ecoBKP 2026
| Material/Prozess | Vorgaben | Hinweise/Quellen |
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ecoBKP 228: Äussere Abschlüsse, Sonnenschutz | ||
Allgemeines | ||
Voraussetzungen für nachfolgende Kapitel |
Für die in den nachfolgenden Kapiteln aufgeführten Vorgaben wird vorausgesetzt, dass die Anforderungen im Kapitel «Allgemeines» in diesem ecoBKP berücksichtigt werden. |
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g-Wert von Sonnenschutz und Verglasung |
Der g-Wert von Sonnenschutz und Verglasung ist so auszulegen, dass die Anforderungen gemäss SIA-Norm 180, Abschnitt 5.2.4, eingehalten sind. |
Der gemäss Norm maximale g-Wert von Sonnenschutz und Verglasung zusammen ist je nach Himmelsrichtung und Glasanteil unterschiedlich. Übliche Werte liegen zwischen 0.1 und 0.15. |
Windfestigkeit |
Die Windwiderstandsklasse des Sonnenschutzes hat der SIA-Norm 342, Anhang B2, zu entsprechen. |
Je nach Windexposition und Lage des Gebäudes beträgt die Windgeschwindigkeit, bis zu der der Sonnenschutz abgesenkt bleiben kann, zwischen 46 und 92 km/h. |
Steuerung |
In Gebäuden, die nicht dem Wohnen dienen, sind motorisierte Anlagen mit automatischer Steuerung vorzusehen. |
Die Steuerung sollte fassadenweise (bei grossen Gebäuden abschnittsweise, je nach Verschattung) in Abhängigkeit der Einstrahlung erfolgen. Idealerweise führt die Steuerung die Position des Sonnenschutzes je nach Einfallswinkel nach. |
Oberflächenbehandlung |
Werkseitig aufgebrachte Beschichtungen sind gegenüber bauseitig aufgebrachten Beschichtungen zu bevorzugen. |
Bei werkseitigen Beschichtungen werden in der Regel eine höhere Qualität und eine geringere Umweltbelastung erzielt. |
Textilien für den Sonnenschutz |
PVC- und PFAS-freie Tücher für Stoffstoren. |
PFAS (Per- und Polyfluorierte Alkylverbindungen) werden unter anderem zur wasser- und schmutzabweisenden Ausrüstung von Textilien verwendet. Sie sind Umwelt- und Gesundheitsschädlich. |
Holzauswahl |
1. Priorität: Hölzer und Holzwerkstoffe aus nachhaltiger Produktion mit Nachweis Label Schweizer Holz, FSC- bzw. PEFC-Label oder gleichwertigem Label. 2. Priorität: Hölzer und Holzwerkstoffe europäischer Herkunft ohne Nachweis einer nachhaltigen Produktion. nicht empfohlen: Hölzer und Holzwerkstoffe aussereuropäischer Herkunft ohne Nachweis einer nachhaltigen Produktion. |
Als europäische Länder gelten die EU- und EFTA-Mitgliedsstaaten.
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Einsatz von Recyclingmaterial |
Bei Metallprodukten ist auf einen möglichst hohen Anteil an Recyclingmaterial zu achten. |
Metallprodukte mit hohem Recyclinganteil weisen eine deutlich tiefere Umweltbelastung als solche aus Primärmaterial auf. Der RC-Anteil kann z.B. der Umwelt-Produktedeklaration (EPD) entnommen werden. |
Austausch- und Rückbaubarkeit (Design for Disassembly) |
Es sind folgende Aspekte zu berücksichtigen:
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Die Norm ISO 20887 enthält die zu berücksichtigenden Grundsätze, Anforderungen und Leitlinien für die Demontage und die Anpassungsfähigkeit von Hoch- und Tiefbauten. |
Fensterläden, Rollläden, Lamellenstoren, Sonnenstoren | ||
Beschattung von Fassadenflächen |
1. Priorität: Rollläden Holz, Vebundlamellenstoren, Flachlamellenstoren, Drehläden Holz mit Lamellen, Drehläden Holz mit Füllung Massivholz, Drehläden Massivholz, Holzschiebläden mit Lamellen und Rahmen Holz, Holzschiebläden mit Füllung Massivholz, Senkrecht-, Ausstell-, Fallarm- und Fassadenmarkisen ohne Kassette.
2. Priorität: Rollläden Alu, Faltrolläden Alu, Ganzmetall-Lamellenstoren Alu, Drehläden Holz mit Füllung Sperrholz, Holzschiebladen mit Lamellen und Alurahmen, Senkrecht-, Ausstell-, Fallarm- und Fassadenmarkisen mit Kassette.
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Beschattung von horizontalen Flächen |
1. Priorität: Gelenkarmmarkisen ohne Tragrohr. 2. Priorität: Gelenkarmmarkisen mit Tragrohr. |
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Wiederverwendung / Verwertung | ||
Wiederverwendung von Bauteilen |
Sonnenschutzanlagen wie Lamellenstoren, Rollläden, Vertikalstoren, Markisen oder Fensterläden sind bei gutem Zustand, sorgfältigem Ausbau und fachgerechter Aufbereitung bzw. Anpassung erneut zu verwenden. Vor dem Einbau sind sie auf Funktionsfähigkeit und Nachrüstbarkeit der Steuerungstechnik zu prüfen. |
Die Wiederverwendung reduziert Materialverbrauch und Abfall und trägt zu einer ressourcenschonenden Bauweise bei. |
Weitere Vorgaben in anderen ecoBKP | ||
Abbrüche/Rückbau |
Wiederverwendung, Verwertung, Entsorgung von Bauteilen. |
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Fenster, Aussentüren |
Montage. |
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Äussere Oberflächenbehandlung |
Anstriche auf Holz und Metall. |
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