Herbsttagung ecobau: Nachhaltigkeit im Wettbewerb und im Vergabeverfahren

28.10.2021

Die Herbsttagung von ecobau stand dieses Jahr unter dem Thema: Was braucht es im Wettbewerb und im Planerwahlverfahren, damit die Nachhaltigkeit nicht verloren geht? Hierfür haben sich die Mitglieder des Vereins in der Suurstoffi in Rotkreuz getroffen. Die wichtigsten Erkenntnisse gleich vornweg: 

  • Die Besteller müssen definieren, was sie unter Nachhaltigkeit verstehen.
  • Eine Reduktion der Nachhaltigkeit während des Planung- oder Bauprozesses ist nicht verhandelbar.
  • Wer zu viel fordert, verliert den Fokus.
  • Ein Dialogverfahren hilft dem Besteller in seiner Lernkurve.
  • Die Nachhaltigkeit gewinnt, wenn die Architektur und die Tragwerksanforderungen von einem gemeinsamen Team kommen.
  • Nachhaltigkeit muss in der Jury/den Gremien prominent vertreten sein.

Die drei Gäste der Herbsttagung haben anhand ihres Arbeitsalltag oder eines Projekts erklärt, wie sie vorgehen. Den Start machte Rhea Lesniak, Leiterin Fachstelle Wettbewerbe, Hochbauamt, Kanton Zürich. Sie hat bei ihrem Input den Fokus auf die Nachhaltigkeit im Vergabeverfahren bei der Planerwahl gelegt. Mit ihrem Team versucht sie gleich zu Beginn das Thema Nachhaltigkeit bei einer Ausschreibung zu definieren. Ihre Erfahrung zeigt, je genauer sie das machen, je besser sprechen sie die dafür richtigen Planer an. Diese Definition von Nachhaltigkeit hilft dann auch dem Beurteilungsgremium, um das richtige Projekt auszuwählen.

Felix Bossart, Leiter Baumanagement, Kanton Luzern und Markus Koschenz, Institut für Gebäudetechnik und Energie IGE, HSLU haben beide aus ihren verschiedenen Perspektiven über die Verankerung der Nachhaltigkeit im Wettbewerb für den Campus der Hochschule Luzern HSLU in Horw gesprochen. Auch sie kommen zum Schluss, dass die Genauigkeit der Bestellung und ein beständiges Kontrollieren der gewünschten Anforderungen während des Prozesses am besten zu den nachhaltigen Zielen führen, die man erreichen will. Alle sind sich einig: Es braucht den Willen des Bestellers, die Nachhaltigkeit immer wieder einzufordern. 
Danach folgte eine Führung durchs Suurstoffi Areal und ein ausgiebiger Apéro, bei dem viele Mitglieder lange verweilten. Die Zeit für den Austausch haben alle sehr genossen.

Wegleitung Nachhaltigkeit des HBA Kanton Zürich