel «Allgemeines» in diesem ecoBKP berücksichtigt werden. |
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Entsorgung von Abfällen |
Die bei der Baureinigung entstehenden Abfälle sind fachgerecht zu entsorgen. |
Bauchemische Produkte sind z.B. Reinigungsmittel, Beton- und Mörtelzusätze, Klebstoffreste, Dichstoffreste, Farbreste, ausgehärtete Farben und Farbpasten, Lösemittel, Pinselreiniger, Schmutzschlämme, Ablaugereste, Schleifstäube. |
Lösemittelhaltige Produkte |
Der Einsatz von lösemittelhaltigen Produkten ist auf Kleinstflächen zu beschränken (siehe Abschnitt Reinigungs- und Pflegeanweisungen). nicht empfohlen: Einsatz von Produkten mit aromatischen Lösemitteln. |
Terpentinersatz, Nitroverdünner, White Spirit, Reinigungsbenzin etc. enthalten aromatische Lösemittel.
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Stark saure oder alkalische Produkte |
Auf den Einsatz von stark sauren oder stark alkalischen Produkten (H-Sätze 314 bis 319) ist zu verzichten. Neutrale Allzweckreiniger genügen für die Baureinigung vollkommen. |
Ausnahmen (siehe Pflegeanleitungen): Entfernen von Zementschleier und Formentrennmittel (EPDM-Noppenbeläge). |
Ökolabels für Reinigungsprodukte |
Es sind Produkte zu wählen, welche entweder das europäische Umweltzeichen (EU Ecolabel), das Nordic Ecolabel (Nordischer Schwan), das Österreichische Umweltzeichen oder das ECOCERT Label tragen. |
Für alle Produkte gilt: fachgerechter Einsatz, Überdosierung ausschliessen. |
Massnahmen Planungsphase | ||
Zielsetzungen definieren |
Neben der späteren Gebäudenutzung ist auch der nahtlose Übergang von der Bau- zur Betriebsphase zu gewährleisten, d.h. entsprechend zu planen und vorzubereiten. Zusätzlich zur Baureinigung ist für die Bezugs- und Betriebsstartphase ein erhöhter Reinigungsaufwand einzuplanen. |
In der Regel werden die Zielsetzungen im Rahmen des planungs- und baubegleitenden Facility Managements (pbFM) definiert. |
Bauliche Anforderungen definieren |
Die Planung hat zu berücksichtigen, wie und wann Bauteile eingebaut werden, um das Risiko von Beschädigungen und Baureinigungsaufwand möglichst gering zu halten (Schmutzschleusen, Fenster, Bodenbeläge, Sanitärinstallationen, Möbel-Innenausbau). Eine ökonomisch und ökologisch sinnvolle Wahl der Bodenbeläge hat auch im Hinblick auf Schutzbehandlung und Reinigung zu erfolgen. |
|
Reinigungskonzept Betriebsphase erstellen |
Die Baureinigung muss auf die künftige Unterhaltsreinigung abgestimmt sein. Die objektspezifischen Reinigungsstandards und Hygieneanforderungen sind festzulegen und die zum Einsatz vorgesehenen, auf die Materialien abgestimmten Reinigungssysteme zu definieren. |
Unnötige Schutzbehandlungen und damit Grundreinigungen gleich zu Beginn der Unterhaltsreinigung sind zu verhindern (z.B. für Entfernen von Beschichtungen auf Linoleum, Metallpflege auf Lifttüren). |
Massnahmen Bauphase | ||
Schutz empfindlicher Oberflächen |
Empfindliche Oberflächen (polierte oder geschliffene Oberflächen, Gläser, Kanten/ Ecken) sind mit Faservlies und an besonders beanspruchten Stellen zusätzlich mit Holzfaserplatten abzudecken. Mittels lückenloser Verklebung der Stösse und Abschlüsse ist zu verhindern, dass Schmutz unter das Faservlies gelangen kann. |
Bei Arbeiten mit Trenn- oder Schruppscheiben sind empfindliche Oberflächen (Glas, Kunststoffe etc.) mit Karton vorgängig zu schützen. |
Vermeidung von Verschmutzungen |
Bei stark staubbildenden Arbeiten sind Verfahren zu wählen, welche die Absaugung der Stäube direkt an der Maschine erlauben. Die Räume sind möglichst staubdicht abzuschliessen, um eine Verschmutzung benachbarter Räume zu vermeiden. Im Raum gelagerte Baumaterialien oder Bauelemente sind vor Arbeitsbeginn entweder zu entfernen oder abzudecken. Der Schmutzeintrag ins Gebäude ist zu vermeiden (Zugangswege mit geschlossenen Belägen, Schmutzschleusen in allen Eingangsbereichen während Innenausbau- und Bauendphase). |
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Baugrobreinigung |
Bei schmutzbildenden Arbeiten oder starkem Eintrag von Schmutz ist jeweils periodisch, spätestens aber nach Abschluss der entsprechenden Arbeiten eine Baugrobreinigung ("besenrein") durchzuführen, um die Verteilung des Schmutzes im Gebäude zu begrenzen.
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Mindestens wöchentlich soll eine Baugrobreinigung durchgeführt werden. |
Temporäre Sanitäreinrichtungen |
Vor Durchführung der Baufeinreinigung sind temporäre Sanitäreinrichtungen im Gebäude zu entfernen bzw. zu grundreinigen. |
Während der Bauphase sind Bausanitäranlagen genügend oft hygienisch zu reinigen. |
Baunachreinigung |
Erfolgen nach Abnahme der Baufeinreinigung zusätzliche nachträgliche Installations- oder Bauarbeiten, so ist eine entsprechende Baunachreinigung vorzusehen. |
Einhalten der Vorgaben für die Baufeinreinigung respektive der späteren Unterhaltsreinigung. |
Reinigungs- und Pflegeanweisungen | ||
Baureinreinigung |
Die Reinigungs- und Pflegeanleitungen der eingesetzten Reinigungsprodukte sind zu beachten. Sie beinhalten in der Regel auch Hinweise zu den für die Baufeinreinigung einzusetzenden Reinigungssystemen und den Systemen für die Grund- oder Schutzbehandlung (insbesondere für Bodenbeläge). |
Jede Bodenbelagsart braucht ihre materialspezifische Reinigungs- und Pflegeanleitung (in der Regel vom Hersteller erhältlich). |
Schutzbehandlungen |
Für die Pflege sind Produkte ohne Schichtaufbau zu verwenden (Wischpflege, Spraypflegeprodukte). |
Nicht alle Böden brauchen eine Schutzbehandlung. |
Bodenbeläge Bahnenware |
Zwei Mal staubbindend wischen, anschliessend sprayreinigen oder nassreinigen mit oder ohne Wischpflege (abgestimmt auf Unterhaltsreinigung). |
Entfernung von Trennmitteln siehe EPDM-Noppenbeläge. |
EPDM-Noppenbeläge |
Formentrennmittel aus der Produktion (Silikon- oder Paraffinbasiert) müssen durch eine Grundreinigung vollständig entfernt werden. |
Reinigung muss ev. wiederholt durchgeführt werden. |
Naturstein bruchroh |
Trockensaugen oder kehrsaugen, dann scheuersaugen mit Scheuersaugmaschine und Wischpflegemittel ohne Schichtaufbau. |
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Natur- oder Kunststein geschliffen/poliert |
Zwei Mal staubbindend wischen, dann nasswischen mit Flachmopp oder Scheuersaugen mit Scheuersaugmaschine und Wischpflegemittel ohne Schichtaufbau. |
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Keramische Beläge (Plättli) |
Nasswischen mit Mikrofaser-Mopp, Scheuersaugen mit Scheuersaugmaschine mit Mikrofaserpad, Nassscheuern und Nasssaugen mit Einscheibenmaschine und Mikrofaserpad (jeweils ohne Pflegemittel). |
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Holzparkett versiegelt |
Zwei Mal staubbindend wischen, dann sprayreinigen mit Einscheibenmaschine und wässriger Wachsdispersion. |
Bei hoher Benutzerfrequenz Nachbehandlung mit unverdünnter Wachsdispersion. |
Holzparkett geölt |
Zwei Mal staubbindend wischen, dann Sprayreinigen mit Einscheibenmaschine und neutralem Reiniger, Scheuersaugen mit Scheuersaugmaschine und neutralem Reiniger. |
Beim Scheuersaugen muss die Zufuhr der Reinigungslösung stark reduziert werden, um Schäden zu vermeiden. |
Textile Beläge |
Bürstsaugen mit Bürstsauger, bei starker Verschmutzung trocken oder nass shampoonieren mit Einscheibenmaschine und Teppichshampoo. |
Bürstsaugen ist für langflorige Teppiche nicht geeignet. |
WC-Schüsseln, Pissoirs |
Nassscheuern mit Mikrofaserpad, Bürste, (mit neutralem Allzweckreiniger, ohne Pflegemittel); Nachtrocknen mit Mikrofasertuch. |
Säurereiniger nur falls nötig und gezielt anwenden. |
Fenster, Glasflächen |
Einwaschen mit Fenstereinwaschgerät und neutralem Allzweckreiniger, abziehen mit Fensterwischer. |
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Zementschleier |
Einsatz von Produkten auf Sulfamidsäurebasis (Amidosulfon). Fugen vorwässern, nur kurz wirken lassen, um Schäden zu vermeiden. Gut spülen und mit leicht alkalischem Produkt neutralisieren; nachspülen. |
Arbeitssicherheit beachten! |
Lack- und Farbspuren |
Lack- und Farbspuren auf Glas mit Glasklingen nass entfernen. |
Beim Umgang mit Lösemitteln sind Brandschutz und Arbeitssicherheit zu beachten. Lösemittelempfindliche Oberflächen sind gut abzudecken. |
Silikon- und Leimspuren |
Silikon- und Leimspuren möglichst noch frisch unter Verwendung eines konzentrierten Allzweckreinigers entfernen. Für eingetrocknete Silikonspuren speziellen Silikonentferner verwenden. |
Lösemitteleinsatz auf absolutes Minimum beschränken. Noch plastische Leimspuren lassen sich vereisen und dann mechanisch entfernen (analog zu Kaugummientfernung). |
Arbeitssicherheit | ||
Persönliche Schutzausrüstung |
Mit entsprechender Arbeitskleidung, -schuhen und –handschuhen, Schutzbrille und professioneller Unterweisung lassen sich Schäden an Personen und am Reinigungsobjekt vermeiden. |
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Geeignete Arbeitsmittel |
Auch bei ökologischen Produkten auf Hautfreundlichkeit achten; z.B. keine Essigsäure verwenden, chemische Produkte nicht sprühen und nicht einatmen. |
Beim Einsatz von Essigsäure entstehen unangenehme Dämpfe, es besteht die Gefahr von Korrosion und bei kupferhaltigen Materialien von Grünspanbildung. |
Kontrollen | ||
Externe Baustellenkontrollen |
Die Umsetzung der Baureinigung ist durch externe Baustellenkontrollen zu überwachen. Abweichungen von den festgelegten Verfahren sind sofort anzumahnen. |
Kontrollen haben unangemeldet zu erfolgen. |
Abnahmeprotokolle, Tests |
Nach Abschluss der Baufeinreinigung ist das Ergebnis mittels eines Abnahmeprotokolls festzuhalten. |
Zementschleierentfernung mit Säuretest prüfen (schäumende Reaktion). |
Bauschäden |
Die Baufeinreinigung muss rechtzeitig vor der Abnahme der Ausbau-Gewerke erfolgen, damit allfällige Bauschäden erkannt werden können. |
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Weitere Vorgaben in anderen ecoBKP | ||
Abbrüche/Rückbau |
Wiederverwendung / Verwertung. |
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Lüftungsanlagen |
Abnahme, Hygiene im Betrieb |
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ecoBKP 421: Gartenarbeiten | ||
Allgemeines | ||
Voraussetzungen für nachfolgende Kapitel |
Für die in den nachfolgenden Kapiteln aufgeführten Vorgaben wird vorausgesetzt, dass die Anforderungen im Kapitel «Allgemeines» in diesem ecoBKP berücksichtigt werden. |
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Gestaltungskonzept |
Umgebungsgestaltungen sind integral zusammen mit Untergeschossen, Tiefbauarbeiten, Fassaden- und Dachgestaltung, Erschliessung sowie Nutzung und Unterhalt zu planen. Insbesondere sind Bestandsbäume nach Möglichkeit einzubeziehen und zu erhalten. |
Die Umgebungsgestaltung ist ein wichtiger Faktor für die klimaresiliente Siedlungsraumentwicklung. Bäume sind dabei besonders leistungsfähig; je jünger sie gepflanzt werden, desto besser können sie sich entwickeln. |
Klima im Siedlungsraum |
Bei der Planung von Freiflächen im Siedlungsraum sind ausreichend Bäume, begrünte Flächen, Wasserflächen sowie wasserdurchlässige und helle Oberflächen vorzusehen. Versiegelte Flächen sind zu minimieren. Bestehende Bäume sind zu erhalten, Neupflanzungen klima- und standortgerecht auszuführen. |
Eine klimaangepasste Freiraumgestaltung trägt wesentlich zur Minderung von Wärmeinseln bei. Insbesondere Bäume verbessern durch Verdunstung und Beschattung das Mikroklima nachhaltig. |
Einbezug der Nutzenden |
Die Nutzenden werden bereits während der Erarbeitung des Umgebungskonzepts einbezogen und es werden Flächen eingerichtet, welche die Interaktion der Nutzenden mit der Umgebung erlauben (Beobachtungsstellen, Urban Gardening, Kompostierplätze etc.). |
Naturnahe Gärten werden oft als verwildert angesehen. Zur Erhöhung der Akzeptanz ist der Einbezug der Nutzenden und die Information der Anspruchsgruppen wichtig. |
Pflege und Unterhalt |
Es wird ein Pflegekonzept erarbeitet, welches die differenzierte, fachgerechte Pflege der unterschiedlichen Grünflächen gewährleistet.
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Um die Artenvielfalt zu erhalten oder zu fördern ist ein regelmässiger Unterhalt notwendig. |
Wiederverwendung von Materialien |
Bei der Gestaltung der Umgebung sind die bestehenden Materialien (Humus, Erde, Steine, Kies, Totholz etc.) soweit möglich vor Ort wieder zu verwenden. Neue Materialien sind nur zuzuführen, wenn dies unvermeidbar ist.
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Bodenbörsen existieren in vielen Kantonen. Adressen von Verwertungs- und Entsorgungsbetrieben: |
Zertifizierung von Anlagen |
Eine Zertifizierung mit dem Label „Naturpark“ der Stiftung Natur&Wirtschaft ist anzustreben. |
Mindestanforderungen (ökologische Qualität, Freiflächen etc.): |
Befestigte Flächen und bauliche Elemente | ||
Holzauswahl |
1. Priorität: Hölzer und Holzwerkstoffe aus nachhaltiger Produktion mit Nachweis Label Schweizer Holz, FSC- bzw. PEFC-Label oder gleichwertigem Label. 2. Priorität: Hölzer und Holzwerkstoffe europäischer Herkunft ohne Nachweis einer nachhaltigen Produktion. nicht empfohlen: Hölzer und Holzwerkstoffe aussereuropäischer Herkunft ohne Nachweis einer nachhaltigen Produktion. |
Als europäische Länder gelten die EU- und EFTA-Mitgliedsstaaten.
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Betonwahl (nicht klassifizierter Beton) |
Sofern technisch machbar sind Füll-, Hüll- und Unterlagsbeton, Betonfertigteile, Glas-, Stahl- und Kunststofffaserbeton mit folgenden RC-Anteilen herzustellen: 1. Priorität: Mind. 80% Betongranulat C oder Mischgranulat M. 2. Priorität: Mind. 40% Betongranulat C oder Mischgranulat M. |
Der Einfluss des RC-Anteils auf die Betonökobilanz kann mit dem Betonsortenrechner berechnet werden. |
Zementwahl |
1. Priorität: CEM III/A, CEM III/B. 2. Priorität: CEM II/A, CEM II/B-LL, CEM II/B-M, CEM II/C-M, ZN/D. |
Für Konstruktionsbeton, Füll-, Hüll- und Unterlagsbeton.
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Befestigte Flächen |
1. Priorität: Natursteinplatten 30 mm Herkunft Schweiz, Natursteinpflästerung Herkunft Schweiz, Betonplatten 40 mm, Schotter- und Kiesrasen, Massivholzbelag, Holzpflästerung, Mergelbelag. 2. Priorität: Natursteinplatten 30 mm Herkunft Europa, Verbund-/Pflastersteine aus Beton, Rasengittersteine, Klinkersteine 50 mm. |
Sitzplätze, Gehwege, Parkplätze u.a. sind möglichst wasserdurchlässig zu gestalten. Platten und Steine sind in Splitt oder Kies zu verlegen (ungebundene Bauweise), Fugen sind offen zu lassen oder mit Sand auszufugen.
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Sichtschutz, Sichtschutzwände |
1. Priorität: Holzwand aus Brettern oder Palisaden, Natursteine Herkunft Schweiz, Chromstahl Gitter, Stahlblech Gitter. 2. Priorität: Betonlamellen Wand, Natursteine Herkunft Europa. |
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Lärmschutz |
1. Priorität: Holzelemente (gehalten von Holz- oder Stahlstützen). 2. Priorität: Kalksandsteinmauer, Glaselemente oder Porenbetonelemente (gehalten von Stahlstützen). |
Auch mittels Terraingestaltung kann die Lärmbelastung reduziert werden. |
Stützmauern |
1. Priorität: Naturstein-Trockenmauer, Winkelplatte 15 cm, Löffelstein aus Beton (Tiefe 40-50 cm). 2. Priorität: Betonschwelle 20 cm, Spaltstein 19 cm. |
Steinkörbe werden nicht empfohlen, weil die Verzinkung zu einer Bodenbelastung führt. |
Kinderspielplätze |
Kinderspielplätze werden naturnah gestaltet. Die Spielgeräte bestehen grösstenteils aus nachwachsenden Rohstoffen. |
Spielgeräte aus Holz werden oft mit Bioziden behandelt. Die gesundheitliche Unbedenklichkeit ist in solchen Fällen abzuklären. |
Entwässerungsrohre bis DN 200 |
1. Priorität: PP-Rohre SN 4/SN 8/SN 12, Steinzeugrohre, PE-Rohre SN 2/SN 4. 2. Priorität: PE-Rohre SN 8, PP-Rohre SN 16, PVC-U-Rohre SN 2/SN 4. |
Vorgabe für PVC-U-Rohre nur gültig, wenn keine umwelt- und gesundheitsrelevanten Bestandteile enthalten sind. Gussrohre weisen höhere Werte für die Graue Energie und die Treibhausgasemissionen auf als solche aus andern Materialien. |
Entwässerungsrinnen |
1. Priorität: Betonrinne mit Gusszarge, PP-Rinne. 2. Priorität: Betonrinne mit Chromstahlzarge, Polymerbetonrinne mit Gusszarge. |
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Abdeckungen für Entwässerungsrinnen, Belastungsklasse A |
1. Priorität: - 2. Priorität: Chromstahl. |
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Abdeckungen für Entwässerungsrinnen, Belastungsklasse B |
1. Priorität: Polypropylen. 2. Priorität: Chromstahl. |
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Abdeckungen für Entwässerungsrinnen, Belastungsklasse C |
1. Priorität: Gusseisen. 2. Priorität: Chromstahl. |
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Kabelschutzrohre flexibel |
2. Priorität: PE-Rohre KRFWG, Polyolefin-Rohre KRFWG, PP-Rohre KRFWG. |
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Regenwassermanagement | ||
Versickerung |
Unverschmutztes Meteorwasser ist wenn möglich vor Ort über eine belebte Bodenschicht versickern zu lassen. |
Z. B. Versickerungsmulde, Versickerung über die Schulter. |
Retention |
Im Rahmen des Entwässerungskonzepts sind Massnahmen zu treffen, das Regenwasser vor Ort zurückzuhalten (z.B. nicht abgedichtete Retentionsmulden, Feuchtbiotope, Retention in der Sauberwasserleitung, Regenwassernutzung, begrünte Dächer). |
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Flora und Fauna | ||
Naturinventar |
Die bestehenden Naturwerte (Naturinventar) sind durch eine Fachperson zu erheben und die Potentiale abzuklären. Folgende Themenfelder sind dabei zu berücksichtigen: Bodenbeschaffenheit, Vegetation/Baumbestand/invasive Neophyten, Habitate von Tier- und Pflanzenarten (insbes. von geschützten bzw. bedrohten Arten), Vernetzungen, Gewässerschutz, Altlasten, Erosion, Pflegezustand. Zu betrachten sind das eigene Grundstück und die nähere Umgebung. |
Ein Naturinventar dient zum Aufzeigen des Bestands an naturnahen Lebensräumen und Objekten sowie von Defiziten und stellt die Grundlage zur Erarbeitung eines Umgebungs- und Schutzkonzepts dar. Zudem erlaubt es Rückschlüsse auf die Entwicklung von Tier- und Pflanzenarten. |
Renaturierung, ökologischer Ausgleich |
Wenig naturnahe Flächen (Parkplätze, Lagerplätze, Strassen, eingedolte Gewässer, Wasserbecken etc.) werden renaturiert und undurchlässige Belagsflächen entfernt. |
Durch die Renaturierung können die Biodiversität erhöht und das Mikroklima wesentlich verbessert werden. |
Lebensräume |
Unterschiedliche artenreiche und ökologisch wertvolle Lebensräume schaffen; z.B. Wald, Baumgruppen, Hochstammobstgärten, humusarme Freiflächen, kiesige Ruderal- oder Brachflächen, Wildblumenwiesen, Feuchtwiesen, Hecken, Staudenflure und Krautsäume, Feuchtbiotope (Tümpel, Kleingewässer, Feuchtzone), Haufen aus Natursteinen oder Totholz, Trockenmauern, begrünte Zäune und Mauern. |
Massnahmen für die Schaffung von Lebensräumen: Heft 4 „Umgebung“ aus der Reihe Ökologie am Bau des vrb: |
Ökologische Vernetzung |
In der Umgebungsgestaltung werden Vernetzungskorridore und Trittsteinbiotope (auf Basis des Inventars) geschaffen. Dies können z.B. Kleintierdurchlässe, Steinhaufen, Habitatbäume oder Totholzinseln sein. |
Viele Tierarten können nur kurze Strecken überwinden. Hindernisarme, geeignet ausgestaltete Korridore oder Trittsteinbiotope ermöglichen es solchen Arten, sich (wieder) auszubreiten. |
Schutz von Naturwerten |
Die im Inventar festgestellten bestehenden Naturwerte sowie Habitate von Pflanzen und Tieren sind mit geeigneten Massnahmen zu schützen. Insbesondere sind Fachpersonen beizuziehen, eine frühzeitige Bestandsaufnahme durchzuführen, empfindliche Flächen zu schützen sowie jegliche Störungen (z.B. durch Schadstoff- und Sedimenteinträge oder Licht und Lärm) zu vermeiden. Falls Flächen trotz aller getroffenen Massnahmen Veränderungen erfahren haben, so sind diese fachgerecht wiederherzustellen und so lange zu pflegen, bis der Ausgangszustand erreicht ist. |
Innerhalb der Abschrankungen dürfen keine Güter gelagert oder Bauinstallationen errichtet werden. |
Baumschutz |
Bei Bauarbeiten im Bereich von Bäumen (Radius der Baumkrone plus 2 Meter) ist vor Baubeginn entweder der ganze Bereich mit einem stabilen Bauzaun abzutrennen oder der Boden und der Baumstamm mit geeigneten Massnahmen zu schützen. Grabarbeiten, Aufschüttungen oder das Befahren sind in diesem Bereich zu vermeiden oder, falls sie unumgänglich sind, von Fachpersonen zu begleiten.
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Vor der Fällung von Bäumen ist abzuklären, ob eine Bewilligung erforderlich ist oder Fällungsverbote bestehen. |
Bepflanzung |
1. Priorität: Einheimische standortgerechte Arten (wenn möglich regionale Typen verwenden). 2. Priorität: Standortgerechte Arten. nicht empfohlen: Invasive Neophyten gemäss Schwarzer Liste (z.B. Goldrute, japanischer Stauden-Knöterich, japanisches Geissblatt, Sommerflieder, Riesen-Bärenklau etc.). |
Pflanzenliste mit Bäumen und Sträuchern: Heft 4 „Umgebung“ aus der Reihe Ökologie am Bau des vrb.
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Baumpflanzung und -pflege |
Bei Neupflanzungen sind standortgerechte, klimaresistente und möglichst einheimische Arten nach Schweizer Qualitätsstandard zu wählen. Es ist ein ausreichend grosser, strukturstabiler und wasserdurchlässiger Durchwurzelungsraum bereitzustellen. Die Pflanzung erfolgt mit sichtbarem Wurzelansatz und ohne Bodenverdichtung.
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Bäume prägen das Erscheinungsbild des Siedlungsraums und tragen wesentlich zu einem angenehmen Mikroklima, zur Förderung der Biodiversität und zur Steigerung der Aufenthaltsqualität bei. Eine angepasste und sorgfältige Pflege gewährleistet ihren erfolgreichen Anwuchs, ihre Vitalität und Langlebigkeit. |
Dach- und Fassadenbegrünung |
Geeignete Dach- und Fassadenflächen werden begrünt und gleichzeitig Kleinstrukturen für Tiere geschaffen. |
Dachbegrünungen lassen sich mit Solaranlagen kombinieren. Es gibt verschiedene Typen der Fassadenbegrünung; bezüglich Erstellung und Unterhalt sind bodengebundene Begrünungen (z.B. mit Rankgerüsten oder Seilsystemen) vorteilhaft. |
Bodengebundene Fassadenbegrünungssysteme |
1. Priorität: Holzroste, rahmenlose Systeme aus CNS-Netzen. 2. Priorität: Rahmenlose Systeme mit CNS-Seilen und CNS-Konsolen, Roste aus glasfaserverstärktem Kunststoff. |
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Fassadengebundene Begrünungssysteme |
1. Priorität: Substratlose Systeme aus Kunstfasergewebe auf Chromstahl-Blechprofilen. 2. Priorität: Systeme mit substratgefüllten Kunststoffbehältern auf Chromstahl-Blechprofilen. |
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Bekämpfung von Problempflanzen |
Auf dem gesamten Areal werden keine Pflanzenschutzmittel (Biozide, Herbizide) eingesetzt.
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Gemäss ChemRRV ist die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln auf Dächern, Terrassen und Wegen verboten. |
Nisthilfen |
Es werden geeignete Nisthilfen für verschiedene Tierarten (z.B. Insekten, Vögel, Fledermäuse, Bilche) geschaffen. |
Nisthilfen erleichtern den Tierarten die Ansiedlung. Sie müssen exakt auf die Bedürfnisse der entsprechenden Tierart abgestimmt sein. |
Vermeidung von Tierfallen |
Roste von Licht- und Lüftungsschächten sind mit einem Gitternetz (Maschenweite max. 5 mm) zum Schutz von Tieren abzudecken.
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Merkblatt Koordinationsstelle für Amphibien- u. Reptilienschutz CH:
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Lichtemissionen |
Die Beleuchtung ist so zu planen, dass Licht nur dorthin gelangt, wo es einen funktionalen Zweck erfüllt. Beleuchtungsdauer und Lichtstärke sind auf das funktional Notwendige reduzieren, Beleuchtungszeiten sind den saisonalen Gegebenheiten anpassen, in Naturschutzgebieten und ökologisch empfindlichen Landschaftsräumen ist möglichst auf künstliche Beleuchtung verzichten. |
Unnötige Lichtemissionen aus Beleuchtungsanlagen führen zur Beeinträchtigung von Ökosystemen, zum Tod von Tieren und zu Umweltbelastung (Stromverbrauch). |
Wiederverwendung / Verwertung | ||
Wiederverwendung von Bauteilen |
Bauteile im Gartenbereich (z.B. Zementplatten, Treppenstufen, Stellriemen, Terrassendielen, Zäune, Pflanzgefässe, Pergolen) sind bei gutem Zustand, sorgfältigem Rückbau und fachgerechter Aufbereitung erneut zu verwenden. Vor dem Einbau sind sie auf Stabilität, Witterungsbeständigkeit und mögliche Schäden (Feuchtigkeit, Schädlinge, Abnutzung etc.) sowie Schadstofffreiheit zu prüfen. |
Die Wiederverwendung reduziert Materialverbrauch und Abfall und trägt so zu einer ressourcenschonenden Bauweise bei.
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Weitere Vorgaben in anderen ecoBKP | ||
Abbrüche/Rückbau |
Wiederverwendung / Verwertung. |
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Baustelleneinrichtung |
Installationsplanung (Baumschutz, Gewässerschutz, Luftreinhaltung, Baulärm). |
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Baugrubenaushub |
Bodenschutz, Maschineneinsatz, Erdarbeiten, Verwertung/Entsorgung. |
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Baumeisterarbeiten |
Betonzusatzmittel, Schalung. |
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Montagebau in Stahl |
Stahlteile, Korrosionsschutz. |
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Montagebau in Holz |
Holzschutz und Holzauswahl. |
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Bedachungsarbeiten |
Dachbegrünungen |
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ecoBKP 450: Erschliessung durch Leitungen | ||
Allgemeines | ||
Voraussetzungen für nachfolgende Kapitel |
Für die in den nachfolgenden Kapiteln aufgeführten Vorgaben wird vorausgesetzt, dass die Anforderungen im Kapitel «Allgemeines» in diesem ecoBKP berücksichtigt werden. |
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Belastete Böden und Altlasten |
Bei Verdacht auf Belastung des Bodens mit Schadstoffen (z.B. Rebgelände, Familiengärten) oder Altlasten (z.B. Industrie-, Gewerbe- oder Bahnareale) müssen Untersuchungen und allfällige Massnahmen in Absprache mit der kantonalen Fachstelle für Bodenschutz oder Altlasten durchgeführt werden. |
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Rohrumhüllungen und Auffüllungen |
Mit Aushubmaterial, rezykierten Gesteinskörnungen, Recyclingbeton. |
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Wasser und Gas | ||
Hausanschlussleitungen |
1. Priorität: PE-Rohre. 2. Priorität: Stahlrohr nichtrostend (CNS), Stahlrohr verzinkt mit PE-Umhüllung. |
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Hauptleitungen |
1. Priorität: PE-Rohre. 2. Priorität: Gussrohre. |
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Weitere Vorgaben in anderen ecoBKP | ||
Abbrüche/Rückbau |
Wiederverwendung / Verwertung. |
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Grabenaushub |
Allgemeines (Altlasten), Maschineneinsatz, Erdarbeiten, Verwertung/Entsorgung. |
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Baumschutz |
Bauarbeiten im Bereich von Bäumen. |
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