ecoBKP 2021



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Material/Prozess Vorgaben Hinweise/Quellen

ecoBKP 211: Baumeisterarbeiten

Beton

Betonwahl

Einsatz von klassifiziertem Recyclingbeton (Konstruktionsbeton) RC-M für Bauteile der Expositionsklassen X0, XC1, XC2 und XC3; RC-C für Bauteile der Expositionsklassen XC2, XC3 und XC4; Einsatz von nicht klassifiziertem Recyclingbeton mit Mischabbruch- oder Betongranulat für Unterlags-, Füll- oder Sickerbeton.

1. Priorität: Konstruktionsbeton: RC-Beton mit Anteil Rc+Rb mind. 40%; nicht klassifizierter Beton: RC-Beton mit Anteil Rc+Rb mind. 80%.

2. Priorität: Konstruktionsbeton: RC-Beton mit Anteil Rc+Rb mind. 25%; nicht klassifizierter Beton: RC-Beton mit Anteil Rc+Rb mind. 40%.

nicht empfohlen: Einsatz von Primärbeton, wenn RC-Beton innerhalb einer Transportdistanz von 25 km verfügbar ist (Ausnahmen vgl. KBOB Empfehlung 2007/2).

RC-Beton ist als Konstruktionsbeton für die häufigsten Anwendungen im Hochbau (auch Sichtbeton) geeignet.
RC-C: Beton mit Betonabbruchgranulat, RC-M: Beton mit Mischabbruchgranulat.
Dämmbeton besitzt ca. das Doppelte an Grauer Energie wie vergleichbare Konstruktionen.
Kunststoff-Hohlkörper in Betondecken haben nur einen positiven Einfluss auf die Ökologie, wenn sie aus Post-Consumer-Recyclingmaterial bestehen.
Der Einfluss des RC-Anteils auf die Betonökobilanz kann mit dem Betonsortenrechner berechnet werden.

Minergie-Eco Ausschlusskriterium A2.050
Minergie-Eco Vorgaben M3.020 bis M3.040

Zementwahl

1. Priorität: CEM II/B-LL, CEM III/B.

2. Priorität: CEM II/A-LL, CEM III/A.

Für Konstruktionsbeton, Füll-, Hüll- und Unterlagsbeton.
CEM II/B-LL benötigt für die Herstellung weniger Graue Energie und verursacht geringere Treibhausgasemissionen als CEM II/A-LL. Das gleiche gilt für CEM III/B im Vergleich zu CEM III/A.
Bezüglich Grauer Energie weisen CEM II/A-LL und CEM II/B-LL Vorteile gegenüber den CEM III-Arten auf. Demgegenüber verursachen CEM III Zemente aufgrund des tiefen Portlandzementklinkeranteils die niedrigsten Treibhausgasemissionen. Betone mit CEM III besitzen jedoch eine geringere Frühfestigkeit (längere Ausschalzeiten) und entwickeln weniger Wärme beim Abbinden (eingeschränkter Einsatz bei tiefen Temperaturen).

Minergie-Eco Vorgabe M4.010

Der Einfluss der Zementwahl auf die Betonökobilanz kann mit dem Betonsortenrechner berechnet werden.

Betonzusatzmittel

Bei technischer Machbarkeit ist auf Betonzusatzmittel zu verzichten. Sind solche erforderlich, sind Produkte ohne Lösemittel (max. 1%) oder wasserverdünnbare Produkte zu verwenden, welche

1. Priorität: das FSHBZ-Gütesiegel tragen oder keine umwelt- und gesundheitsgefährdenden Bestandteile enthalten.

2. Priorität: Bestandteile mit geringer Umwelt- und Gesundheitsgefährdung enthalten.

Kontrolle der Anforderungen mittels Zertifikat, Produktedatenblatt oder Sicherheitsdatenblatt.
Die relevanten umwelt- und gesundheitsgefährdenden Bestandteile sind in der Methodik Baumaterialien ecobau aufgeführt.

Schalöl

Produkte ohne Lösemittel (max. 1%) oder wasserverdünnbare Produkte, welche

1. Priorität: das Umweltzeichen RAL UZ 178 oder das europäische Umweltzeichen tragen oder keine umwelt- und gesundheitsgefährdenden Bestandteile enthalten.

2. Priorität: Bestandteile mit geringer Umwelt- und Gesundheitsgefährdung enthalten.

Kontrolle der Anforderungen mittels Zertifikat, Produktedatenblatt oder Sicherheitsdatenblatt.
Die relevanten umwelt- und gesundheitsgefährdenden Bestandteile sind in der Methodik Baumaterialien ecobau aufgeführt.

Haftmittel, Nachbehandlungsmittel, Oberflächenbeschichtung

1. Priorität: Produkte mit Emicode EC1 bzw. EC1plus Label oder Produkte ohne Lösemittel (max. 1%) oder wasserverdünnbare Produkte.

Maurerarbeiten

Einstein- und Verbandmauerwerk

1. Priorität: Zementstein MC hohl, Porenbetonstein MP, Porenbetonstein MPL, Lehmstein natürlich getrocknet.

2. Priorität: Backstein MB, Kalksandstein MK, Zementstein MC voll, Lehmstein technisch getrocknet.

Gebrannte Steine (wie z.B. Backsteine) beinhalten mehr Graue Energie als z.B. Zementsteine.

Äusseres Vorsatzmauerwerk

2. Priorität: Backstein MB, Kalksandstein MK, Zementstein MC voll.

Schalldämmendes Mauerwerk

1. Priorität: Mauerwerk aus Kalksandstein MK, Zementstein MC

2. Priorität: Mauerwerk aus Backstein MB

Vergleich der Mauerwerke bei gleicher Schalldämmleistung.

Leichtmauerwerk (Wärmedämmsteine)

1. Priorität: Leicht-Backstein MBL (ohne Füllung), Leicht-Zementstein MCL/Bims (ohne oder mit Füllung Glaswolle), Leicht-Porenbetonstein MPL.

2. Priorität: Leicht-Backstein MBL (ohne oder mit Füllung Steinwolle oder Blähperlit), Leicht-Zementstein MCL/Bims (mit Füllung Glaswolle oder EPS), Leicht-Porenbetonstein MPL.

Die Materialempfehlungen sind abhängig vom Lambda-Wert.

Sichtmauerwerk

1. Priorität: Mauerwerk aus Kalksandstein MK, Sichtzementstein MC.

2. Priorität: Mauerwerk aus Sichtbackstein MB, Klinkerstein MB.

Vorgefertigte Plattenelemente für Wände

1. Priorität: Beton, Kalksandstein.

2. Priorität: Backstein, Klinker, Porenbeton bewehrt.

Vergleich der Plattenelemente bei gleichem Schalldämmmass.

Wärmedämmungen

Lungengängige Fasern

Mineralfaserdämmstoffe dürfen mit der Raumluft nicht direkt in Verbindung stehen.

Bei gelochten oder geschlitzten Platten ist ein Rieselschutz (z.B. Faservlies) vorzusehen.

Minergie-Eco Vorgabe I5.030

Wärmedämmungen Wände

Kerndämmung Zweischalenmauerwerk:

1. Priorität: Steinwolle, Glaswolle bis ca. 40 kg/m3.

2. Priorität: Glaswolle über ca. 40 kg/m3, Mineraldämmplatten.

Wärmedämmungen Deckenuntersicht

1. Priorität: Steinwolle, Glaswolle bis ca. 40 kg/m3.

2. Priorität: Glaswolle über ca. 40 kg/m3, EPS 15 kg/m3, Mineraldämmplatten.

Mechanische Befestigung ist vorzuziehen (Auswechselbarkeit/ Rückbaufähigkeit).
Die Entsorgung von Verbunddämmstoffen ist problematisch.

Wärmedämmungen im Erdreich

1. Priorität: Schaumglasschotter (feuchtegeschützter Einbau), EPS mit Grafit.

2. Priorität: Schaumglasplatten.

Schaumglasschotter nur einsetzen, wenn er dauerhaft trocken bleibt (Grundwasser, Staunässe).
EPS nur im Wandbereich bis 6 m Höhe anwenden und wenn kein drückendes Wasser vorhanden ist.

Wärmedämmungen unter Bauwerk

1. Priorität: Schaumglasplatten lose verlegt, Rohdichte max. kg/m3 115, lambda max. W/mK 0.041.

2. Priorität: Schaumglasschotter.

Schaumglasschotter nur einsetzen, wenn er dauerhaft trocken bleibt (Grundwasser, Staunässe).

Rohre

Abwasserrohre bis DN 200

1. Priorität: PE-Rohre SN 2, PP-Rohre SN4/SN 8, Steinzeugrohre.

2. Priorität: PE-Rohre SN 4, PP-Rohre SN 12/SN 16, PVC-U-Kompaktrohre SN 2/SN 4 mit Calcium-/Zink-Stabilisator (teilweise auch mit organischen Stabilisatoren).

Gussrohre beinhalten wesentlich mehr Graue Energie als solche aus andern Materialien.

Abwasserrohre ab DN 250

1. Priorität: Betonrohre unbewehrt und bewehrt.

2. Priorität: PE-Rohre SN 2, PP-Rohre SN 4/SN 8, Steinzeugrohre.

Gussrohre beinhalten wesentlich mehr Graue Energie als solche aus andern Materialien.

Rohrumhüllungen und Auffüllungen

1. Priorität: Aushubmaterial, rezykierte Gesteinskörnungen, Recyclingbeton.

Weitere Vorgaben in anderen ecoBKP

Abbrüche/Rückbau

Wiederverwendung, Verwertung, Entsorgung, Schadstoffhaltige Bauteile.

Baustellenreinigung

Installationsplanung (Gewässerschutz, Luftreinhaltung, Baulärm etc.).

Baugrubenaushub

Allgemeines (Altlasten), Maschineneinsatz, Erdarbeiten, Verwertung/Entsorgung.

Montagebau als Leichtkonstruktionen

Fassadenbekleidungen und Fassadenmaterialien.

Fenster, Aussentüren

Montage.

Spez. Dichtungen und Dämmungen

Abdichtungen (Fugendichtungsmassen, Vergussmassen, Vorbehandlung).

Fassadenputze

Allgemeines.

ecoBKP 213: Montagebau in Stahl

Stahlkonstruktionen

Träger

1. Priorität: Profile IPE, INP, UPE oder UNP.

2. Priorität: Profile HEA, HEB oder HEM.

I- und U-Träger besitzen gegenüber Breitflanschträgern bei gleicher Last ein deutlich geringeres Eigengewicht.

Stützen

1. Priorität: Profile HEA oder HEB.

2. Priorität: Profile HEM oder IPE, geschweisste Siederohre.

Annahme: gleichmässige Lastverteilung in allen Achsen.
HEM- oder I-Profile weisen gegenüber HEA- und HEB-Profilen bei gleicher Last ein höheres Eigengewicht auf. Die Siederohre sind zwar leichter, benötigen aber pro kg deutlich mehr Graue Energie als Stahlprofile.

Profilbleche für Stahl-Beton-Verbunddecken

Es ist das Profil mit der jeweils dünnsten Blechdicke zu wählen.

Dünne Bleche verursachen einen deutlich geringeren Ressourcenaufwand, können aber zu einem höheren Montageaufwand (z.B. Unterstützen während Aushärtung des Betons) führen.

Profilbleche für Fassadenbekleidungen

Profilbleche aus Aluminium.

Alu-Profilbleche beinhalten gegenüber Stahlblechen rund 40% weniger Graue Energie.

Sandwichpaneele für Fassaden

Sandwichpaneele mit Alublech-Schale.

Ein Wandaufbau mit Sandwich-Paneelen besitzt gegenüber einem Aufbau mit Stahlblechkassetten und Stahlblechbekleidung rund 40% weniger Graue Energie.
Alu-Paneele beinhalten gegenüber Stahlpaneelen rund 15% weniger Graue Energie.

Korrosionsschutz

Tragende Stahlteile sind möglichst als voll- oder allseitig zugängliche Profile auszubilden und primär durch konstruktive Massnahmen vor Korrosion zu schützen (hierdurch sinken die Anforderungen an die Oberflächenbehandlung).

Stahlteile mit hohem Rezyklatanteil sind aus ökologischer Sicht vorteilhaft.
Hochlegierte Stähle (Legierungselemente >5%, z.B. X12CrNi18-8) können ein Vielfaches der Grauen Energie von unlegierten oder mikrolegierten Stählen (Legierungselemente <0.1%, z.B. S355N) enthalten.

Vorbehandlung

Sandstrahlen im Freien

Staubschutzvorrichtungen anbringen, Staubabscheidegeräte nach dem Stand der besten verfügbaren Technik einsetzen, entstehende Abfälle vollständig auffangen.

Entsorgung der verbrauchten Strahlmittel als Sonderabfall nach G_VeVA.

Korrosionsschutz-behandlung

Beschichtungssysteme ohne Lösemittel (max. 1%) oder wasserverdünnbare Systeme.
Auf chromathaltige Stoffe (z.B. Zinkchromat) sollte verzichtet werden.

Wenn möglich sollten Stahlteile werkseitig behandelt werden.
Chromate sind toxisch, wassergefährdend und kanzerogen.

Minergie-Eco Ausschlusskriterium A1.050

Verzinkung von Stahlbauteilen

Verzinkungen nur beim Einsatz in korrosiver Umgebung ausführen. Bewitterte, verzinkte Stahlteile sind zusätzlich mit Deckbeschichtungen (Duplexierung) zu schützen.

nicht empfohlen: Grossflächiger Einsatz bewitterter Bleche aus blankem Kupfer, Titanzink oder verzinktem Stahl/Stahlteile ohne Einbau eines geeigneten Metallfilters für das betroffene Dach- bzw. Fassadenwasser.

Zinkeinträge in die Umwelt sind schädlich und können durch eine dauerhafte Schutzschicht vermieden werden.
Zu berücksichtigen sind verzinkte Stahlgeländer (> 200 Laufmeter), Gitterroste (> 150 m2), Stahlprofile (>200 m2), Streckmetallverkleidungen etc.
Grossflächig: Mehr als 10% der Dachfläche oder >50 m2 bewitterte Oberfläche.

Minergie-Eco Ausschlusskriterium A2.020
Minergie-Eco Kriterium M4.090

Weitere Vorgaben in anderen ecoBKP

Abbrüche/Rückbau

Verwertung/Entsorgung von Metallbauteilen.

Baustelleneinrichtung

Installationsplanung (Luftreinhaltung, Baulärm).

Montagebau als Leichtkonstruktionen

Fassadenbekleidungen und Fassadenmaterialien.

Fenster, Aussentüren

Montage.

Spenglerarbeiten

Bedachungen und Abschlüsse aus Blech.

Spez. Dichtungen und Dämmungen

Fugendichtungsmassen, Vergussmassen, Vorbehandlungen.

Äussere Oberflächenbehandlung

Beschichtungen auf Metall.

Innere Oberflächenbehandlung

Beschichtungen auf Metall.

ecoBKP 214: Montagebau in Holz (Zimmerarbeiten)

Holz und Holzwerkstoffe

Holzauswahl

1. Priorität: Hölzer und Holzwerkstoffe aus nachhaltiger Produktion mit Nachweis Herkunftszeichen Schweizer Holz HSH, FSC- bzw. PEFC-Label oder gleichwertigem Label.

2. Priorität: Hölzer und Holzwerkstoffe europäischer Herkunft ohne Nachweis einer nachhaltigen Produktion.

nicht empfohlen: Hölzer und Holzwerkstoffe aussereuropäischer Herkunft ohne Nachweis einer nachhaltigen Produktion.

Als europäische Länder gelten die EU- und EFTA-Mitgliedsstaaten.
Kontrolle der Vorgaben mittels Zertifikaten (CoC bis zum Lieferanten des Verarbeiters) oder Nachweis ecoProdukt und auftragsbezogenen Lieferscheinen.

Minergie-Eco Ausschlusskriterium A2.040

Formaldehyd-Emissionen

Einsatz von Holzwerkstoffen mit formaldehydfreier Verleimung, mit formaldehydhaltiger Verleimung und einer Formaldehyd-Ausgleichskonzentration ≤ 0,02 ppm oder mit allseitig aufgebrachter diffusionsdichter Beschichtung.
An Stellen mit erhöhter Temperatur oder Feuchte formaldehydfrei verleimte Platten oder Platten mit diffusionsdichter Beschichtung verwenden (mit Eignung für den entsprechenden Anwendungsbereich). Produkt nicht durch Schlitzung modifizieren.

nicht empfohlen: Holzwerkstoffe mit einer Formaldehyd-Ausgleichskonzentration >0,03 ppm, Akustikplatten mit formaldehydhaltiger Verleimung.

Detaillierte Anwendungsempfehlungen und geeignete Produkte sind in der Lignum-Liste aufgeführt. Produkte mit Anwendungsempfehlung 1 entsprechen der Vorgabe.
Holzwerkstoffe mit formaldehydhaltiger Verleimung und einer Formaldehyd-Ausgleichskonzentration = 0,03 ppm können bei 3 von 6 Raumoberflächen bzw. 50% der Raumoberflächen eingesetzt werden.
Formaldehydfreie Leimsysteme sind PMDI, PU/PUR und PVAc. Formaldehydhaltige Leimsysteme sind UF, MUF, und PF.
Eine Belegung oder Beschichtung der Oberfläche vermindert die Formaldehyd-Emissionen. Geeignet sind z.B. Melaminharzfolien oder CPL/HPL-Platten.
Die Bedingungen für Emissionsmessungen sind in der ecobau Methodik Baumaterialien beschrieben.

Minergie-Eco Ausschlusskriterium A1.040

Vorbeugender chemischer Holzschutz

Nur erforderlich, wenn der bauliche Witterungs- und Feuchteschutz ungenügend ist, keine witterungsbeständigen Holzarten eingesetzt werden können, das Holz (besonders tragende bzw. statisch hoch beanspruchte Teile) nicht regelmässig kontrolliert werden kann und wasserabstossende Oberflächenbehandlungen nicht genügen.

nicht empfohlen: Vorbeugender chemischer Holzschutz in beheizten Innenräumen.

Chemischer Holzschutz in Innenräumen führt zu gesundheitlichen Belastungen der Gebäudenutzenden.

Minergie-Eco Ausschlusskriterium A1.020

Tragkonstruktionen

Tragkonstruktionen

1. Priorität: Vollholz.

2. Priorität: Vollholz schichtverklebt (Duo-/Triobalken).

Dächer und Fassaden

Verlegeunterlagen

1. Priorität: Massivholz, Hartfaserplatte bis 6 mm, Weichfaserplatte bis 28 mm.

2. Priorität: 3-Schicht-Massivholzplatten bis 35 mm, poröse gepresste Holzfaserplatten, Weichfaserplatten 35-60 mm.

Unterdächer

1. Priorität: Kunststoffbahnen (Polyolefinbahnen, PE-/PP-Vliese, Polyestervliese), Kraftpapier, Holzschindeln Fichte/Tanne, Weichfaserplatten max. 20 mm.

2. Priorität: Faserzementplatten, Hartfaserplatten, Holzfaserplatten, Weichfaserplatten über 20 mm.

Unterdachbahnen aus PVC enthalten in der Regel umweltrelevante Bestandteile.

Stirn- und Ortbretter

1. Priorität: Massivholz.

Äussere Bekleidungen

1. Priorität: Massivholzschalung, 3-Schicht-Massivholzplatten.

2. Priorität: Sperrholzplatten, Faserzementplatten grossformatig.

Bewitterte Bekleidungen: verleimte Holzwerkstoffe können eine eingeschränkte Beständigkeit aufweisen.

Fensterbänke

1. Priorität: Massivholz.

Wärmedämmungen, Winddichtungen, Dampfbremsen

Formaldehyd-Emissionen

In beheizten Innenräumen verwendete Dämmstoffe: Produkte ohne Formaldehyd im Bindemittel oder mit nachweislich niedrigen Formaldehydemissionen.

Dämmstoffe mit formaldehydhaltigem Bindemittel können zu einer Belastung der Innenraumluft mit Formaldehyd führen.
Eintrag in der ecoProdukteliste oder Emissionsprüfung gemäss Methodik Baumaterialien ecobau erforderlich.

Minergie-Eco Ausschlusskriterium A1.040

Lungengängige Fasern

Mineralfaserdämmstoffe dürfen mit der Raumluft nicht direkt in Verbindung stehen.

Minergie-Eco Vorgabe I5.030

Wärmedämmungen

1. Priorität: Glaswolle bis ca. 40 kg/m3, Steinwolle bis ca. 70 kg/m3, boratfreier Zellulosedämmstoff (Zellulosefasern, Zellulosefaserplatten).

2. Priorität: Glaswolle über 40 kg/m3, Steinwolle über 70 kg/m3, Holzfaserplatten.

Minergie-Eco Vorgabe M4.020

Abdeck- und Dichtungslagen

1. Priorität: Kraftpapier, Polyethylen, Polypropylen.

Montage

Verbindungen, Befestigungen

Lösbare, rein mechanische Verbindungen und Befestigungen.
Stopfen von Hohlräumen: Seiden- oder Minerlafaserzopf, Schaumstoff-Rundschnur.

nicht empfohlen: Montage- oder Füllschäume.

Lösbare Verbindungen/Befestigungen erlauben die Systemtrennung und die spätere Erweiterung, Verstärkung oder Wiederverwendung des Bauteils.
Montageschäume erlauben keine zuverlässig luftdichte Bauteilanschlüsse.

Minergie-Eco Ausschlusskriterium A2.010

Weitere Vorgaben in anderen ecoBKP

Abbrüche/Rückbau

Verwertung/Entsorgung von Holz und Holzwerkstoffen.

Baustelleneinrichtung

Installationsplanung (Luftreinhaltung, Baulärm).

Spez. Dichtungen und Dämmungen

Abdichtungen (Fugendichtungsmassen, Vergussmassen, Vorbehandlungen).

Äussere Oberflächenbehandlung

Anstriche auf Holz.

Schreinerarbeiten

Holz und Holzwerkstoffe (Formaldehyd-Emissionen).

Innere Oberflächenbehandlung

Anstriche auf Holz.

ecoBKP 215: Montagebau als Leichtkonstruktion

Fassadenbekleidungen und Fassadenmaterialien

Systemwahl

Es ist das Fassadensystem (Unterkonstruktion und Bekleidung) mit der gesamtheitlich besten Ökobilanz über den ganzen Lebenszyklus zu wählen.

Je nach Bekleidung sind unterschiedliche Unterkonstruktionen notwendig. Die nachfolgenden Empfehlungen bilden diese Abhängigkeiten nicht ab. Generell sind Konstruktionen mit leichten Bekleidungen und aus nachwachsenden oder rezyklierten Rohstoffen zu bevorzugen.

Holzauswahl

1. Priorität: Hölzer und Holzwerkstoffe aus nachhaltiger Produktion mit Nachweis Herkunftszeichen Schweizer Holz HSH, FSC- bzw. PEFC-Label oder gleichwertigem Label.

2. Priorität: Hölzer und Holzwerkstoffe europäischer Herkunft ohne Nachweis einer nachhaltigen Produktion.

nicht empfohlen: Hölzer und Holzwerkstoffe aussereuropäischer Herkunft ohne Nachweis einer nachhaltigen Produktion.

Als europäische Länder gelten die EU- und EFTA-Mitgliedsstaaten.
Kontrolle der Vorgaben mittels Zertifikaten (CoC bis zum Lieferanten des Verarbeiters) oder Nachweis ecoProdukt und auftragsbezogenen Lieferscheinen.

Minergie-Eco Ausschlusskriterium A2.040

Fassadenbekleidungen

1. Priorität: Brettholz, Schindeln, 3-Schicht-Massivholzplatten, Faserzementschiefer, Faserzement-Wellplatte, Naturschiefer Deutschland, Kunststeinplatten, Photovoltaik-Paneele.

2. Priorität: Sperrholzplatten, Faserzementplatten, Glasfaserbetonplatten, Einscheibensicherheitsglas ESG, Keramikplatten, Naturschiefer Spanien, Alublech-Profilplatten.

nicht empfohlen: Unbeschichtete Bleifolien; grossflächige Anwendung bewitterter Bleche aus blankem Kupfer, Titanzink oder verzinktem Stahl/Stahlteile ohne Einbau eines geeigneten Metallfilters für das betroffene Dach- bzw. Fassadenwasser.

Nicht gekennzeichnete Bekleidungsmaterialien (z.B. Kunststoff, Metall) benötigen bedeutend mehr graue Energie (Ausnahme: PV-Paneele).
Natursteine: europäische Herkunft oder mit Fair Stone/Xertifix-Label oder gleichwertigem Nachweis.
Bewitterte Bekleidungen: verleimte Holzwerkstoffe können eine eingeschränkte Beständigkeit aufweisen.
Grossflächig: mehr als 300 m2 bewitterte Fassadenfläche.
Beschichtungen auf schwermetallhaltigen Blechen müssen eine Lebensdauer von mehr als 30 Jahren im nordeuropäischen Klima aufweisen (Nachweis gemäss einschlägigen Normen).

Minergie-Eco Ausschlusskriterium A2.020

Unterkonstruktionen

1. Priorität: Holzlattung (einfach oder gekreuzt) mit Traglatten aus Fichte/Tanne, Traglatten aus Fichte/Tanne mit Distanzschraube verankert.

2. Priorität: Korrosionsgeschützter Stahl.

Unterkonstruktionen aus Holz benötigen ca. 10-mal weniger Graue Energie als solche aus Alu od. Stahl. Bis 120 mm Dämmstoffdicke Verwendung von Holzlatten, darüber und bis ca. 250 mm Dämmstoffdicke Einsatz von Distanzschrauben.

Wärmedämmungen

1. Priorität: Steinwolle, Glaswolle.

2. Priorität: EPS mit Grafit.

Fensterbänke

1. Priorität: Massivholz Lärche.

2. Priorität: 3-Schicht-Massivholzplatte, Glasfaserbeton.

Fassadenbegrünungen

Geeignete Fassaden werden begrünt und Kleinstrukturen für Tiere geschaffen.

Es gibt verschiedene Typen der Fassadenbegrünung; bezüglich Erstellung und Unterhalt sind bodengebundene Begrünungen (z.B. mit Rankgerüsten oder Seilsystemen) vorteilhaft.

Bodengebundene Fassadenbegrünungs-systeme

1. Priorität: Holzroste, rahmenlose Systeme aus CNS-Netzen.

2. Priorität: Rahmenlose Systeme mit CNS-Seilen und CNS-Konsolen, Roste aus glasfaserverstärktem Kunststoff.

Fassadengebundene Begrünungssysteme

1. Priorität: Substratlose Systeme aus Kunstfasergewebe auf Chromstahl-Blechprofilen.

2. Priorität: Systeme mit substratgefüllten Kunststoffbehältern auf Chromstahl-Blechprofilen.

Weitere Vorgaben in anderen ecoBKP

Abbrüche/Rückbau

Wiederverwendung, Verwertung, Entsorgung von Bauteilen.

Baumeisterarbeiten

Wärmedämmungen.

Montagebau in Stahl

Vorbehandlungen (Sandstrahlarbeiten, Korrosionsschutz).

Fenster, Aussentüren

Montage, Entsorgung von Fenstern und Türen.

Spez. Dichtungen und Dämmungen

Abdichtungen (Fugendichtungsmassen, Vergussmassen, Vorbehandlungen).

Äussere Oberflächenbehandlung

Anstriche auf mineralische Untergründe, Holz und Metall.