Auf einen Blick -Neuerungen ab Januar 2026

4.1.2026

Per 5. Januar 2026 haben wir die neuen Versionen der folgenden Regelwerke und Instrumente veröffentlicht:

  • Methodik Baumaterialien ecobau Version 2025.4
  • Reglement für die ecoProdukte Version 2025.7
  • ecoBKP 2026
  • ecoDevis 2026

Im Folgenden erläutern wir die jeweiligen Anpassungen und Änderungen im Detail.

Methodik Baumaterialien ecobau Version 2025.4

Die umfassenden Neuerungen der Methodik 2025 haben sich in der Praxis bewährt. Nun folgt der nächste Schritt: die Einführung des Absenkpfads für Baumaterialien.

Wie Sie wissen, bildet die Methodik Baumaterialien ecobau die Grundlage für die Bewertung und Empfehlung von Baumaterialien und Bauprodukten in allen Instrumenten von ecobau.

Die Erfahrungen aus dem ersten Jahr zeigen jedoch, dass die Bewertungskategorien eco1 bzw. 1. Priorität hohe Anforderungen stellen – insbesondere, weil die verschärften Entsorgungskriterien verlässliche Recyclingstrukturen verlangen. Mit der Umsetzung des Absenkpfads auf die Zielwerte für CO2 und Graue Energie (GE) folgt nun der zentrale Baustein auf dem Weg zur Dekarbonisierung der Baumaterialien. Der Absenkpfad tritt per 1. Januar 2026 in Kraft.

Was bedeutet der Absenkpfad konkret?

Der Absenkpfad gilt für alle Zielwerte zu Treibhausgasemissionen und Grauer Energie (Zielwerte im Anhang 2 der Methodik Baumaterialien ecobau). Jährlich werden die Zielwerte um 3 % reduziert. Für 2026 werden die Werte somit erstmals um 3 % gesenkt.

Ist dieser Wert ambitioniert genug? Die Meinungen dazu gehen auseinander. Wir haben uns aus folgenden Gründen für diesen Ansatz entschieden:

  • Wir möchten Bauherrschaften weiterhin eine ausreichende Auswahl an Materialien in der besten Bewertungsstufe bieten.
  • Wir wollen klare, aber realistische Anreize schaffen, damit sich alle Hersteller verbessern können.
  • Wir streben eine ganzheitliche Betrachtung der Baumaterialien an – nicht nur eine Optimierung in einem einzelnen Kriterium.

Da international oder länderspezifisch kein übergreifender Absenkpfad für Baumaterialien existiert, gab es keinen direkten Referenzwert. Vergleiche mit Absenkpfaden auf Gebäudeebene (z. B. SIA 390/1) oder unternehmensbezogenen Pfaden (z. B. SBTi) sind nur bedingt möglich. Denn der Absenkpfad von ecobau ist ein Kriterium im Gesamtbewertungsmodell, das verschiedene Aspekte berücksichtigt.

Anpassungen in der Methodik Baumaterialen ecobau Version 2025.4

  • Graue Energie und Treibhausgasemissionen: Überarbeitung des Absenkpfads der Zielwerte ab 2026 (Anhang 2)
  • Bessere Differenzierung und Erklärung von emissionsbasierten Bewertungen während der Verarbeitung und Nutzung
  • Anforderungen RC-Anteil von hochfestem und ultrahochfestem Beton angepasst
  • Differenzierung der Bewertung von Schwermetallemissionen an der Gebäudehülle und ausserhalb der Gebäudehülle
  • Abstimmung und Anpassung der Zuständigkeit von ecobau und der Stiftung Farbe Schweiz (Anhang 3)

Webseite Methodik

Reglement für die ecoProdukte Version 2025.7

Das Reglement ist die Grundlage für die Bewertung von Bauprodukten und basiert auf der Methodik Baumaterialien ecobau 2025.4

Anpassungen im Reglement 2025.7

  • Ausweitung der Emissionsbewertung für Formaldehydemissionen auf Baustoffe für die Innenanwendung
  • Konkretisierung Entsorgungsnachweis, Rezertifizierung für Verbandslösung
  • Diverse sprachliche Präzisierungen

Übrigens: Die ecoProdukte erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Seit der Einführung im Jahr 2014 kommen jedes Jahr neue Produkte, neue Hersteller und sogar ganz neue Produkttypen hinzu. Das erleichtert die Umsetzung eines ökologischen, kreislauffähigen und gesunden Bauens erheblich. Fehlt ein Produkt für ein Bauprojekt in der Liste der ecoProdukte? Kein Problem: Die Zertifizierung bleibt weiterhin kostengünstig und effizient. Bitten Sie einfach den Hersteller oder Vertriebspartner, sein Produkt zertifizieren zu lassen.

ecoProdukte Reglement und Bestimmungen

Melden Sie sich bei: ecoprodukte@ecobau.ch

Nach zehn Jahren haben wir uns entschieden, die Nutzungsgebühr moderat anzupassen. Eine Produktebewertung kostet neu CHF 600.– pro Produkt (bisher CHF 500.–).
Die jährliche Nutzungsgebühr beträgt künftig CHF 300.– statt CHF 200.–.

Aktuelles Gebührenreglement ecoProdukte

ecoDevis – Nachhaltige Aspekte in der Ausschreibung integrieren

Die ecoDevis sind in allen gängigen Ausschreibungssoftwares integriert und können direkt in das Leistungsverzeichnis übernommen werden – entweder als Vorgaben in den 080-Positionen oder auf Leistungsebene. Nutzen Sie die Texte in Ihrer Ausschreibungssoftware, um einfacher Nachhaltigkeitsaspekte auszuschreiben und Nachweise einzufordern. Diese Anpassungen werden in die jeweiligen NPK ab 1.1.2026 integriert.

Anpassungen ecoDevis 2026

  • Der Absenkpfad der Zielwerte aus der Methodik Baumaterialien ecobau führt zu angepassten Materialvorgaben
  • Vorgaben zur Kreislaufwirtschaft
  • Folgende NPK-Kapitel wurden überarbeitet:
  • ecoDevis 643: Trockenbauarbeiten für Wände (NPK 643) bleibt unverändert.,
  • ecoDevis 651: Deckenbekleidungen aus Trockenbauplatten (NPK 651) wurde mit neuen Vorgaben für Brandschutz-Decken ergänzt
  • ecoDevis 343, 351, 352, 363: Die Zielwerte für Fassaden/Dächer wurden vereinheitlicht und teilweise mit neuen Materialvorgaben ergänzt.