Minergie-ECO

Innovationen

 

Seit der Version 2023 des Vorgabenkatalogs Minergie-ECO werden Projekte mit innovativen Ansätzen, die über die normalen Praktiken und die Vorgaben im Vorgabenkatalog hinausgehen belohnt.

Dazu gibt es zwei Ansatzpunkte:

  • Innovative, neue und/oder pionierhafte Ansätze und Anwendungen zu berücksichtigen Themen, angewendeten Prozesse und umgesetzen Aspekten 
  • Deutliche Übererfüllung einer oder mehreren Vorgaben 

Nachfolgend werden Ideen aufgelistet, welche als Innovationen angerechnet werden können. Die Liste ist nicht abschliessend sondern als Inspiration und Ideenenentwicklungsgrundlage zu verstehen.

(in Arbeit) Innovationsideen zur Erreichung hoher Gesundheitsziele

  • Die Innenraumluft wird in den Hauptnutzräumen konstant überwacht (z.B. CO2-Messung) und die Luftmenge stufenlos angepasst
  • Bei >80% der Arbeitsplätze werden die Anforderungen der SN EN 17047 an Besonnung und Blendung erfüllt
  • Alle im Innenraum verwendeten Produkte sind nachweislich komplett lösemittelfrei (0% LM)
  • Alle im Innenraum verwendeten Produkte sind nachweislich formaldehydfrei gebunden
  • Gesundheitsangebote für Nutzende (im Gebäude): Es besteht ein ausreichendes Raumangebot für die Gebäudebenutzenden wie Fitnessraum, Ruheraum, (im Arbeitsgesetz vorgegeben), Freizeitraum etc.
  • Gesundheitsangebote für Nutzende: Abgabe von Gutscheinen oder Vergünstigung von Abonnementen für Fitness, Yoga, Tai-Chi etc. für die Gebäudebenutzenden; regelmässige Angebote für gesundheits-Aktivitäten vor Ort (z.B. Mittagsturnen, Jogging am Abend, Rückengymnastik am Arbeitsplatz)
  • Gesunde Verpflegungsangebote im Gebäude: Mindestens die Hälfte der angebotenen Menüs sind vegetarische/vegan oder es besteht eine Zertifizierung (z.B. ibex fairstay)
  • kleinen Bauten <1000 m2 EBF: Übererfüllung, wenn zusätzliche Vorgaben aus dem Standard-Katalog erfüllt werden
  • PFAS-Massnahmen mit Fokus von konstruktiven Alternativen wo möglich (bei Bauteilen gemäss Zusammenfassung ecobau)

(in Arbeit) Innovationsideen zur Verminderung der Umweltbelastung 

  • Die Gewinnung der im Gebäude verbauten Ressourcen erfolgt zu >50% des Bauteilvolumens auf dem Grundstück
  • Verzicht auf Spezialfundationen: Trotz schlecht tragfähigem Baugrund werden keine Pfählungen o.ä. eingesetzt (Flachfundation, Materialersatz, Rüttelstopfsäulen etc.)
  • Trotz Bauen im Grundwasser wird auf eine Grundwasserabsenkung verzichtet
  • Verzicht auf Untergeschosse: Weniger als 20% der Gebäudegrundfläche sind unterkellert
  • Umbau: Die Rückbaumenge beträgt maximal 0.75% des Gebäudevolumens nach SIA 416
  • Erdberührte Bauteile werden aus nachwachsenden oder lokal gewonnenen Baustoffen gefertigt
  • Die Tragstruktur der Geschosse über Terrain wird vollständig aus nachwachsenden Rohstoffen erstellt
  • Mehr als 50% der aus Beton gefertigten Bauteile werden mit Zement ohne geogene Emission oder treibhausgasneutralem Zement erstellt
  • Verzicht auf Bodenbeläge oder Verputze: In >80% der Hauptnutzflächen wird der Unterlagsboden als Bodenbelag verwendet oder In >80% der Hauptnutzflächen werden Wände und Decken nicht verputzt
  • Luftkanäle von Lüftungsanlagen werden zu mehr als 80% aus nachwachsenden Rohstoffen gefertigt
  • Alle verwendeten Produkte sind vollständig biozid- und fungizidfrei
  • Das Terrain und der Aufbau des gewachsenen Bodens erfahren ausserhalb der allseitig um 3 Meter erweiterten Gebäudegrundfläche keine Veränderungen
  • Es werden ausschliesslich die im Bereich der allseitig um 3 Meter erweiterten Gebäudegrundfläche bestehenden Bäume mit Stammumfang <60cm, maximal jedoch 10% der bestehenden Bäume gefällt.
  • Alles anfallende Abwasser wird auf dem Grundstück gereinigt und wieder verwendet oder vor Ort versickert
  • Auf dem Grundstück bestehende eingedolte oder verbaute Gewässer werden so weit wie technisch möglich offengelegt und renaturiert
  • Es gibt ein strenges Bewirtschaftungssystem für die Parkplätze (z.B. Parken nur mit gültiger Parkkarte, Kosten für Parkkarten entsprechen mindestens den ortsüblichen Kosten für Parkplätze, strenge Kontrollen und Bussen, Beschränkung der Parkdauer der Besucher-PP auf max. 4 Std, Bonussystem für Personen ohne Motorfahrzeug)
  • Smart Building: Nachweislich besonders effiziente Steuerung von Gebäudetechnik und Apparaten (z.B. Boilerladung in Abhängigkeit der PV-Produktion, Gebäude als thermischer Speicher bei hoher PV-Produktion in der Heiz- oder Kühlperiode, Regulierung der Leistung von Ladestationen für Elektrofahrzeuge in Abhängigkeit der PV-Produktion, Regulierung der ins Netz zurückgespiesenen Leistung gemäss Signal des Versorgers)
  • Das Gebäude wurde integral mit BIM-Methodik geplant und optimiert sowie alle relevanten Daten für die Bewirtschaftung und den Betrieb in die FM-Systeme übernommen im Sinne von LifeCycleDataManagement LCDM (z.B. gemäss Publikation AIM von Bauen digital Schweiz).
  • Die Freiraumgestaltung wurde integral mit BIM-Methodik geplant und koordiniert inkl. der Bepflanzung, im Besonderen der Bäume (z.B. mit BimTree)
  • Die mikroklimatischen im Freiraum wurden simuliert und aufgrund der Simulationsresultate optimiert. (z.B. interaktive Quartierklimamodellierung)
  • Planungs- und baubegleitendes Facility Management pbFM gemäss SIA 113
  • Umsetzung und Betrieb eines dynamischen Gebäudelogbuchs zum Unterhalt und Werterhalt der darin enthaltenen Ressourcen (z.B. Haus des Holzes)
  • Modulare Bauweise: das Gebäude wird so geplant und erstellt, dass es sich ohne Zerstörung von Bauteilen wieder einfach demontieren, transportieren und an anderer Stelle mit geringem Aufwand wieder aufbauen lässt (z.B. Sekundär-Nutzung von bestehenden Holzelementen und -modulen, Umsetzung der Prinzipien von AZMD FHNW)
  • Design for Disassembly: Grundlagenbericht der FHNW, zirkuläre Holzbauweisen uvm.
  • Temporäre Bauten: es werden keinerlei Fundationen aus Ortbeton erstellt (wieder verwendbare Schraubfundamente oder Betonfertigteile) (z.B. Kantonsschule Wiedikon)
  • Vorbildliche Abfallbewirtschaftung: Die verbauten Materialien und Bauteile werden weitestgehend unverpackt oder in Mehrwegverpackungen angeliefert. Abschnitte und Restmaterial werden zu >80% wieder verwendet oder rezykliert.
  • Für Restaurants und Cafeterias besteht ein wirksames Food Waste-Management (z.B. Verbindliche Erfassung und Dokumentation aller Lebensmittelabfälle, Trennung in vermeidbar und unvermeidbar mit klaren Reduktionszielen, Pflicht zur Weitergabe geniessbarer Lebensmittel an Tafeln/Partnerorganisationen, Verwertung unvermeidbarer Abfälle ausschließlich als Tierfutter, für Biogas oder Kompostierung, hohe Bussen bei Nichteinhaltung)
  • kleinen Bauten <1000 m2 EBF: Übererfüllung, wenn zusätzliche Vorgaben aus dem Standard-Katalog erfüllt werden
  • E-Baustelle, Einsatz von elektrisch betriebenen Baufahrzeugen (z.B. E-Baustelle Stadt Zürich, Liste elektrischer Baumaschinen)
  • Einsatz von Kompotoi als Baustellentoilette als Beitrag zu ressourcenorientierten Sanitärsysteme
  • Detaillierter Einbezug der Gebäudetechnik in die Ökobilanzierung
  • Einbezug des Freiraums in die Ökobilanzierung (z.B. mittels Grobökobilanzen)
  • >30% des Materialvolumens der im Bauprojekt neu verbauten Ressourcen stammen aus Wiederverwendung
  • Wiederverwendung bei der Freiraumgestaltung (z.B. Terrraterre)
  • Wiederverwendung von Fenstern https://windowsofopportunities.ch/recyclingpilotproject/
  • Regenerative Freiraumgestaltung als naturbasierte Infrastruktur (Koordination von Klimaschutz, Biodiversität, Wassermanagement und Mikroklimaregulation mit Freiraumqualität)
  • nachgewiesener Anteil an Recycling-Glas in Float-Glas (% zu klären mit ZHAW https://windowsofopportunities.ch/recyclingpilotproject/ )
  • Pionierhafter Einsatz neuer Bauprodukte wie Oxara, Hanfbeton, Stroh, Lehm (z.B. Wohn- und Gewerbegebäude LysP8 mit Giesslehmestrich)
  • Einsatz schwer absetzbarer Rohholzsortimente wie Bois Bleu (z.B. gemäss Factsheet Innovativer Holzprodukte)
  • >50% des Materialvolumens der im Bauprojekt neu verbauten Ressourcen sind biogener Baustoffe
  • Gebäuderessourcenpässe wie Building Circularity Passport (EPEA) oder Madaster-Gebäudepasse oder DGNB Gebäuderessourcenpass
  • Rückbau-Zertifikat DGNB / SGNI
  • Zirukläre Sanitärsysteme: https://www.eawag.ch/de/abteilung/eng/projekte/water-hub-im-nest/circular-sanitation-toolbox/ https://va-loo.ch/de/knowledge/
  • Grauwassernutzung Studie ZHAW & VaLoo
  • Anwendung Zirkularitätsindikator ZMM (oder andere)
  • Ermittlung des ökonomischen (Rest)werts der enthaltenen Ressourcen, z.B. über Madaster
  • Dokumentation der Lieferkette Scope 3, Tier 3 (drei Schritte rückwärts, z.B. Werkvertragsnehmer/Unternehmer > Produktelieferant > Produktehersteller) (z.B. aufbauend auf Whitepaper CBC)
  • Wiederverwendung von Fenstern oder Verglasungen gemäss ZHAW Windows of Opportunity
  • Einsatz regenerativer Materialien gemäss Atlas der ETH: https://www.atlas-regenmat.ch/#/
  • Management der Kohlenstoff-Senken in Gebäuden https://www.carbon-standards.com/en/standards/service-538~global-construction-c-sink.html